Hochland

Island Hochland: Die schönsten Ziele & F-Roads (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 20. Juli 2026

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Was ist das isländische Hochland?

Das Hochland (isländisch: Hálendið) bedeckt den unbewohnten Inneren Teil Islands – ein Hochplateau auf 400 bis 800 Metern Höhe, geprägt von Vulkanen, Lavafeldern, Gletschern und weiten, kargen Sandebenen. Anders als die Ringstraße, die das Land küstennah umrundet, führen ins Hochland nur unbefestigte Pisten, die sogenannten F-Roads (das „F“ steht für „Fjallvegur“, Bergstraße). Diese sind ausschließlich mit zugelassenen Allradfahrzeugen befahrbar und oft nur für wenige Sommermonate geöffnet. Vulkanlandschaft im isländischen Hochland mit weiten, unbewohnten Flächen Wer einmal im Hochland unterwegs war, merkt schnell: Hier fühlt sich Island unberührter und ursprünglicher an als überall sonst im Land – dafür ist auch die Infrastruktur deutlich dünner, mit langen Strecken ohne Tankstellen, Handyempfang oder Hilfe in der Nähe.

Wann ist das Hochland geöffnet?

Die F-Roads öffnen jedes Jahr zu unterschiedlichen Zeitpunkten, abhängig von Schneeschmelze und Straßenzustand – ein festes Datum gibt es nicht. Als grober Richtwert für 2026:
  • Einfachere Pisten (z.B. F35 Kjölur): meist ab Ende Mai bis Anfang Juni
  • Beliebte Ziele (F208 Landmannalaugar, F249 Þórsmörk): meist Mitte bis Ende Juni
  • Abgelegene Innere-Hochland-Routen (F26 Sprengisandur, F88/F910 Askja): meist erst Anfang bis Mitte Juli
Die isländische Straßenverwaltung (Vegagerðin) gibt den genauen Öffnungstermin für jede Piste erst nach eigener Inspektion vor Ort bekannt. Prüft den aktuellen Status daher immer kurz vor der Fahrt direkt auf road.is bzw. umferdin.is. Meist schließt das Hochland bereits Mitte September wieder, wenn der erste Schnee fällt.

Anreise: F-Roads & Furten

Für alle F-Roads gilt: Nur mit einem zugelassenen Allradfahrzeug (4×4) befahrbar, normale Mietwagen und Zweiradantrieb sind versichert dafür nicht zugelassen. Viele Pisten führen zudem durch unüberbrückte Flüsse – das sogenannte Furten. Wer damit keine Erfahrung hat, sollte sich vorher gründlich informieren oder sich einer Gruppe anschließen. Details zu Schwierigkeitsgraden der einzelnen Pisten findet Ihr in unserem Hochlandpisten-Guide, die komplette Furten-Technik erklären wir Schritt für Schritt in unserem Flüsse-furten-Guide. [mietwagen_empfehlung]

Die schönsten Ziele im Hochland

Landmannalaugar

Hochlandstraße F208 nach Landmannalaugar im isländischen Hochland Das wohl bekannteste Hochlandziel Islands: ein Wunderland aus regenbogenfarbenen Rhyolithbergen, schwarzen Lavafeldern und natürlichen heißen Quellen, in denen Ihr nach einer Wanderung baden könnt. Ausgangspunkt des berühmten Laugavegur-Wanderwegs nach Þórsmörk. Erreichbar über die F208, die anspruchsvollste Anfahrt Islands. Alle Details in unserem Landmannalaugar-Guide.

Kerlingarfjöll & Hveradalir

Ein geothermisches Gebiet auf über 1.000 Metern Höhe, umgeben von orangefarbenen Rhyolithbergen und dampfenden Erdlöchern – eine der surrealsten Landschaften Islands. Über die vergleichsweise moderate F35 (Kjölur) erreichbar. Mehr dazu in unserem Kerlingarfjöll-Guide.

Laki-Krater

Eine 25 km lange, moosbewachsene Kraterreihe im Süden des Hochlands, Schauplatz eines der verheerendsten Vulkanausbrüche der Geschichte (1783–1784). Erreichbar über die F206/F207, auch mit einem Allrad-SUV machbar. Details in unserem Laki-Krater-Guide.

Þórsmörk

Ein grünes Tal zwischen drei Gletschern (Eyjafjallajökull, Mýrdalsjökull, Tindfjallajökull), das wegen des milden Mikroklimas deutlich bewachsener ist als der Rest des Hochlands. Erreichbar über die F249, die mehrere tiefe Furten erfordert – meist nur mit Super-Jeep-Tour oder speziell ausgestattetem Fahrzeug empfehlenswert. Endpunkt des Laugavegur-Wanderwegs und Ausgangspunkt für den Fimmvörðuháls-Wanderweg.

Askja & Víti-Krater

Eine der abgelegensten Attraktionen Islands: eine gewaltige Caldera mit dem türkisfarbenen Kratersee Víti, in dem Ihr sogar baden könnt (das Wasser ist geothermisch erwärmt, aber schwankend temperiert). Erreichbar über die F88, eine der anspruchsvollsten Pisten Islands mit mehreren Furten.

Sprengisandur (F26)

See Langisjór im isländischen Hochland, erreichbar über die F-Road F235 Die legendäre Route durch das Zentrum des Hochlands, zwischen Nord- und Südisland – eine weite, karge Sandwüste, die viele als das Herzstück des isländischen Hochlands bezeichnen. Keine eigenständige Attraktion, sondern eine Durchquerungsroute für alle, die genug Zeit und ein passendes Fahrzeug haben.

Wo übernachten im Hochland?

Das Hochland hat ein eigenes, kleineres Netz an Berghütten und Campingplätzen, betrieben unter anderem von Ferðafélag Íslands (dem isländischen Wanderverein). Bekannte Beispiele sind die Hütten in Landmannalaugar, entlang des Laugavegur und das Kerlingarfjöll Mountain Resort mit eigenen Highland Baths. Diese Unterkünfte sind stark limitiert und in der Hochsaison oft Monate im Voraus ausgebucht – bucht frühzeitig, wenn Ihr eine mehrtägige Hochlandtour plant. Alternativ lassen sich Unterkünfte am Rand des Hochlands (z.B. in Hella, Hvolsvöllur oder Húsafell) bequem über Booking.com vergleichen und buchen.

Ausrüstung & Sicherheit

  • Fahrzeug: Nur mit zugelassenem Allrad-4×4 unterwegs sein, Mietwagen-Versicherung für F-Roads vorher explizit prüfen.
  • Ausrüstung: Warme, wetterfeste Kleidung in Schichten, auch im Hochsommer kann es im Hochland empfindlich kalt werden.
  • Proviant & Sprit: Tankstellen und Verpflegung sind rar – volltanken und ausreichend Wasser/Essen mitnehmen, bevor Ihr ins Hochland fahrt.
  • Handyempfang: In weiten Teilen des Hochlands gibt es keinen Empfang – informiert vorher jemanden über Eure Route (z.B. über safetravel.is).
  • Wetter & Straßenzustand: Immer aktuell auf road.is und en.vedur.is prüfen, Bedingungen können sich sehr schnell ändern.
  • Alleine oder in Gruppe: Gerade bei anspruchsvolleren Furten empfiehlt es sich, nicht als einziges Fahrzeug unterwegs zu sein.

Häufige Fragen zum Island Hochland

Wann kann man das isländische Hochland besuchen?

Die meisten F-Roads sind nur von Ende Mai/Juni bis Mitte September geöffnet, abgelegenere Routen wie Askja oder Sprengisandur oft erst ab Anfang bis Mitte Juli. Den genauen Status jeder Piste gibt Vegagerðin erst nach eigener Inspektion auf road.is bekannt.

Braucht man für das Hochland zwingend einen Allradwagen?

Ja. F-Roads dürfen nur mit zugelassenen Allradfahrzeugen befahren werden, normale Mietwagen sind dafür weder versichert noch geeignet.

Was ist das bekannteste Ziel im Hochland?

Landmannalaugar gilt als das bekannteste und meistbesuchte Hochlandziel Islands, unter anderem als Ausgangspunkt des Laugavegur-Wanderwegs.

Ist das Hochland auch für Anfänger geeignet?

Einfachere Pisten wie die F35 (Kjölur) sind auch für weniger erfahrene Allrad-Fahrer machbar. Anspruchsvollere Routen mit tiefen Furten (z.B. F249 nach Þórsmörk oder F88 nach Askja) sind eher erfahrenen Fahrern oder geführten Touren vorbehalten.

Gibt es Handyempfang im Hochland?

In weiten Teilen nein. Plant entsprechend vor, informiert jemanden über Eure Route und prüft Wetter- und Straßenlage vor der Abfahrt.

Fazit

Das isländische Hochland ist nichts für einen spontanen Zwischenstopp – wer sich aber die Zeit nimmt, richtig vorbereitet und mit dem passenden Fahrzeug anreist, bekommt einige der eindrucksvollsten und ursprünglichsten Landschaften Islands zu sehen. Plant genug Zeitpuffer ein, prüft den Straßenzustand kurz vor der Fahrt und lasst Euch von den kurzen Öffnungsfenstern nicht abschrecken – dafür ist das Hochland umso lohnender.]]>

Wie gefällt dir der Beitrag?
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]