Der Vatnajökull im Südosten Islands ist Europas größter Gletscher – und gleichzeitig eines der vielseitigsten Ausflugsziele des Landes. Von Gletscherwanderungen über Eishöhlen bis zu Bootstouren zwischen Eisbergen: Hier bekommt Ihr den Überblick über alle Highlights rund um dieses gewaltige Eisschild.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Der Vatnajökull – Europas größter Gletscher
Der Vatnajökull bedeckt mit rund 8.100 km² etwa 8 % der Landesfläche Islands und ist damit der größte Gletscher Europas. An einigen Stellen erreicht das Eis eine Dicke von bis zu 1.000 Metern. Der Gletscher liegt im gleichnamigen Vatnajökull-Nationalpark, mit rund 14.700 km² dem größten Nationalpark Europas – seit 2019 UNESCO-Weltnaturerbe.
Geologie: Eis über aktiven Vulkanen
Unter dem Vatnajökull liegen mehrere aktive Vulkane, darunter der Grímsvötn, verantwortlich für einige der größten Vulkanausbrüche Islands. Diese vulkanische Aktivität unter dem Eis führt zu einer einzigartigen Landschaft aus Eishöhlen und Spalten, die sich laufend verändert – ein Zusammenspiel aus Feuer und Eis, das es in dieser Form nur in Island gibt.
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Bedeutende Ausläufer und Gletscherseen
Der Vatnajökull ist von zahlreichen Gletscherzungen geprägt, die sich in verschiedene Richtungen erstrecken – darunter der Svínafellsjökull, bekannt als Filmkulisse für Batman Begins und Interstellar, sowie der Breiðamerkurjökull. Am Rand des Vatnajökull liegen zudem spektakuläre Gletscherseen: der Jökulsárlón, berühmt für seine treibenden Eisberge und die Nähe zum Diamond Beach, sowie das ruhigere Fjallsárlón.

Klimawandel und Rückzug
Wie viele Gletscher weltweit verliert auch der Vatnajökull kontinuierlich an Masse. Messungen des isländischen Glaziologie-Instituts zeigen seit den 1990er-Jahren einen deutlichen Rückgang der Eisfläche, besonders an den südlichen Ausläufern wie dem Breiðamerkurjökull, dessen Rückzug die stetig wachsende Jökulsárlón-Lagune erst entstehen ließ. Für Besucher:innen macht sich das bemerkbar: Aussichtspunkte, Wanderwege und sogar Gletscherzungen selbst verändern sich von Jahr zu Jahr, weshalb Guides ihre Routen jede Saison neu prüfen müssen.
Aktivitäten am Vatnajökull
Gletscherwanderung auf dem Falljökull
Einer der Höhepunkte eines Besuchs ist eine Gletscherwanderung, meist auf dem Falljökull bei Skaftafell. Ausgestattet mit Steigeisen und in Begleitung zertifizierter Guides erkundet Ihr Spalten, Eisformationen und tiefblaues Gletschereis. Buchbar sind Touren von leichten, einstündigen Spaziergängen bis zu ganztägigen, anspruchsvollen Wanderungen*. Ausführliche Infos zur Eishöhlen- und Gletschertour bei Skaftafell findet Ihr in unserem separaten Guide.
Wichtig: Nicht jeder Ausläufer des Vatnajökull ist für eigene Erkundungen freigegeben. Am Svínafellsjökull etwa rät die isländische Zivilschutzbehörde seit 2018 wegen Bergsturz-Gefahr davon ab, den Gletscher zu betreten – Details dazu in unserem Svínafellsjökull-Artikel. Verlasst Euch deshalb immer auf zertifizierte Guides, statt eigenständig auf den Gletscher zu gehen.
Eishöhlen-Erkundungen
Im Winter (meist November bis März, wenn die Höhlen am stabilsten sind) öffnen sich die legendären Eishöhlen des Vatnajökull. Die bekannteste ist die Kristallhöhle beim Jökulsárlón mit ihrem intensiven, fast durchsichtigen Blau. Bucht eine geführte Tour*, um die Eishöhlen sicher zu entdecken – ein eigenständiger Besuch ist nicht möglich und wird von keinem Anbieter unterstützt.
Gletschersee-Bootstouren
Am Jökulsárlón könnt Ihr eine Bootstour unternehmen* und zwischen den Eisbergen hindurchgleiten – entweder mit dem Amphibienboot oder dem schnelleren Zodiac.
Schneemobil- und Superjeep-Touren
Für Adrenalinjunkies bieten mehrere etablierte Anbieter (u.a. Glacier Jeeps, Arctic Adventures) Schneemobil- oder Superjeep-Touren direkt auf dem Eis an – ganzjährig buchbar und eine spannende Möglichkeit, größere Teile der Eiskappe zu erkunden.
Wanderungen im Nationalpark
Der Vatnajökull-Nationalpark bietet Wanderrouten für alle Schwierigkeitsgrade, von leichten Spaziergängen bei Skaftafell bis zu mehrtägigen Trekkingtouren durch Lavafelder und Moorgebiete mit Aussicht auf den Gletscher.

Nordlichter beobachten
In den Wintermonaten bietet der Vatnajökull eine hervorragende Kulisse für die Beobachtung der Nordlichter. Die geringe Lichtverschmutzung in dieser abgelegenen Region macht sie zu einem idealen Ort für dieses Naturschauspiel.
Entspannen in heißen Quellen
Nach einem Tag auf dem Gletscher lohnt sich der Besuch einer der natürlichen heißen Quellen im Süden Islands zur Erholung.
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Wo übernachten?
Da die meisten Touren früh morgens starten, lohnt sich eine Übernachtung in der Region – etwa in Freysnes oder Kirkjubæjarklaustur nahe Skaftafell, oder weiter östlich in Höfn nahe Jökulsárlón. Unterkünfte lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen; in der Hauptsaison und im Winter (wenn auch die Eishöhlen offen haben) empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.
Wichtige Sicherheitshinweise
Gletscher sind dynamische, sich ständig verändernde Umgebungen. Haltet Euch immer an die Anweisungen Eurer Guides und bleibt auf markierten Wegen. Ein eigenständiges Betreten des Eises ohne zertifizierten Guide wird von keinem Anbieter unterstützt und ist an mehreren Stellen – etwa am Svínafellsjökull – wegen Bergsturz- oder Spaltenrisiko ausdrücklich nicht empfohlen. Sorgt für geeignete, warme und wasserfeste Kleidung, da sich das Wetter am Gletscher schnell ändern kann.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit für einen Besuch ist der Sommer, wenn die meisten Touren und Aktivitäten verfügbar sind. Für die Eishöhlen solltet Ihr den Winter einplanen, meist zwischen November und März.
Häufige Fragen zum Vatnajökull
Wie groß ist der Vatnajökull?
Mit rund 8.100 km² bedeckt er etwa 8 % der Landesfläche Islands und ist der größte Gletscher Europas.
Kann man den Vatnajökull ohne Guide besuchen?
Nein, Gletscherwanderungen und Eishöhlen-Touren sind nur mit zertifizierten Guides möglich. An manchen Stellen, etwa am Svínafellsjökull, wird sogar von einem Betreten mit Guide abgeraten.
Wann ist die beste Zeit für Eishöhlen am Vatnajökull?
Die natürlichen Eishöhlen sind meist von November bis März am stabilsten und sicher zugänglich.
Was gehört zum Vatnajökull-Nationalpark?
Neben dem Gletscher selbst unter anderem Skaftafell, Jökulsárlón, Fjallsárlón, Svartifoss und der Diamond Beach – der Park ist mit 14.700 km² der größte Europas.
Wie weit ist der Vatnajökull von Reykjavík entfernt?
Je nach Zugangspunkt zwischen rund 330 km (Skaftafell) und 380 km (Jökulsárlón), das entspricht etwa 4 bis 5 Stunden Fahrzeit auf der Ringstraße.
Fazit
Der Vatnajökull ist mehr als nur ein Gletscher – er ist ein Symbol für die raue, unberührte Schönheit Islands. Ob Gletscherwanderung, Eishöhle oder Bootstour zwischen Eisbergen: Plant Euren Besuch sorgfältig und bucht Aktivitäten immer über zertifizierte Guides, um dieses Naturwunder sicher zu erleben.