Hochland

Hochlandpisten Island: F-Roads im Überblick & Schwierigkeit (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 17. Juli 2026

Islands Hochland ist über ein Netz von F-Roads erschlossen – unbefestigten Pisten, die nur mit zugelassenen Allradfahrzeugen befahren werden dürfen. Aber nicht jede F-Road ist gleich: Manche sind auch mit einem einfachen SUV problemlos machbar, andere nur mit einem echten Geländewagen und viel Erfahrung. Hier bekommt Ihr den Überblick über die wichtigsten Hochlandpisten, ihre Schwierigkeit und welche davon Ihr mit welchem Fahrzeug realistisch fahren könnt.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Die allgemeinen Regeln fürs Fahren auf F-Roads (Tempolimits, Vorschriften, Straßenverhältnisse) findet Ihr in unserem Guide zum Autofahren in Island, die komplette Technik zum sicheren Furten von Flüssen in unserem Furten-Guide. Hier geht es um die Frage: Welche Piste führt wohin, und wie schwierig ist sie wirklich?

Die wichtigsten Hochlandpisten im Überblick

Piste Ziel Furten Schwierigkeit Fahrzeug
F35 (Kjölur) Kerlingarfjöll, Nord-Süd-Route Keine Einfach SUV reicht
Pakgil Schlucht & Campingplatz bei Vík Keine Einfach SUV reicht
F208 (nördlich) Landmannalaugar von Norden Wenige Mittel SUV mit Erfahrung
F235 Langisjór-See (Stichstraße ab südlicher F208) Mehrere Mittel SUV mit Erfahrung
F208 (südlich) Landmannalaugar von Süden Mehrere, teils tief Anspruchsvoll SUV mit Erfahrung
F206/F207 Laki-Krater Mehrere Anspruchsvoll SUV mit Erfahrung
F905/F910 Askja-Krater Mehrere Anspruchsvoll SUV mit Erfahrung, nur offizielle Route
F26 (Sprengisandur) Nord-Süd-Route durchs Hochlandinnere Eine größere Furt Schwer Erfahrener Fahrer nötig

Schwierigkeitseinschätzung als grobe Orientierung, Stand 2026 – die tatsächliche Schwierigkeit hängt stark von Wetter, Schneeschmelze und Wasserständen ab und kann sich innerhalb weniger Tage ändern.

Die Pisten im Detail

F35 (Kjölur) – die einsteigerfreundlichste Nord-Süd-Route

Die F35 verbindet Blönduós im Norden mit dem Gullfoss-Wasserfall am Golden Circle im Süden und ist die deutlich einfachere der beiden Nord-Süd-Verbindungen durchs Hochland – vor allem, weil sie ohne Flussfurten auskommt. Sie führt am Geothermalgebiet Kerlingarfjöll vorbei, dem lohnendsten Zwischenstopp auf der Strecke. Alle Details zur Anfahrt in unserem Kerlingarfjöll-Guide.

Pakgil – der einfache Einstieg bei Vík

Eine kurze, rund 15 km lange Piste nahe Vík, die zu einer idyllischen Schlucht mit Campingplatz führt – landschaftlich lohnend und ohne Furten, damit ein guter erster Kontakt mit einer echten F-Road, ohne Euch gleich zu überfordern.

Pakgil Schlucht im Hochland nahe Vík, erreichbar über eine einfache Hochlandpiste

F208 – Landmannalaugar von Norden oder Süden

Die nördliche F208 ist deutlich einfacher zu fahren, dafür landschaftlich weniger spektakulär als die südliche Route. Die südliche F208 gilt als eine der schönsten, aber auch anspruchsvollsten Straßen Islands – mit mehreren Furten, darunter eine besonders tiefe kurz vor dem offiziellen Parkplatz in Landmannalaugar. Alle Details zur Anfahrt, Wanderungen und den Hot Pots vor Ort in unserem Landmannalaugar-Guide.

F235 – Abstecher zum Langisjór-See

Eine mittelschwere Stichstraße, die von der südlichen F208 abzweigt und zum abgelegenen Langisjór-See führt – mehrere Furten, dafür ein Panorama, für das sich der Umweg lohnt. Ein echter Geheimtipp, an dem Ihr oft komplett allein seid.

Hochlandpiste F235 im isländischen Hochland zum Langisjór-See

F206/F207 – die Kraterreihe des Laki

Rund 50 km unbefestigte Piste mit mehreren Furten, die zur eindrucksvollen, 25 km langen Kraterreihe des Laki führt – als Einbahn-Rundweg angelegt, Hinfahrt über die F206, Rückfahrt über die F207. Alle Details in unserem Laki-Krater-Guide.

F905/F910 – zum Askja-Krater

Eine anspruchsvolle Strecke im Nordosten des Hochlands mit mehreren Furten, die zur Vulkancaldera Askja mit ihrem türkisfarbenen Kratersee führt. Wichtig: Bleibt unbedingt auf den offiziellen F-Straßen – alle anderen Zufahrten in dem Gebiet sind für normale SUVs nicht geeignet und teils gefährlich. Beachtet außerdem, dass für die Region um Askja seit Mai 2026 auch beim Drohnenfliegen besondere Regeln gelten, mehr dazu in unserem Drohnen-Guide.

Hochlandpiste im Gebiet um Askja, F905/F910 im isländischen Hochland

F26 (Sprengisandur) – die längste und anspruchsvollste Nord-Süd-Route

Die längste F-Road Islands führt durch eine nahezu vegetationslose Steinwüste mitten durchs Hochlandinnere und gilt als deutlich schwerer zu fahren als die F35 – vor allem wegen einer größeren Furt in der Streckenmitte. Landschaftlich ist sie nüchterner als die meisten anderen Hochlandpisten, dafür ein echtes Abenteuer für erfahrene Fahrer.

Wann sind die Hochlandpisten befahrbar?

Alle F-Roads sind nur in den Sommermonaten geöffnet, die genauen Termine legt die isländische Straßenbehörde (Vegagerðin) erst nach einer Vor-Ort-Prüfung fest:

  • F35 (Kjölur): meist Ende Mai bis Anfang Juni
  • F208 (Landmannalaugar): meist Mitte bis Ende Juni
  • F206/F207 (Laki): meist Ende Juni bis Anfang Juli
  • F26 (Sprengisandur) und F905/F910 (Askja): oft erst Anfang Juli, manchmal später

Alle Pisten schließen in der Regel bereits Anfang bis Mitte September wieder. Prüft den tagesaktuellen Status immer direkt vor der Fahrt auf umferdin.is oder road.is – die Vegagerðin öffnet Pisten offiziell erst nach persönlicher Prüfung vor Ort, ein früher Kalendereintrag ist keine Garantie.

Welches Fahrzeug für welche Piste?

Mit einem einfachen Allrad-SUV wie einem Dacia Duster oder Suzuki Jimny kommt Ihr auf der F35, Pakgil und mit etwas Erfahrung auch auf F208, F206/F207 und F235 durch. Für die anspruchsvolleren Furten auf F26 oder F905/F910 sowie bei unsicheren Wasserständen ist ein echter Geländewagen mit höherer Wattiefe die sicherere Wahl. Alle Details zur Fahrzeugwahl in unserem Mietwagen-Guide, alles zur sicheren Furt-Technik in unserem Furten-Guide.

Praktische Tipps für Hochlandpisten

  • Vollgetankt starten: Auf F-Roads gibt es keine Tankstellen
  • Offline-Karten laden: Im Hochland gibt es oft keinen Handyempfang
  • Reiseplan hinterlassen: Bei safetravel.is eine Route registrieren, falls Ihr allein unterwegs seid
  • Proviant und Wasser mitnehmen: Keine Versorgung unterwegs
  • Nicht allein auf die schwierigsten Pisten: Auf F26 oder F905/F910 ist es beruhigend, wenn zeitnah ein weiteres Fahrzeug unterwegs ist
  • Zwei Nord-Süd-Routen, aber kein Zeitgewinn: F26 und F35 sind keine Abkürzung gegenüber der Ringstraße, sondern ein Abenteuer für sich – plant entsprechend Zeit ein

Häufige Fragen zu Islands Hochlandpisten

Welche F-Road ist die einfachste für Einsteiger?

Die F35 (Kjölur) – keine Furten und eine gut befahrbare Piste, die am Geothermalgebiet Kerlingarfjöll vorbeiführt. Auch Pakgil bei Vík eignet sich gut als erster Kontakt mit einer F-Road.

Welche Hochlandpiste ist am schwierigsten?

Die F26 (Sprengisandur) gilt als anspruchsvollste der beiden Nord-Süd-Routen, vor allem wegen einer größeren Furt in der Streckenmitte. F905/F910 zum Askja-Krater und die südliche F208 sind ebenfalls anspruchsvoll.

Reicht ein normaler Mietwagen für Hochlandpisten?

Nein – F-Roads dürfen ausschließlich mit als Allradfahrzeug zugelassenen Autos befahren werden. Ein einfacher SUV wie der Dacia Duster reicht für die meisten Pisten, für die anspruchsvollsten Furten ist ein echter Geländewagen sicherer.

Wann öffnen die Hochlandpisten in Island?

Je nach Piste zwischen Ende Mai (F35) und Anfang Juli (F26, Askja) – abhängig von der Schneeschmelze. Die Vegagerðin legt den genauen Termin erst nach einer Vor-Ort-Prüfung fest, den aktuellen Status gibt es auf umferdin.is.

Sind F26 und F35 eine Abkürzung durchs Hochland?

Nein – beide Routen sind langsamer als die Ringstraße. Sie lohnen sich als eigenes Abenteuer, nicht als schnellerer Weg von Nord- nach Südisland.

Fazit

Nicht jede Hochlandpiste ist gleich anspruchsvoll: Wer vorsichtig anfangen möchte, ist mit der F35 oder Pakgil gut bedient, wer mehr Erfahrung mitbringt, findet auf F208, F206/F207, F235, F905/F910 und der F26 Islands eindrucksvollste und einsamste Landschaften. Wichtiger als die Wahl der Piste ist am Ende immer: aktuellen Straßenstatus prüfen, das richtige Fahrzeug wählen und im Zweifel lieber umkehren als eine Furt zu riskieren.

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