Islands Süden ist die meistbesuchte Region der Insel – und das aus gutem Grund. Auf und um die Ringstraße reihen sich Wasserfälle, schwarze Sandstrände, eine Gletscherlagune und der Golden Circle aneinander wie sonst nirgends in Island. Wir waren im Juli 2021 dort und sind die Route von Reykjavík bis Jökulsárlón und zurück gefahren – hier sind die Highlights, die sich für uns am meisten gelohnt haben.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Der Golden Circle: Þingvellir, Geysir & Gullfoss
Der Golden Circle ist für die meisten Islandreisenden der Einstieg in den Süden – gut 190 km Rundstrecke ab Reykjavík, an einem Tag machbar. Im Þingvellir-Nationalpark liegt der Geburtsort des isländischen Parlaments: Hier versammelte sich ab 930 n. Chr. das Alþingi im Freien, mitten in der Spalte zwischen zwei Kontinenten. Ihr könnt zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen tektonischen Platte wandern, und wer Trockentauch- oder Schnorchelausrüstung mitbringt, taucht in der glasklaren Silfra-Spalte mit teils über 100 Metern Sichtweite.
Weiter geht es zum Geothermalgebiet Geysir, wo der Nachbar-Geysir Strokkur zuverlässig alle 5–10 Minuten eine mehrere Meter hohe Wasserfontäne in die Luft schießt – bleibt kurz stehen, ein bis zwei Ausbrüche abzuwarten lohnt sich. Den Abschluss bildet der Gullfoss, der „Goldene Wasserfall“: Er stürzt in zwei rechtwinklig zueinander stehenden Stufen rund 32 Meter in eine tiefe Schlucht, oft mit Regenbogen über der Gischt. Mehrere Aussichtsplattformen erlauben unterschiedlich nahe Blicke – die untere macht Euch garantiert nass.
Seljalandsfoss & Skógafoss – Wasserfälle im Überfluss
Weiter Richtung Osten wartet einer der bekanntesten Wasserfälle Islands: der Seljalandsfoss: rund 60 Meter hoch, und der große Clou ist der schmale Pfad, der komplett hinter dem herabstürzenden Wasser entlangführt – nasse Füße garantiert, aber der Blick durch den Wasservorhang ist einzigartig. Direkt gegenüber liegt der kleinere Gljúfrabúi, halb versteckt in einer Felsspalte – ein zusätzlicher Fotostopp, der leicht übersehen wird. Wenige Minuten weiter liegt der deutlich unbekanntere Kvernufoss – erreichbar über einen 20-minütigen Fußweg durch eine kleine Schlucht, dafür seid Ihr hier oft fast allein und könnt genau wie am Seljalandsfoss hinter den Wasserfall treten.
Das Highlight der Strecke ist der Skógafoss: 25 Meter breit und 60 Meter hoch stürzt er in einer geraden Wand herab – wegen der Gischt seht Ihr bei Sonne fast garantiert einen Regenbogen. Eine Treppe führt seitlich bis zur Oberkante, von dort startet zudem ein mehrtägiger Wanderweg (Fimmvörðuháls) tief ins Hochland.
Bist du schon mit einem Mietwagen in Island unterwegs? Wenn nicht, empfehlen wir dir wärmstens Northbound. Unsere Erfahrungen mit Buchung, Fahrzeug, Prozess und Support waren erstklassig – eine Buchung dort können wir nur empfehlen.
- Absolute Empfehlung – wir waren rundum zufrieden mit allem!
- Vergleicht alle isländischen Mietwagen-Anbieter
- Spezialisiert auf Island-Rundreisen und das Hochland
- Spezialisierte Versicherungen für das raue Island verfügbar
- Kostenlose Stornierung bis 48 h vor Mietbeginn
- Mietwagen, Campervan, Wohnmobile, SUV (auch mit Dachzelt) & Geländewagen
* Affiliate-Link – für dich ohne Aufpreis, du unterstützt damit unseren Blog.
Vík í Mýrdal & die schwarzen Strände
Vík í Mýrdal ist der südlichste Ort Islands – ein guter Stopp für Tanken, Essen und Übernachten, mit der markanten Kirche auf dem Hügel über dem Ort als Landmarke. In der Nähe liegen gleich zwei Highlights: der schwarze Sandstrand Reynisfjara mit seinen Basaltsäulen und das Kap Dyrhólaey mit seinem markanten Felsbogen und Leuchtturm – von hier oben habt Ihr den besten Blick über beide Strände zugleich. Reynisfjara ist berühmt für seine sechseckigen Basaltsäulen . Die dortige Höhle Hálsanefshellir ist seit 2026 nach einem tödlichen Unfall und schwerer Küstenerosion nicht mehr zugänglich und liegt inzwischen im Meer, der Strand selbst bleibt aber geöffnet. Die Brandung dort kann generell lebensgefährlich sein – geht nie mit dem Rücken zum Meer. Wer noch Zeit hat, macht einen Abstecher zum Flugzeugwrack von Sólheimasandur zwischen Skógafoss und Vík – rechnet für den Fußweg dorthin mit 1,5–2 Stunden hin und zurück.
Fjaðrárgljúfur-Schlucht
Die Fjaðrárgljúfur-Schlucht liegt direkt an der Ringstraße bei Kirkjubæjarklaustur – ein rund 2 km langer, moosbewachsener Canyon, den der Fluss Fjaðrá in vulkanisches Gestein gegraben hat. Ein markierter Weg führt am Rand entlang zu mehreren Aussichtspunkten, von denen Ihr tief in die geschwungene Schlucht hinabblickt – für die besten Fotos kommt Ihr am frühen Morgen, wenn noch Nebel zwischen den Felswänden hängt. Einer der spektakulärsten Stopps der Südküste, und dabei kaum ein Umweg von der Ringstraße.
Skaftafell & Svartifoss
Der Skaftafell-Bereich ist heute Teil des Vatnajökull-Nationalparks (mit rund 4.800 km² der größte Islands) und ist der beste Ausgangspunkt, um dem gewaltigen Vatnajökull-Gletscher nahezukommen: Mehrere Wanderwege führen direkt zu Gletscherzungen, teils in unter einer Stunde erreichbar. Das Herzstück des Parks ist der Svartifoss – ein Wasserfall, der von schwarzen, sechseckigen Basaltsäulen wie eine natürliche Orgel umrahmt wird und als Vorbild für die Architektur mehrerer isländischer Kirchen diente. Der Fußweg dorthin dauert ab dem Besucherzentrum rund 45 Minuten bergauf.
Jökulsárlón & Diamond Beach
Die Gletscherlagune Jökulsárlón ist für viele DER Höhepunkt der Südküste: Eisberge vom Vatnajökull-Gletscher treiben auf türkisblauem Wasser, während direkt gegenüber am Diamond Beach kleinere Eisbrocken glitzernd an Land gespült werden. Die Lagune ist auch als Filmkulisse bekannt – unter anderem für die James-Bond-Filme „In tödlicher Mission“ (1985) und „Stirb an einem anderen Tag“ (2002) sowie für „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001).
Höfn – die Hummer-Hauptstadt
Höfn markiert für die meisten Südküsten-Rundreisen den östlichsten Punkt und liegt malerisch an einem schmalen Landzungen-Fjord mit Blick auf den Vatnajökull. Der kleine Ort ist berühmt für seine frischen Langusten („Hummer“ im isländischen Sprachgebrauch) – mehrere Restaurants im Ort servieren sie frisch aus der Bucht, ein Zwischenstopp mit gutem Essen, bevor es wieder zurück Richtung Reykjavík geht. Nur eine kurze Fahrt weiter liegt außerdem Stokksnes mit dem markanten Vestrahorn – für alle, die noch etwas weiterfahren wollen.
Geheimtipps im Süden
Neben den bekannten Stopps lohnen sich ein paar weniger überlaufene Orte:
- Fjaðrá-Aussichtspunkte abseits der Hauptplattform: Wer sich abseits der Menschenmassen an der Fjaðrárgljúfur-Schlucht etwas Zeit nimmt, findet ruhigere Blickwinkel weiter oben am Canyon.
- Hjörleifshöfði: Eine markante Landzunge nahe Vík mit Wander- und Fotomöglichkeiten abseits der Hauptroute.
- Laki-Krater: 25 km lange Kraterreihe im Hochland, nur mit Geländewagen über die F206 erreichbar – für alle mit genug Zeit und dem richtigen Fahrzeug.
- Laufskálavarða: Ein Hügel mit unzähligen aufgeschichteten Steinen – Reisende legen traditionell einen Stein für eine sichere Weiterreise ab.
- Reynisfjara Secret Cave: Ein versteckter Höhleneingang nahe dem bekannten Strand, mit beeindruckenden Basaltformationen – Vorsicht ist hier trotzdem Pflicht.
- Heiße Quellen abseits der Blauen Lagune: Reykjadalur, Secret Lagoon und weitere natürliche Hot Pots im Süden findet Ihr in unserem eigenen Guide.
Praktische Tipps für die Südküste
- Wetter: Kann sich binnen Minuten ändern – wetterfeste, mehrlagige Kleidung ist Pflicht, auch im Sommer.
- Reynisfjara-Sicherheit: Nie dem Meer den Rücken zukehren – die Brandung dort ist lebensgefährlich und hat bereits Todesfälle verursacht.
- Parkgebühren: An mehreren Stopps (u.a. Seljalandsfoss, Skaftafell) fallen kleine Parkgebühren an, meist über die Parka-App.
- Buchung: Unterkünfte entlang der Südküste (bequem vergleichbar über Booking.com) sind im Sommer schnell ausgebucht – früh reservieren.
- Tageslicht: Im Sommer fast 24 Stunden hell, im Winter nur wenige Stunden – plant Eure Route entsprechend.
Häufige Fragen zum Süden Islands
Wie viele Tage braucht man für den Süden Islands?
Für die wichtigsten Highlights reichen 2–3 Tage, für eine entspannte Erkundung mit allen Stopps solltet Ihr 4–5 Tage einplanen.
Was sind die Top-Sehenswürdigkeiten im Süden Islands?
Golden Circle, Seljalandsfoss, Skógafoss, Reynisfjara, Kap Dyrhólaey, Fjaðrárgljúfur und die Gletscherlagune Jökulsárlón gehören zu den meistbesuchten Stopps.
Braucht man für den Süden Islands einen 4×4?
Nein, die Ringstraße und alle genannten Stopps sind mit einem normalen Mietwagen erreichbar. Nur für Abstecher ins Hochland (z.B. Landmannalaugar) braucht Ihr Allrad.
Wie weit ist der Süden Islands von Reykjavík entfernt?
Der Golden Circle beginnt direkt vor den Toren Reykjavíks, Jökulsárlón liegt am östlichen Ende der Route rund 380 km bzw. knapp 5 Stunden Fahrzeit entfernt.
Was ist die beste Reisezeit für den Süden Islands?
Die Südküste ist ganzjährig gut erreichbar. Sommer bietet Mitternachtssonne und alle Straßen offen, Winter eröffnet die Chance auf Nordlichter, dafür kürzere Tage und teils winterliche Straßenverhältnisse.
Fazit
Der Süden Islands lässt sich mit dem Mietwagen komplett auf eigene Faust erkunden und bietet auf kurzer Strecke eine enorme Dichte an Highlights. Plant genug Zeit für Fotostopps ein – die Strecke von Reykjavík bis Jökulsárlón wirkt auf der Karte kürzer, als sie sich unterwegs anfühlt.




