Sehenswürdigkeiten

Lóndrangar Island: Zwillingsfelsen, Sage & Wanderweg (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 4. Aug. 2026

Wenn ihr die Halbinsel Snæfellsnes erkundet, werdet ihr an den Lóndrangar kaum vorbeikommen. Die markanten Basaltfelsen ragen direkt an der rauen Küste aus dem Atlantik empor und gehören zu den bekanntesten Naturwundern der Region. Doch nicht nur ihre außergewöhnliche Form macht diesen Ort so besonders. Rund um die Felsen erwarten euch beeindruckende Ausblicke, spannende Geschichten aus der isländischen Sagenwelt und eine vielfältige Vogelwelt. In diesem Artikel erfahrt ihr, was die Lóndrangar so sehenswert macht, was euch vor Ort erwartet und warum sich ein Stopp hier auf jeder Reise durch Snæfellsnes lohnt.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Quick Overview
Beste ReisezeitMai - August
RegionSnaefellsnes
EintrittKostenlos
ParkenKostenlos

Was ist Lóndrangar?

Lóndrangar sind zwei freistehende Basaltfelstürme an der Südküste der Halbinsel Snaefellsnes, innerhalb des Snæfellsjökull-Nationalparks. Der höhere der beiden Türme misst etwa 75 Meter, der kleinere rund 61 Meter. Beide ragen direkt aus dem Lavafeld an der Küste und sind schon von der Straße 574 aus gut sichtbar. Wegen ihrer schroffen, fast wehrhaften Silhouette tragen sie im Englischen auch den Spitznamen „The Rocky Castles“.

Die beiden Felstürme von Lóndrangar aus der Nähe, Halbinsel Snaefellsnes Island

Wie sind die Felstürme entstanden?

Lóndrangar gelten als Überrest eines alten Vulkanschlots. Vor Jahrtausenden erhob sich hier ein ganzer Krater – Wind, Regen und vor allem die Kraft des Atlantiks haben das weichere umliegende Gestein über die Zeit abgetragen. Zurück blieben nur die beiden härteren, dichteren Basaltsäulen, die dem Verwitterungsdruck standgehalten haben.

Geologisch sind sie damit eng verwandt mit anderen erodierten Vulkanresten auf Snaefellsnes, unterscheiden sich aber durch ihre auffällige, fast turmartige Form von den meisten anderen Basaltformationen der Insel. Nur wenige Menschen haben die Türme je bestiegen: Der höhere Turm wurde erstmals 1735 von Ásgrímur Bergþórsson erklommen, der niedrigere erst 1938. Heute ist das Besteigen verboten, um sowohl das Gestein als auch die brütenden Seevögel zu schützen.

Die Sage von den Trollen

Der isländischen Folklore nach handelt es sich bei den beiden Türmen um Trolle, die in einer Nacht versuchten, ein Schiff an Land zu ziehen. Sie kamen über der Arbeit nicht rechtzeitig fertig – als die Morgensonne aufging, erstarrten beide zu Stein. Eine weitere lokale Überlieferung besagt, der höhere der beiden Türme sei die Kirche der Elfen, der kleinere ihre Bibliothek – umliegende Bauern sollen früher aus Respekt vor den Huldufólk, den „verborgenen Menschen“, weder Tiere weiden noch Heu in der Nähe schneiden lassen haben.

Schon das mittelalterliche Landnámabók aus dem 13. Jahrhundert erwähnt einen Troll, der auf den Felsen sitzt und mit den Füßen stampft, um Wellen zu erzeugen. Einer weiteren Sage nach soll der Dichter Kolbeinn Jöklaskáld an der Þúfubjarg-Klippe dem Teufel begegnet sein und ihn in einem Vers-Duell so geschickt überlistet haben, dass dieser sich zurück ins Meer zurückzog. Solche Trollsagen sind an Islands Küste keine Seltenheit – eine ganz ähnliche Geschichte erzählt man sich auch über die Felsnadeln Reynisdrangar an der Südküste, nur mit einem gestrandeten Schiff statt einer Kirche als Motiv.

Svalþúfa & die Þúfubjarg-Klippe

Wer noch etwas mehr Zeit hat, sollte den kurzen Umweg über den Hügel Svalþúfa einplanen. Von dort führt ein Pfad zur Klippe Þúfubjarg, die einen der schönsten Ausblicke der ganzen Gegend bietet – auf der einen Seite das offene Meer, auf der anderen die Felstürme von Lóndrangar. Die Steilküste hier ist außerdem ein guter Ort für Vogelbeobachtung: Tordalke und Dreizehenmöwen brüten in den Felsspalten, am aktivsten seht Ihr sie zwischen Mai und August.

Mit etwas Geduld und einem Fernglas lassen sich von den Aussichtspunkten aus auch vereinzelte Papageientaucher entdecken, auch wenn die großen Kolonien Islands eher an anderen Küstenabschnitten liegen. Haltet Euch an den markierten Wegen, da die Klippenkanten bei Nässe rutschig werden und die Brutplätze der Vögel ungestört bleiben sollten. Am Fuß der Felstürme werden gelegentlich auch Polarfüchse gesichtet, die durch das Lavagestein streifen – Sichtungen bleiben aber die Ausnahme, nicht die Regel.

Aussicht über die Küste bei Lóndrangar auf der Halbinsel Snaefellsnes, Island

Anfahrt & Wanderwege

Es gibt zwei Zugänge zu Lóndrangar, die viele Reiseführer nicht klar auseinanderhalten: Vom kleineren Parkplatz direkt bei Svalþúfa an der Straße 574 ist es nur ein kurzer, rund 1 km langer Rundweg bis zum Aussichtspunkt an den Felstürmen – die schnellste Variante, wenn Ihr nur kurz anhalten wollt. Wer stattdessen vom Malarrif-Besucherzentrum aus startet, läuft einen deutlich schöneren, aber längeren Küstenweg von etwa 2,3-2,6 km einfache Strecke, der auch am Klippenaussichtspunkt Þúfubjarg vorbeiführt. Beide Wege sind einfach zu gehen, ohne nennenswerte Steigungen, und über weite Strecken unbefestigt durch Lavafeld und Küstenvegetation.

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Aussichtspunkt bei den Lóndrangar Felstürmen auf der Halbinsel Snaefellsnes, Island

Fotografie-Tipps

Lóndrangar lässt sich am eindrucksvollsten mit etwas Abstand fotografieren, entweder vom Küstenweg ab Svalþúfa oder direkt vom Aussichtspunkt am kleinen Parkplatz – von hier stehen beide Türme klar getrennt vor dem Meer, statt ineinander zu verschwimmen. Bei bedecktem Himmel wirkt die schwarze Basaltstruktur besonders kontrastreich, an klaren Tagen lohnt sich dagegen die goldene Stunde kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht flach über das Lavafeld streift. Ein Teleobjektiv hilft, die Vögel an der Þúfubjarg-Klippe aus sicherem Abstand einzufangen, ohne die Brutplätze zu stören.

Kombination mit Djúpalónssandur und Malarrif

Lóndrangar liegt nur wenige Autominuten von Djúpalónssandur entfernt – beide Orte lassen sich gut in einem Ausflug verbinden. Die genaue Wegbeschreibung für die Kombination über das Malarrif-Besucherzentrum findet Ihr in unserem Djúpalónssandur-Guide. Wer zuerst hier ist, sollte anschließend auch beim Malarrif-Leuchtturm kurz haltmachen, bevor es weiter zum schwarzen Strand geht.

Praktische Tipps

  • Eintritt & Parken: kostenlos, wie im gesamten Snæfellsjökull-Nationalpark
  • Beste Zeit für Vogelbeobachtung: Mai bis August, wenn Tordalke und Dreizehenmöwen an der Þúfubjarg-Klippe brüten
  • Zeit einplanen: 30-60 Minuten für einen reinen Fotostopp an den Aussichtspunkten, gut 1-1,5 Stunden inklusive des längeren Küstenwegs ab Malarrif
  • Sicherheit: Die Felstürme selbst dürfen nicht bestiegen werden, an den Klippen bei Þúfubjarg ausreichend Abstand zur Kante halten

Häufige Fragen zu Lóndrangar

Wie hoch sind die Felstürme von Lóndrangar?

Der höhere Turm misst etwa 75 Meter, der kleinere rund 61 Meter.

Kostet der Besuch von Lóndrangar Eintritt?

Nein, der Besuch und das Parken sind kostenlos – Lóndrangar liegt im Snæfellsjökull-Nationalpark, der keinen Eintritt erhebt.

Wie weit ist der Weg zu Lóndrangar?

Vom Parkplatz bei Svalþúfa sind es nur rund 1 km Rundweg. Wer vom Malarrif-Besucherzentrum aus startet, läuft rund 2,3-2,6 km einfache Strecke über einen schöneren Küstenweg.

Kann man die Felstürme besteigen?

Nein, das Besteigen der Felstürme ist nicht erlaubt und aus Sicherheitsgründen auch nicht sinnvoll.

Was hat es mit der Trollsage von Lóndrangar auf sich?

Der Legende nach handelt es sich um zwei Trolle, die beim Versuch, ein Schiff an Land zu ziehen, vom Sonnenaufgang überrascht und zu Stein wurden.

Fazit

Lóndrangar ist einer dieser Orte auf Snaefellsnes, die man leicht auf der Durchfahrt verpasst, wenn man nicht gezielt danach sucht – dabei lohnt sich der kurze Stopp für die Felstürme selbst, die Aussicht von der Þúfubjarg-Klippe und die Vogelbeobachtung gleich mit. Kombiniert am besten mit Djúpalónssandur und dem Malarrif-Leuchtturm zu einem runden Nachmittag im südlichen Teil des Nationalparks.

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