Fjallsárlón ist die ruhigere Schwester von Jökulsárlón – nur 10 km weiter westlich an der Ringstraße, aber deutlich weniger überlaufen. Die Gletscherlagune liegt direkt am Fuß des Fjallsjökull, einem Ausläufer des Vatnajökull, und weil der Gletscher hier so nah ans Wasser reicht, kommt Ihr den Eisbergen näher als fast überall sonst in Island.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Die Geographie des Fjallsárlón
Fjallsárlón liegt direkt am Fuß des Vatnajökull, Europas größtem Gletscher – genauer am Fjallsjökull, einem seiner Ausläufer. Nur eine kurze Fahrt weiter westlich liegt mit dem Svínafellsjökull ein weiterer bekannter Ausläufer desselben Gletschers, der als Filmkulisse für Batman Begins und Interstellar diente. Die Lagune ist mit ca. 4 km² deutlich kleiner als Jökulsárlón, was genau ihren Reiz ausmacht: Der Gletscher reicht fast bis ans Ufer, an manchen Stellen ist das Wasser bis zu 75 Meter tief.
Fjallsárlón ist geologisch gesehen noch recht jung – die Lagune entstand erst, als sich der Gletscher nach seiner Höchstausdehnung während der Kleinen Eiszeit (um 1890) allmählich zurückzog und ein Becken freigab, das sich mit Schmelzwasser füllte. Seither wächst sie stetig weiter, weil der Gletscher sich weiter zurückzieht und regelmäßig große Eisblöcke abbrechen und in die Lagune stürzen.
Die Eisberge in der Lagune stammen direkt vom Fjallsjökull und variieren stark in Farbe und Form – von leuchtend weißen Blöcken bis zu tiefblauen Eisbergen, deren Farbe durch die hohe Dichte des Eises entsteht. Manche zeigen dunkle Streifen aus Vulkanasche vergangener Ausbrüche unter dem Vatnajökull. Die Lagune liegt im Vatnajökull-Nationalpark, seit 2019 UNESCO-Weltnaturerbe.
Fjallsárlón oder Jökulsárlón?
Beide Lagunen liegen nur 10 km auseinander, unterscheiden sich aber deutlich:
| Fjallsárlón | Jökulsárlón | |
|---|---|---|
| Größe | Kleiner (ca. 4 km²) | Deutlich größer |
| Andrang | Ruhig, wenig Touristen | Sehr beliebt, oft voll |
| Gletschernähe | Sehr nah am Gletscher | Weiter entfernt, weiträumigere Aussicht |
| Besonderheit | Ice-Floating-Touren (Schwimmanzug zwischen Eisbergen) | Seehunde, Diamond Beach in Laufweite |
Wer die Wahl hat: Fjallsárlón lohnt sich besonders, wenn Ihr dem Gletscher möglichst nah kommen wollt, ohne Euch durch Menschenmassen zu drängen. Jökulsárlón punktet mit Seehunden und dem direkt angrenzenden Diamond Beach. Am besten besucht Ihr ohnehin beide – sie liegen nur 15 Fahrminuten auseinander.
Praktische Informationen für Reisende
Entfernung und Anreise
Fjallsárlón liegt direkt an der Ringstraße (Route 1), ca. 47 km östlich von Skaftafell und 10 km westlich von Jökulsárlón. Von Reykjavík aus sind es etwa 325 km bzw. 4,5–5 Stunden Fahrzeit. Ein Mietwagen ist die gängigste Anreiseart, es gibt aber auch organisierte Tagestouren ab Reykjavík entlang der Südküste.
Wo übernachten?
Bei rund 4,5-5 Stunden Fahrzeit ab Reykjavík lohnt sich eine Übernachtung in der Region, etwa in Höfn (ca. 1 Stunde östlich) oder näher in Freysnes bei Skaftafell. Unterkünfte lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen; in der Hauptsaison empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.
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Parken und Eintritt
Das Betreten der Lagune ist kostenlos. Beim Parken gibt es zwei Optionen: Der westlichste Parkplatz ist kostenpflichtig (1.000 ISK über die Parka App), rund 1 km weiter östlich liegt ein größerer, kostenloser Parkplatz. Die Beschilderung vor Ort zeigt Euch, welcher Parkplatz gerade vor Euch liegt.
Beste Reisezeit für einen Besuch von Fjallsárlón
Mai bis September bietet mildes Wetter und lange Tage – die Eisberge leuchten dann besonders intensiv blau. Fjallsárlón ist aber ganzjährig zugänglich: Im Winter friert die Lagune bei Temperaturen unter 0 °C teilweise zu, Bootstouren fahren dann nicht, dafür ist die Gegend eine der besten Orte für Nordlichter an der Südküste – kaum Lichtverschmutzung, oft klarer Himmel.
Aktivitäten und Erlebnisse bei Fjallsárlón
Bootstour und Ice Floating
Die klassische Zodiac-Bootstour bringt Euch in ca. 45 Minuten nah an die Eisberge und die Gletscherwand heran. Fjallsárlón bietet aber noch etwas, das es in Island sonst nirgendwo gibt: Ice Floating. Dabei steckt Ihr in einem schwimmfähigen Trockenanzug und treibt 20–30 Minuten lang selbst zwischen den Eisbergen im Wasser, begleitet von einem Guide. Die ganze Tour dauert inklusive Umziehen ca. 1,5 Stunden.
Tierwelt
An der Lagune könnt Ihr mit etwas Glück Seehunde zwischen den Eisbergen entdecken. In der Luft patrouillieren im Sommer Skuas (Große Raubmöwen) – seltene, sehr aggressive Vögel, die ihre Nester energisch verteidigen. Haltet Abstand, wenn Ihr welche seht.
Essen vor Ort
Direkt an der Lagune liegt das Frost Restaurant mit großen Fensterfronten und Gletscherblick – praktisch, wenn Ihr nach der Bootstour oder dem Ice Floating etwas Warmes braucht.
Fotografieren
Morgens und abends ist das Licht am weichsten für Fotos. Achtet auf die Muster im Eis und die Spiegelungen auf dem Wasser – bei ruhiger Lagune entstehen hier die schönsten Aufnahmen.
Häufige Fragen zu Fjallsárlón
Was ist der Unterschied zwischen Fjallsárlón und Jökulsárlón?
Fjallsárlón ist kleiner, ruhiger und näher am Gletscher – hier gibt’s als einziger Lagune in Island auch Ice-Floating-Touren. Jökulsárlón ist größer, bekannter und liegt direkt neben dem Diamond Beach, dazu gibt es dort Seehunde zu sehen.
Ist der Eintritt zu Fjallsárlón kostenlos?
Ja, das Betreten der Lagune ist kostenlos. Der westlichste Parkplatz kostet 1.000 ISK über die Parka App, rund 1 km weiter östlich gibt es einen größeren, kostenlosen Parkplatz.
Wie weit ist Fjallsárlón von Reykjavík entfernt?
Etwa 325 km, das entspricht rund 4,5–5 Stunden Fahrzeit über die Ringstraße.
Kann man Fjallsárlón im Winter besuchen?
Ja, ganzjährig zugänglich. Bootstouren pausieren aber, wenn die Lagune zufriert, und die Gegend ist eine der besten Orte für Nordlichter an der Südküste.
Fazit
Wenn Ihr an der Südküste unterwegs seid und Jökulsárlón besucht, lohnt sich der 10-minütige Abstecher zu Fjallsárlón fast immer – weniger Touristen, dafür näher am Gletscher, und mit dem Ice Floating eine Aktivität, die es sonst nirgends in Island gibt. Wir waren im Juni 2021 dort und hatten die Lagune fast für uns allein – ein deutlicher Kontrast zum vollen Parkplatz bei Jökulsárlón kurz zuvor.




