Sehenswürdigkeiten

Þakgil (Pakgil) Island: Versteckte Schlucht, Camping & Wandern (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 4. Aug. 2026

Nur 15-18 km von Vík entfernt liegt mit Þakgil (oft auch „Pakgil“ geschrieben) eine der am wenigsten überlaufenen Schluchten-Landschaften Südislands – grüne, moosbewachsene Täler zwischen schroffen Felswänden, ein Campingplatz mit Höhlen-Aufenthaltsraum und mehrere Wanderwege mit Blick auf den Mýrdalsjökull. Wir waren im Juli 2021 selbst dort und sind schon von der Anfahrt begeistert gewesen – die Gegend um Þakgil ist wunderschön, und trotz der Nähe zur Ringstraße verirren sich hierher deutlich weniger Reisende als nach Reynisfjara oder Skógafoss.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Wo liegt Þakgil und wie kommt man hin?

Þakgil liegt im Hochland-Vorland nordöstlich von Vík í Mýrdal, erreichbar über die Schotterstraße 214 (Kerlingardalsvegur). Die Strecke ist keine offizielle F-Road und ohne Flussfurten, aber holprig, mit engen Kurven, steilen Abschnitten und Schlaglöchern – rechnet für die 15-18 km ab der Ringstraße mit 45-60 Minuten reiner Fahrzeit. Ein normaler Kleinwagen schafft die Strecke bei trockenem Wetter meist, ein Allradwagen ist aber deutlich komfortabler und bei Regen oder Schnee klar im Vorteil.

★ Unsere Empfehlung
★★★★★Island-Spezialist

Bist du schon mit einem Mietwagen in Island unterwegs? Wenn nicht, empfehlen wir dir wärmstens Northbound. Unsere Erfahrungen mit Buchung, Fahrzeug, Prozess und Support waren erstklassig – eine Buchung dort können wir nur empfehlen.

  • Absolute Empfehlung – wir waren rundum zufrieden mit allem!
  • Vergleicht alle isländischen Mietwagen-Anbieter
  • Spezialisiert auf Island-Rundreisen und das Hochland
  • Spezialisierte Versicherungen für das raue Island verfügbar
  • Kostenlose Stornierung bis 48 h vor Mietbeginn
  • Mietwagen, Campervan, Wohnmobile, SUV (auch mit Dachzelt) & Geländewagen
Island-Mietwagen bei northbound.is

* Affiliate-Link – für dich ohne Aufpreis, du unterstützt damit unseren Blog.

Pakgil Schlucht im Hochland nahe Vík, erreichbar über eine einfache Hochlandpiste

Der Weg zum Þakgil: Kerlingardalsvegur

Schon die Anfahrt selbst ist ein Erlebnis: Die Straße 214 windet sich durch eine zunehmend enge, von schwarzem Vulkangestein und grünen Moospolstern geprägte Landschaft. Stellenweise ragen die Felswände direkt neben der Piste auf, an anderen Stellen öffnet sich der Blick weit über das Vorland des Mýrdalsjökull. Fahrt vorsichtig und mit Abstand zu entgegenkommenden Fahrzeugen, da die Straße an mehreren Stellen einspurig ist. Wir sind die Strecke 2021 mit einem normalen Mietwagen gefahren – sie fühlt sich streckenweise an wie eine Hochlandpiste, war für uns aber auch ohne Allrad gut machbar, solange man langsam und vorsichtig fährt.

Die Schotterstraße Kerlingardalsvegur (Straße 214) auf dem Weg nach Þakgil, Südisland

Camping in der Höhle: Der Þakgil-Campingplatz

Der Campingplatz ist saisonal vom 1. Juni bis 15. September geöffnet und bekannt für seinen ungewöhnlichsten Programmpunkt: einen natürlichen Höhlenraum mit Tischen, Bänken und einem Grillbereich, der als überdachter Aufenthaltsraum dient – ideal bei isländischem Wetter. Übernachtungspreise 2026 liegen bei rund 2.800-3.000 ISK (ca. 19-20 €) pro Person und Nacht (Kinder unter 12 Jahren meist kostenlos), kleine Hütten für bis zu 4 Personen kosten ca. 25.000-28.000 ISK (ca. 170-190 €) pro Nacht. Prüft die aktuellen Preise und Verfügbarkeit vor der Anreise direkt auf der offiziellen Seite, da sich Details von Saison zu Saison ändern können. Wer mit Zelt oder Dachzelt unterwegs ist, sollte hier unbedingt übernachten – aus eigener Erfahrung können wir den Platz klar empfehlen.

Höhlen-Aufenthaltsraum mit Tischen und Bänken am Campingplatz Þakgil, Südisland

Wandern rund um Þakgil

Vom Campingplatz starten drei markierte Wanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit: der rote Mælifell-Trail, der gelbe Austurafretta-Trail (mit rund 17 km die längste der drei Routen) und die violette Remundargil-Schluchtenrunde, die am Wasserfall Remundargilsfoss vorbeiführt. Die Routen sind überwiegend anspruchsvoll: steile Auf- und Abstiege, teils schmale Grate mit Absturzgefahr an den Rändern – festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Pflicht.

Als Belohnung warten Ausblicke auf den Mýrdalsjökull-Gletscher, den Gletscherausläufer Kötlujökull, die weite Sanderfläche Mýrdalssandur und ein 360-Grad-Panorama auf den Vulkan Katla. Wer es kürzer mag, findet auch einen einfachen Rundweg direkt beim Campingplatz, der die markante Schluchtformation ohne große Steigungen zeigt. Wir sind bei unserem Besuch eine kurze Runde gewandert, mussten dann aber weiter zur nächsten Station – wer die Zeit hat, sollte länger bleiben und eine der längeren Routen einplanen.

Warum Þakgil so wenig überlaufen ist

Anders als Reynisfjara, Skógafoss oder Seljalandsfoss liegt Þakgil nicht direkt an der Ringstraße, sondern erfordert einen bewussten Umweg über eine langsame Schotterpiste – für die meisten durchorganisierten Tagestouren ist das schlicht zu zeitaufwändig. Genau das macht den Ort so besonders: Wo an den Hauptstopps der Südküste in der Hochsaison oft dutzende Reisebusse parken, trefft Ihr in Þakgil auch im Juli meist nur eine Handvoll anderer Camper und Wanderer. Die Landschaft selbst erinnert an eine Mischung aus Hochland und Küstenregion – enge, moosbewachsene Schluchten, die sich unvermittelt zu weiten Ausblicken auf Gletscher und Sanderflächen öffnen, ein Kontrast, den es in dieser Kombination sonst kaum in Südisland gibt.

Sicherheit und Ausrüstung

Auch wenn Þakgil keine offizielle F-Road-Anfahrt hat, gelten für die Wanderungen dieselben Grundregeln wie im übrigen isländischen Hochland: wetterfeste, wasserdichte Kleidung auch im Sommer, feste Wanderschuhe mit gutem Profil für die teils steilen und nassen Passagen, und ausreichend Wasser und Verpflegung, da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten gibt. Handyempfang ist in den tieferen Schluchtabschnitten unzuverlässig – informiert nach Möglichkeit jemanden über Eure geplante Route, bevor Ihr eine der längeren Wanderungen startet. Bei Regen werden die Grat-Passagen spürbar rutschiger; wer sich unsicher fühlt, bleibt besser auf dem einfacheren Rundweg direkt beim Campingplatz.

Praktische Tipps für den Besuch

  • Beste Reisezeit: Juni bis September, wenn auch der Campingplatz geöffnet ist – außerhalb dieser Zeit ist die Straße oft nicht geräumt oder witterungsbedingt schwer befahrbar
  • Zeit einplanen: Allein die Anfahrt kostet mit An- und Rückfahrt schnell 1,5-2 Stunden – plant für einen Besuch mit kurzer Wanderung mindestens einen halben Tag ein
  • Kein Tagesausflug in Eile: Wer nur durchfahren will, verpasst den Reiz von Þakgil – die Schlucht lohnt sich vor allem für alle, die Zeit zum Wandern und Verweilen mitbringen
  • Proviant mitnehmen: Vor Ort gibt es außerhalb des Campingplatz-Grills keine Einkaufsmöglichkeiten – Verpflegung aus Vík mitbringen

Übernachten in der Region

Wer nicht auf dem Þakgil-Campingplatz selbst übernachten möchte, findet in Vík í Mýrdal – nur wenige Fahrminuten von der Abzweigung entfernt – die nächstgelegenen Hotels und Gästehäuser. Praktisch, um den recht zeitaufwändigen Ausflug nach Þakgil mit einer entspannten Übernachtung zu verbinden, statt am selben Tag weit weiterzufahren. Passende Unterkünfte lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen.

Häufige Fragen zu Þakgil

Braucht man einen Allradwagen für die Straße nach Þakgil?

Zwingend vorgeschrieben ist es nicht, da die Straße 214 keine offizielle F-Road ist und keine Flussfurten hat. Bei nassem oder winterlichem Wetter ist ein Allradfahrzeug aber deutlich sicherer und komfortabler, die Piste ist holprig und teils steil.

Ist Þakgil dasselbe wie Pakgil?

Ja – „Pakgil“ ist eine vereinfachte Schreibweise ohne den isländischen Buchstaben Þ (gesprochen wie „th“ in „think“), gemeint ist derselbe Ort.

Wann ist der Campingplatz in Þakgil geöffnet?

Saisonal vom 1. Juni bis 15. September. Außerhalb dieses Zeitraums ist weder der Platz bewirtschaftet noch die Anfahrt zuverlässig gewährleistet.

Wie lange dauert die Anfahrt nach Þakgil ab Vík?

Rund 45-60 Minuten für die knapp 15-18 km lange Schotterstraße 214 – die Fahrzeit wirkt durch Schlaglöcher, Kurven und Steigungen deutlich länger als die reine Distanz vermuten lässt.

Lohnt sich Þakgil, wenn man wenig Zeit hat?

Nur bedingt – allein die Anfahrt frisst 1,5-2 Stunden Hin- und Rückweg. Wer knapp bei Zeit ist, sollte sich eher auf die dichter getakteten Highlights direkt an der Ringstraße konzentrieren und Þakgil für eine ruhigere, weniger durchgetaktete Reise aufheben.

Fazit

Þakgil ist kein Ort für den schnellen Fotostopp, sondern für alle, die abseits der Ringstraßen-Highlights ein ruhigeres, ursprünglicheres Stück Südisland suchen. Die holprige Anfahrt über die Kerlingardalsvegur ist Teil des Erlebnisses, und wer eine Nacht im Höhlen-Camp einplant, bekommt eine der eigenwilligsten Übernachtungen der ganzen Insel.

Wie gefällt dir der Beitrag?
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]