Askja ist eine der eindrucksvollsten und zugleich abgelegensten Vulkanlandschaften im isländischen Hochland – eine riesige Caldera mit dem tiefsten See Islands und dem geothermal beheizten Kratersee Víti, in dem Besucher unter bestimmten Bedingungen sogar baden können. Hier ist alles, was Ihr für Anfahrt, Wanderung und Sicherheit wissen müsst.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Was ist Askja?
Askja ist eine Caldera (Einsturzkessel) im Zentralvulkan der Dyngjufjöll-Berge im nordöstlichen Hochland Islands, nördlich des Vatnajökull-Nationalparks. Der Kesselboden liegt auf etwa 1.100 Metern Höhe, die Ränder erreichen 1.300 bis 1.500 Meter. Entstanden ist die heutige Form größtenteils bei einem gewaltigen Ascheausbruch im Jahr 1875, als das Dach der darunterliegenden Magmakammer einstürzte. Die Asche vergiftete weite Teile der Ostfjorde und trug zur isländischen Auswanderungswelle nach Nordamerika bei. Der letzte Ausbruch fand 1961 statt und formte das Lavafeld Vikrahraun – Askja gilt weiterhin als aktiver Vulkan und wird von den Behörden laufend überwacht.
Wegen der kargen, mondähnlichen Landschaft trainierten hier in den 1960er-Jahren sogar amerikanische Apollo-Astronauten für ihre Mondlandungen.
Öskjuvatn und Víti: die zwei Kraterseen
Im Südostteil der Caldera liegt Öskjuvatn (Askja-See), mit einer Tiefe von rund 217 Metern der tiefste See Islands – entstanden, als das Dach der Magmakammer nach dem Ausbruch 1875 absackte. Das Wasser ist eiskalt und nicht zum Baden geeignet.
Direkt daneben liegt Víti, ein kleinerer Explosionskrater (Maar), der am Ende des Ausbruchs 1875 entstand. Anders als der große See ist Víti geothermisch gespeist: Die Wassertemperatur schwankt je nach Schneeschmelze zwischen etwa 20 und 27 Grad, in der Mitte ist der Kratersee mehr als 8 Meter tief.

Baden im Víti: Was Ihr wissen müsst
Anders als gelegentlich zu lesen ist, ist das Baden im Víti nicht generell verboten – der Vatnajökull-Nationalpark selbst bezeichnet Víti als beliebten Badeplatz. Wichtig ist aber: Der Abstiegspfad zum Wasser ist bei Nässe sehr rutschig, der Schlamm am Kratergrund kann besonders am Ostufer sehr heiß sein, und es besteht Steinschlaggefahr von den Kraterwänden. Nationalpark, Wetterdienst und Zivilschutz warnen ausdrücklich vor unüberlegtem Baden und langen Wanderungen um den Öskjuvatn. In der Hochsaison sind Ranger vor Ort, die je nach aktueller Lage über Baden und Wanderwege Auskunft geben – ihre Einschätzung solltet Ihr unbedingt einholen, bevor Ihr in den Kratersee steigt.
Anreise: F905, F910, F894 und F88 im Vergleich
Askja ist ausschließlich über Hochlandpisten erreichbar (Einordnung im Vergleich zu anderen Strecken in unserem F-Roads-Guide), ein normaler Mietwagen kommt hier nicht durch – ein 4×4-Fahrzeug ist Pflicht, und abseits der Piste zu fahren ist in Island illegal und wird mit hohen Bußgeldern geahndet.
Von Osten (F905 und F910): Die landschaftlich schönste, aber auch holprigere Route führt von der Ringstraße bei Möðrudalur über die F905 (Arnardalsleið) und die F910 (Austurleið) zum Hüttendorf Dreki. Die Furten auf dieser Route sind bei normalem Wasserstand überschaubar.
Von Norden (F88): Die F88 (Öskjuleið) ab der Ringstraße bei Mývatn ist auf trockenem Untergrund oft die einfachere Strecke, da sie flacher und weniger holprig ist als F905/F910. Die entscheidende Stelle ist die Furt am Fluss Lindaá – bei hohem Wasserstand kann sie deutlich anspruchsvoller sein als die Furten auf der Ostroute, bei niedrigem Wasserstand ist F88 dagegen meist unkomplizierter.
Letztes Stück zum Parkplatz (F894): Von Dreki führt die F894 (Öskjuvatnsvegur) weiter zum Wanderparkplatz Vikraborgir. Diese letzte Teilstrecke öffnet erfahrungsgemäß oft erst deutlich später im Sommer als F905/F910/F88 – auch wenn die Zufahrt nach Dreki also schon möglich ist, kann der letzte Abschnitt zu den Kraterseen noch gesperrt sein.
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Rechnet für die Rundfahrt zu Askja mit rund 5 bis 7 Stunden reiner Fahrzeit auf etwa 300 Kilometern Hochlandpisten, ab der Ringstraße sind es rund 3 Stunden Fahrzeit pro Strecke. Fahranfängern auf isländischen F-Roads empfehlen wir die Kombination F905/F910 – wer bereits Erfahrung mit Flussfurten hat, kommt über F88 oft schneller ans Ziel.
Wann ist Askja geöffnet? (Saison)
Die Straßen nach Askja sind nur im Sommer befahrbar, meist zwischen Mitte Juni und Anfang Oktober – ein festes Datum gibt es nicht, da jede F-Road erst nach einer Vor-Ort-Kontrolle durch die isländische Straßenbehörde Vegagerðin freigegeben wird. In den vergangenen Jahren öffneten F905 und F910 meist zwischen dem 11. und 25. Juni, F88 zwischen dem 14. und 25. Juni. Die letzte Teilstrecke F894 zum Wanderparkplatz kann dagegen deutlich später folgen, in manchen Jahren erst Ende Juli. Prüft den aktuellen Straßenstatus vor jeder Fahrt auf safetravel.is oder road.is und lasst Euch bei den Rangern in Dreki zusätzlich zur aktuellen Lage beraten.
Wanderung zum Víti-Kratersee
Vom Parkplatz Vikraborgir am Ende der F894 führt ein gut markierter Weg mit gelben Pfosten in etwa 30 bis 45 Minuten einfacher Strecke (rund 2,5 km) zum Rand des Víti-Kraters – ein leichter Spaziergang, der offiziell als einfache Wanderung eingestuft ist. Oben angekommen habt Ihr einen freien Blick auf beide Kraterseen nebeneinander, bevor Ihr Euch für den steilen Abstieg zum Wasser entscheidet.
Wer mehr Zeit hat, kann von Dreki aus zusätzlich durch die Schlucht Drekagil wandern (rund 2 Stunden, anspruchsvoller) oder die 3- bis 4-stündige Route zur Dyngjufjöll-Hütte angehen, die Teil eines längeren Hochland-Fernwanderwegs ist.

Camping & Übernachten bei Dreki
Direkt bei Askja gibt es weder Geschäfte noch eine Tankstelle – plant Proviant und ausreichend Sprit für die gesamte Strecke ein. Am Hüttendorf Dreki (Ende der F905/F910) betreibt der Tourenverein von Akureyri einen Zeltplatz mit Schlafplätzen für rund 55 Personen sowie sanitäre Anlagen mit Duschen im Sommer. Wer die Anfahrt lieber auf zwei Tage aufteilt, findet in Mývatn oder Egilsstaðir – beides gute Ausgangspunkte für die Fahrt nach Askja – deutlich mehr Auswahl an festen Unterkünften, die sich über Booking.com vergleichen lassen.
Sicherheit, Drohnen & Naturschutz
Askja ist aktives Vulkangebiet – informiert Euch vor der Fahrt über den aktuellen Unruhestatus und sprecht die Ranger in Dreki an. Bleibt auf den markierten Wegen: Das Moos und die vulkanische Bodenoberfläche erholen sich nach Beschädigung nur sehr langsam.
Drohnenflüge sind in Askja vollständig untersagt – anders als etwa am Laki-Krater, wo Ihr mit mündlicher Erlaubnis der Ranger fliegen dürft, gehört Askja zu den Zonen im Vatnajökull-Nationalpark mit komplettem Drohnenverbot. Alle Details zu den seit Mai 2026 verschärften Regeln findet Ihr in unserem Guide zum Drohnenfliegen in Island.
Was liegt in der Nähe?
- Herðubreið: markanter, flachgipfliger Tafelvulkan direkt an der F88, oft als „Königin der isländischen Berge“ bezeichnet
- Holuhraun: Lavafeld des großen Ausbruchs 2014/2015, erreichbar über die westliche F910
- Stuðlagil Canyon: beliebte Kombination mit Askja als Zweitagestour ab Egilsstaðir oder Mývatn
- Island Hochland Guide: Überblick über alle Hochlandziele und F-Roads
Praktische Infos zu Askja
- Anfahrt: Nur mit 4×4-Fahrzeug über F905/F910 (Osten) oder F88 (Norden), letztes Stück über F894
- Fahrzeit: Rundfahrt 5-7 Stunden auf ca. 300 km Hochlandpisten, ca. 3 Stunden je Strecke ab der Ringstraße
- Saison: Meist Mitte Juni bis Anfang Oktober, F894 zum Parkplatz oft erst später befahrbar – Status vorher auf safetravel.is/road.is prüfen
- Wanderung: Rund 30-45 Minuten einfache Strecke (2,5 km) vom Parkplatz Vikraborgir zum Víti-Kraterrand, leicht
- Baden: Im Víti-Kratersee bei ca. 20-27 Grad möglich, aber nur nach Rücksprache mit den Rangern vor Ort
- Eintritt: Kostenlos, Teil des Vatnajökull-Nationalparks
- Versorgung: Keine Geschäfte oder Tankstelle vor Ort, Proviant und Sprit vorher einplanen
Häufige Fragen zu Askja
Ist Askja mit einem normalen Mietwagen erreichbar?
Nein. Alle Zufahrten nach Askja (F905, F910, F88, F894) sind reine Hochlandpisten mit Flussfurten, für die ein 4×4-Fahrzeug zwingend erforderlich ist.
Darf man im Víti-Kratersee baden?
Grundsätzlich ja, Víti gilt als beliebter Badeplatz, offiziell verboten ist es nicht. Der Abstieg ist aber steil und rutschig, der Schlamm am Grund kann heiß sein, und es besteht Steinschlaggefahr – sprecht vor dem Baden unbedingt mit den Rangern vor Ort über die aktuelle Lage.
Wie lange dauert die Fahrt nach Askja?
Rechnet mit rund 3 Stunden Fahrzeit je Strecke ab der Ringstraße bzw. 5 bis 7 Stunden für die komplette Rundfahrt auf etwa 300 Kilometern Hochlandpisten.
Wann sind die Straßen nach Askja geöffnet?
In der Regel zwischen Mitte Juni und Anfang Oktober, wobei sich die genauen Termine jedes Jahr nach der Schneeschmelze richten. Die letzte Teilstrecke F894 zum Wanderparkplatz öffnet oft erst später als die Hauptzufahrten.
Darf man in Askja eine Drohne fliegen?
Nein, Drohnenflüge sind in Askja vollständig verboten – anders als in vielen anderen Teilen des Vatnajökull-Nationalparks gibt es hier keine Möglichkeit, vor Ort eine Erlaubnis der Ranger einzuholen.
Fazit
Askja gehört zu den aufwendigsten, aber auch lohnendsten Zielen im isländischen Hochland: eine Tagesreise allein für die Anfahrt, belohnt mit einer der surrealsten Landschaften des Landes und der Chance, in einem echten Vulkankrater zu baden. Plant genug Zeit, ein passendes Fahrzeug und prüft den Straßenstatus – dann steht dem Ausflug nichts im Weg.
