Hochland

Langisjór Island: Hochlandsee an der F235 & Sveinstindur (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 18. Aug. 2026

Zwischen Landmannalaugar und dem Vatnajökull liegt ein 20 Kilometer langer, tiefblauer See, an dem selbst im Hochsommer oft niemand steht: der Langisjór. Der Weg dorthin führt über die Piste F235 — und genau die sorgt dafür, dass es hier so ruhig bleibt.

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Was ist der Langisjór?

Der Langisjór ist ein schmaler Hochlandsee im Süden des isländischen Hochlands, rund 20 Kilometer lang, bis zu 2 Kilometer breit und etwa 26 Quadratkilometer groß. Er liegt auf rund 670 Metern Höhe und ist an der tiefsten Stelle etwa 74 bis 75 Meter tief. Sein Name heißt übersetzt schlicht „langer See“.

Was ihn so besonders macht, ist die Umgebung: Der See liegt eingebettet zwischen moosbewachsenen Rücken aus Palagonit, dahinter der Rand des Vatnajökull. Anders als bei den bekannten Hochlandzielen gibt es hier keine Hütten-Siedlung, keinen Kiosk und keine Busgruppen. Der Langisjór gehört inzwischen zum Vatnajökull-Nationalpark, der 2008 gegründet und später erweitert wurde.

Der Hochlandsee Langisjór mit moosbewachsenen Bergrücken im Vatnajökull-Nationalpark, Island

Anfahrt über die Hochlandpiste F235

Der Zugang führt über die F235 (Langisjávarvegur), die von der F208 abzweigt und auf rund 25 Kilometern bis ans Südende des Sees führt. Die F208 selbst erreicht Ihr entweder von Süden über die Ringstraße Richtung Eldgjá oder von Norden über Landmannalaugar — die Nordvariante hat deutlich mehr und größere Furten.

Wie schwierig die F235 ist, beurteilen Quellen unterschiedlich: Ein Pisten-Portal stuft sie als anspruchsvoll ein und empfiehlt sie nur für Allradfahrzeuge mit sehr hoher Bodenfreiheit, ein aktueller Reiseratgeber nennt sie dagegen „die unproblematischste Zufahrt“ mit nur kleinen Bachdurchfahrten. Beides passt zusammen, wenn man genau hinsieht: Die eigentliche F235 ist eine raue, aber fahrbare Schotterpiste — die ernsten Furten liegen auf der Zufahrt F208 davor. Heißt für die Planung: Ein normaler Allradmietwagen reicht für die F235, entscheidend ist, welche Variante der F208 Ihr fahrt.

Die Hochlandpiste F235 auf dem Weg zum Langisjór, Schotterpiste im isländischen Hochland

Wie überall im Hochland gilt: F-Roads sind nur mit Allrad erlaubt, Versicherungen greifen bei Wasserschäden nicht, und Furten fährt man nicht als einziges Fahrzeug bei Starkregen. Wie Ihr Furten richtig einschätzt, steht ausführlich im Artikel zum Flüsse furten in Island, die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Pisten im Überblick zu den Hochlandpisten und F-Roads.

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Wann ist die F235 offen?

In der Regel von Ende Juni bis Anfang September. Das genaue Öffnungsdatum hängt jedes Jahr von Schneelage und Wasserstand ab und wird von der isländischen Straßenbehörde festgelegt — manche Jahre öffnet die Piste erst Mitte Juli. Verbindlich ist immer nur der aktuelle Stand auf road.is; im September wird die Strecke schnell wieder unpassierbar.

Fahrt möglichst früh am Tag los: Vom Ring aus ist der Langisjór ein voller Tagesausflug, und Ihr wollt die Furten nicht am Abend fahren, wenn der Schmelzwasserstand nach einem warmen Tag am höchsten ist.

Sveinstindur: der Aussichtsberg über dem See

Direkt am Parkplatz beginnt der markierte Weg auf den Sveinstindur, mit 1.089 Metern der Hausberg des Sees. Die kurze Variante ist rund 4 bis 4,2 Kilometer hin und zurück und dauert etwa 2 bis 2,5 Stunden, eine längere Route braucht rund 3 Stunden. Der Anstieg ist steil, technisch aber unschwierig — gute Schuhe und Trittsicherheit reichen.

Zu den Höhenmetern gibt es widersprüchliche Angaben: Eine Quelle nennt 530 Meter, das passt aber nicht zur Rechnung. Der See liegt auf 670 Metern, der Gipfel auf 1.089 — macht gut 400 Höhenmeter ab Parkplatz. Plant also mit rund 400, nicht mit 530.

Oben habt Ihr einen 360-Grad-Blick: der Langisjór in seiner ganzen Länge, dahinter der Vatnajökull, bei klarer Sicht auch der Mýrdalsjökull und die Kraterreihe der Lakagígar. Wer nur einen Programmpunkt am See hat, sollte diesen nehmen — von unten wirkt der See lange nicht so eindrucksvoll wie von oben.

Blick über den 20 Kilometer langen Langisjór im isländischen Hochland

Übernachten und Infrastruktur

Am Südende des Sees gibt es einen einfachen Campingplatz mit Parkplatz, einer im Sommer besetzten Wärterhütte und zwei Spültoiletten. Das war es — keine Verpflegung, kein Strom, kein Handyempfang, auf den Ihr Euch verlassen solltet. Bringt alles mit, was Ihr braucht, inklusive Wasser und Reserve-Sprit.

Wer nicht zelten will, macht den Langisjór zum Tagesausflug von einer Unterkunft an der Südküste aus, etwa aus der Gegend um Kirkjubæjarklaustur oder Hella. Unterkünfte dort lassen sich über Booking.com vergleichen — im Hochland selbst gibt es keine buchbaren Hotels.

Lohnt sich der Abstecher?

Ja, wenn Ihr schon einmal im Hochland wart und die Ruhe sucht. Der Langisjór ist kein Ersatz für Landmannalaugar — dort gibt es die bunten Rhyolithberge, die heiße Quelle und ein ganzes Wandernetz. Der Langisjór bietet dafür etwas, das im isländischen Hochland selten geworden ist: einen großen Landschaftsraum fast ohne andere Menschen.

Als Halbtagesziel taugt er nicht, dafür ist die Anfahrt zu lang. Rechnet mit einem ganzen Tag, kombiniert ihn gern mit Eldgjá auf derselben F208 und plant den Sveinstindur als Herzstück ein. Weitere Ziele und Pistenempfehlungen findet Ihr im Überblick zum isländischen Hochland.

Häufige Fragen zum Langisjór

Braucht man für die F235 einen Geländewagen?

Ja. Alle F-Roads dürfen in Island nur mit Allradfahrzeug befahren werden. Für die F235 selbst reicht ein normaler Allradmietwagen, anspruchsvoller ist die Zufahrt über die F208.

Wann ist der Langisjór erreichbar?

Meist von Ende Juni bis Anfang September, je nach Schneelage teils erst ab Mitte Juli. Den aktuellen Status immer auf road.is prüfen.

Wie lang ist die Wanderung auf den Sveinstindur?

Rund 4 bis 4,2 Kilometer hin und zurück, etwa 2 bis 2,5 Stunden bei gut 400 Höhenmetern. Der Weg startet direkt am Parkplatz und ist markiert.

Gibt es am Langisjór einen Campingplatz?

Ja, am Südende des Sees, einfach ausgestattet mit Toiletten und im Sommer besetzter Wärterhütte. Verpflegung gibt es nicht.

Kann man im Langisjór baden?

Baden ist nicht verboten, das Wasser ist aber sehr kalt und der See tief — die meisten Besucher kommen zum Wandern und Fotografieren, nicht zum Schwimmen.

Fazit

Der Langisjór ist eines der Ziele, die man sich erarbeiten muss: ein Tag Fahrt, eine Furt oder mehrere, kein Komfort vor Ort. Dafür bekommt Ihr einen 20 Kilometer langen See zwischen grünen Bergrücken und vom Sveinstindur einen der besten Rundblicke des Hochlands — ohne Warteschlange am Aussichtspunkt.

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