Gletscher

Skaftafell Eishöhle Island: Blaues Eis, Anfahrt & Preise (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 17. Aug. 2026

Tiefblaues Gletschereis, durchzogen von dunklen Ascheschichten vergangener Vulkanausbrüche – die Eishöhlen bei Skaftafell zählen zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen im Süden Islands. Anders als der alte Name „Schwarze Eishöhle“ vermuten lässt, ist hier vor allem das charakteristische Blau des verdichteten Gletschereises der Star, die schwarzen Streifen sind eingelagerte Vulkanasche.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Was ist die Skaftafell-Eishöhle?

Wichtiger Faktencheck: Anders als teils behauptet, ist die Eishöhle bei Skaftafell keine „schwarze Eishöhle“ – Reiseportale wie Guide to Iceland und lokale Fotografen beschreiben sie übereinstimmend als „Blue Ice Cave“ mit vorwiegend blauem Eis. Die dunklen Streifen entstehen durch Vulkanasche, die sich über Jahrhunderte im Gletschereis abgelagert hat, prägen aber nicht die Grundfarbe der Höhle.

Die Höhle liegt im Gletschervorfeld des Falljökull, einer steilen, stark zerklüfteten Ausflusszunge des Vatnajökull am Rande des gleichnamigen Nationalparks – des mit rund 14.700 km² größten Nationalparks Europas, seit 2019 UNESCO-Weltnaturerbe. Der Falljökull ist bereits vom Besucherzentrum Skaftafell aus als markante, stark zerrissene Eiszunge sichtbar. Wichtig zu wissen: Es gibt keine dauerhafte, feste Höhle – wie bei den meisten Eishöhlen Islands schmelzen und formen sich die Gänge jedes Jahr neu, weshalb Touren nur in einem bestimmten Zeitfenster möglich sind und Guides zu Saisonbeginn neue, sichere Zugänge suchen müssen.

Gletscherzunge Skaftafellsjökull am Rande des Vatnajökull-Nationalparks, Island

Anfahrt & Ausgangspunkt

Ausgangspunkt ist das Besucherzentrum Skaftafell im Vatnajökull-Nationalpark, rund 330 km bzw. 4 Stunden Fahrzeit von Reykjavík entfernt. Von dort geht es mit dem Guide zu Fuß auf den Falljökull, ein eigenständiger Zugang zur Höhle ohne geführte Tour ist nicht möglich.

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Preise & Dauer

Touren zur Eishöhle dauern in der Regel rund 4 Stunden und kosten je nach Anbieter und Tourvariante zwischen umgerechnet 100-160 €. Reine Gletscherwanderungen ohne Höhlenbesuch sind meist etwas günstiger. Bekannte, etablierte Anbieter vor Ort sind unter anderem Troll Expeditions und Icelandic Mountain Guides, die beide mehrere Abfahrtszeiten pro Tag anbieten (üblich sind Slots am Vormittag gegen 9 und 10 Uhr sowie am Nachmittag gegen 13:30 und 14 Uhr). Die Touren werden in kleinen Gruppen durchgeführt, was ein persönlicheres Erlebnis als bei den größeren Gruppen mancher anderer Eishöhlen-Standorte ermöglicht.

Gletscher Skaftafellsjökull mit Blick auf die Eiszunge, Ausgangspunkt für Eishöhlen- und Gletschertouren, Island

 

Skaftafell vs. Vatnajökull-Kristallhöhle & Mýrdalsjökull: was ist der Unterschied?

Wer eine Rundreise plant, fragt sich oft, welche Eishöhle die richtige ist. Die Kristallhöhle beim Jökulsárlón zeigt vor allem klares, kaum ascheverfärbtes Blau, während die Skaftafell-Höhlen durch die Nähe zu mehreren aktiven Vulkanen deutlich sichtbare, dunkle Aschestreifen im überwiegend blauen Eis zeigen – ein reizvoller Kontrast für Fotos. Gegenüber der Katla-Eishöhle am Mýrdalsjökull liegt Skaftafell deutlich weiter östlich auf der Route und lässt sich gut mit Jökulsárlón und Svartifoss zu einer Tagestour verbinden.

Sicherheit & Ausrüstung

  • Ausrüstung: Steigeisen, Helm und Stirnlampe werden von den Guides gestellt.
  • Kleidung: Warme, wasserfeste, mehrlagige Kleidung sowie festes, wasserdichtes Schuhwerk.
  • Fitness: Die meisten Touren gelten als leicht bis moderat, für die anspruchsvolleren Varianten ist etwas Kondition hilfreich.
  • Nur geführt: Die Struktur des Gletschers ändert sich laufend – ein Besuch ohne zertifizierten Guide ist nicht möglich und wird von keinem Anbieter unterstützt.

Beste Reisezeit

Die Eishöhlen-Saison läuft in der Regel von Oktober bis April, wenn das Eis am stabilsten ist. Außerhalb dieser Monate ist ein sicherer Zugang zur Höhle nicht möglich, reine Gletscherwanderungen auf dem Falljökull werden aber teils auch im Sommer angeboten.

Fotografie-Tipps

Für die Kontraste zwischen blauem Eis und dunklen Aschestreifen empfiehlt sich eine Kamera mit guter Low-Light-Leistung. Auf Blitzlicht solltet Ihr verzichten – das gedämpfte, natürliche Licht in der Höhle erzeugt den charakteristischen Effekt. Ein Ersatzakku lohnt sich, da Kälte den Akku deutlich schneller entlädt als gewohnt.

Wo übernachten?

In der näheren Umgebung von Skaftafell gibt es nur wenige Unterkünfte direkt vor Ort – die meisten Besucher übernachten im nahen Freysnes (direkt gegenüber dem Nationalpark-Eingang) oder etwas weiter westlich in Kirkjubæjarklaustur. Beide lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen; in der Wintersaison (Okt-April, wenn auch die Eishöhlen offen haben) rechtzeitig reservieren.

Was liegt in der Nähe?

  • Svartifoss: der berühmte Wasserfall mit den schwarzen Basaltsäulen, nur eine kurze Wanderung vom Besucherzentrum Skaftafell entfernt – ein natürlicher Kombi-Stopp am selben Tag.
  • Jökulsárlón Gletscherlagune: rund 1 Stunde östlich, mit den bekannten treibenden Eisbergen.
  • Vatnajökull Gletscher: Übersicht zum größten Gletscher Europas, dessen Teil der Falljökull ist.
  • Svínafellsjökull: berühmter Filmdrehort (Batman Begins, Interstellar) nur wenige Fahrminuten entfernt – allerdings nur noch vom Aussichtspunkt aus zu besichtigen, seit 2018 warnt die Zivilschutzbehörde vor einem Bergsturz-Risiko.
  • Skaftafellsjökull Wanderung: der kostenlose Weg S1 vom Besucherzentrum bis an die Gletscherzunge, rund eine Stunde, ohne Guide und ohne Ausrüstung machbar.
  • Eishöhlen Island im Vergleich: welche Eishöhle am besten zu Eurer Reise passt.

Häufige Fragen zur Skaftafell-Eishöhle

Ist die Skaftafell-Eishöhle wirklich schwarz?

Nein – das ist ein verbreitetes Missverständnis. Die Höhle besteht überwiegend aus blauem Gletschereis, durchzogen von dunklen Streifen aus eingelagerter Vulkanasche. Reiseportale und Fotografen bezeichnen sie einheitlich als „Blue Ice Cave“, nicht als schwarze Höhle.

Wie weit ist Skaftafell von Reykjavík entfernt?

Rund 330 km bzw. etwa 4 Stunden Fahrzeit auf der Ringstraße.

Kann man die Eishöhle im Sommer besuchen?

Nein, die Eishöhlen-Saison läuft von Oktober bis April. Im Sommer werden teils reine Gletscherwanderungen auf dem Falljökull ohne Höhlenbesuch angeboten.

Braucht man Erfahrung für eine Eishöhlentour?

Nein, die meisten Touren gelten als leicht bis moderat und sind für die meisten Fitnesslevel geeignet. Die komplette Ausrüstung wird gestellt.

Was kann man mit dem Besuch der Eishöhle kombinieren?

Der Svartifoss-Wasserfall liegt direkt beim Besucherzentrum Skaftafell und lässt sich gut am selben Tag besuchen, ebenso Jökulsárlón etwas weiter östlich.

Wie viele Personen sind auf einer Tour dabei?

Die Anbieter vor Ort setzen auf vergleichsweise kleine Gruppen statt Massentouren – das macht die Tour persönlicher, bedeutet aber auch, dass beliebte Zeitfenster in der Hauptsaison schnell ausgebucht sind. Eine Buchung mehrere Wochen im Voraus wird empfohlen.

Fazit

Die Eishöhlen bei Skaftafell bieten ein eindrucksvolles Naturschauspiel aus blauem Gletschereis und dunklen Aschestreifen – kombiniert mit dem nahen Svartifoss und seinen Basaltsäulen lässt sich hier ein voller Tag im Vatnajökull-Nationalpark verbringen.

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