Der Fimmvörðuháls gehört zu den bekanntesten Trekkingrouten Islands – ein rund 27 km langer Pass zwischen den Gletschern Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull, vom Skógafoss bis nach Þórsmörk. Wir sind auf unserer vierwöchigen Islandreise im Juni die ersten Kilometer ab Skógafoss gelaufen und dann umgekehrt – hier bekommt Ihr unsere eigenen Eindrücke vom Einstieg kombiniert mit einer ausführlichen Recherche zur kompletten Route für alle, die den ganzen Weg planen.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Was ist der Fimmvörðuháls?
Der Fimmvörðuháls („Pass der fünf Steinhaufen“) ist ein Hochgebirgspass im isländischen Süden, der die beiden Gletscher Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull voneinander trennt. Die Route verbindet den Wasserfall Skógafoss an der Ringstraße mit dem grünen Tal Þórsmörk und gilt als eine der landschaftlich abwechslungsreichsten Wanderungen Islands: Wasserfälle, Lavafelder, Gletscherausblicke und frisches Vulkangestein wechseln sich auf kurzer Strecke ab.
Geologisch ist der Pass jüngeren Datums bekannt geworden: Am 20. März 2010 begann hier ein Vulkanausbruch – der Auftakt zur deutlich größeren Eruption des benachbarten Eyjafjallajökull im April 2010, die damals den europäischen Flugverkehr wochenlang lahmlegte. Die frischen Lavafelder direkt am Wanderweg stammen aus genau diesem Ausbruch.

Die Route im Überblick
- Länge: ca. 27 km (Skógafoss bis Þórsmörk/Húsadalur)
- Höhenmeter: ca. 1.300 Hm im Aufstieg, der höchste Punkt liegt bei knapp 1.000 m über dem Start- und Zielpunkt
- Dauer: meist als 2-Tages-Tour mit Hüttenübernachtung geplant, sportliche Wanderer schaffen die Strecke auch an einem sehr langen Tag
- Start: Aussichtsplattform oberhalb des Skógafoss
- Ziel: Þórsmörk (Básar oder Húsadalur, je nach gewählter Variante)
Start: der Aufstieg ab Skógafoss
Von der Aussichtsplattform oberhalb des Skógafoss führt der Weg zunächst am Fluss Skógá entlang – auf diesem ersten Abschnitt kommt Ihr an mehr als 25 kleineren Wasserfällen vorbei, von denen die meisten nicht einmal einen Namen haben. Wir sind genau dieses erste Stück gelaufen, bevor wir wieder umgekehrt sind, und waren überrascht, wie schnell der Trubel des Parkplatzes hinter uns verschwand. Schon nach wenigen hundert Metern hatten wir einzelne Wasserfälle fast für uns allein – ein deutlicher Kontrast zum belebten Skógafoss selbst.

Wer nicht die komplette Route wandern will, kann es genau wie wir machen: ein Stück den Fluss entlanglaufen, die kleineren Wasserfälle genießen und dann zum Parkplatz zurückkehren. Für diesen Abschnitt allein solltet Ihr je nach gewählter Distanz 1 bis 3 Stunden zusätzlich zum Skógafoss-Besuch einplanen.
Die Passhöhe: zwischen den Gletschern
Wer weiterwandert, erreicht nach einigen Stunden das karge Hochland zwischen den beiden Gletschern – hier kann es auch im Hochsommer schneien, und Nebel schränkt die Sicht häufig stark ein. In diesem Abschnitt liegen auch die frischen Lavafelder des Ausbruchs von 2010, streckenweise noch warm vom Untergrund.
An einer Weggabelung müsst Ihr Euch für eine von zwei Hütten entscheiden:
- Baldvinsskáli – Hütte des Ferðafélag Íslands (isländischer Wanderverein) direkt am Pass, 16 Schlafplätze, muss online vorgebucht werden.
- Fimmvörðuskáli – private Alternative des Betreibers Útivist, liegt nur wenig abseits der Hauptroute, ebenfalls Vorausbuchung nötig.
Beide Hütten sind einfach ausgestattet und bieten keine Vollverpflegung – Schlafsack und eigene Verpflegung sind Pflicht. Rechnet mit begrenzter Bettenzahl, die in der Hochsaison schnell ausgebucht ist – unbedingt Monate im Voraus buchen.
Abstieg nach Þórsmörk
Auf der Nordseite des Passes führt der Weg hinunter ins grüne Tal Þórsmörk, umgeben von schroffen Bergen und drei Gletschern gleichzeitig – ein auffälliger landschaftlicher Kontrast zum kargen Hochland kurz zuvor. Þórsmörk ist selbst nur mit einem echten Geländewagen über Flussfurten erreichbar oder eben zu Fuß – die meisten Tagestouristen kommen mit dem Bus über die F249. Von hier lässt sich der Trek mit dem berühmten Laugavegur nach Landmannalaugar verlängern, zusammen ergibt das eine der bekanntesten Mehrtagestouren Islands.
Wie schwierig ist der Fimmvörðuháls?
Der Fimmvörðuháls gilt als anspruchsvolle Tageswanderung bzw. Zwei-Tages-Tour – konditionell fordernd durch die vielen Höhenmeter, technisch aber überwiegend unproblematisch. Herausfordernd ist vor allem das Wetter: Auf der Passhöhe zwischen den Gletschern kann es jederzeit zu Nebel, Wind, Regen oder sogar Schnee kommen, auch mitten im Sommer. Festes Schuhwerk, Trekkingstöcke und wetterfeste Kleidung sind Pflicht, ebenso ausreichend Zeitpuffer, falls sich das Wetter verschlechtert.
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Beste Reisezeit
Die Hauptsaison für den kompletten Trek läuft von Ende Juni bis Anfang September, wenn der meiste Schnee auf der Passhöhe geschmolzen ist. Außerhalb dieser Zeit ist die Route deutlich anspruchsvoller und teils nicht sicher begehbar. Der erste Abschnitt ab Skógafoss, den auch wir gelaufen sind, lässt sich dagegen über eine längere Saison gefahrlos erkunden, da er tiefer liegt und weniger wettergefährdet ist.
Praktische Infos zum Fimmvörðuháls
- Start: Parkplatz Skógafoss, Aufstieg über die Treppe zur Aussichtsplattform
- Ziel: Þórsmörk (Básar oder Húsadalur)
- Länge/Höhenmeter: ca. 27 km, ca. 1.300 Hm im Aufstieg
- Dauer: meist 2 Tage mit Hüttenübernachtung
- Hütten: Baldvinsskáli oder Fimmvörðuskáli, beide Vorausbuchung nötig
- Beste Reisezeit: Ende Juni bis Anfang September
- Rückweg: ab Þórsmörk mit dem Bus zurück nach Reykjavík oder zum Ausgangspunkt, da die Route nicht als Rundweg angelegt ist
Was liegt in der Nähe?
- Skógafoss: der Startpunkt der Wanderung, einer der bekanntesten Wasserfälle Islands.
- Landmannalaugar: Ziel des anschließenden Laugavegur-Treks ab Þórsmörk.
- Südisland Guide: alle weiteren Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße.

Häufige Fragen zum Fimmvörðuháls
Wie lang ist die Fimmvörðuháls-Wanderung?
Rund 27 km von Skógafoss bis Þórsmörk, mit etwa 1.300 Höhenmetern im Aufstieg. Die meisten planen dafür 2 Tage mit einer Hüttenübernachtung ein.
Muss man auf dem Fimmvörðuháls übernachten?
Nicht zwingend – sehr fitte Wanderer schaffen die Strecke an einem langen Tag. Für die meisten ist eine Übernachtung in einer der beiden Hütten (Baldvinsskáli oder Fimmvörðuskáli) aber die entspanntere und sicherere Option.
Kann man nur ein Stück des Fimmvörðuháls laufen?
Ja, und das empfehlen wir aus eigener Erfahrung sogar: Der erste Abschnitt ab Skógafoss entlang des Flusses Skógá mit seinen vielen kleinen Wasserfällen lässt sich gut als Tagesausflug ohne Übernachtung laufen, bevor man wieder umkehrt.
Ist der Fimmvörðuháls für Anfänger geeignet?
Bedingt – konditionell ist die Tour anspruchsvoll, technisch aber machbar. Entscheidend ist gute Ausrüstung und ein wachsames Auge aufs Wetter, das auf der Passhöhe schnell umschlagen kann.
Wie kommt man von Þórsmörk wieder zurück?
Mit dem Bus – mehrere Anbieter fahren die Strecke zwischen Þórsmörk und Reykjavík bzw. zurück zum Ausgangspunkt bei Skógar. Die Route ist kein Rundweg, plant die Rückfahrt daher vorab ein.
Fazit
Der Fimmvörðuháls ist eine der eindrucksvollsten Wanderungen Islands – und das muss nicht gleich eine komplette Zwei-Tages-Tour bedeuten. Schon die ersten Kilometer ab Skógafoss zeigen, warum die Route so beliebt ist: kleine Wasserfälle, schnelle Ruhe abseits des Parkplatz-Trubels und der Blick auf die Landschaft, die kurz darauf ins Hochland zwischen zwei Gletschern übergeht.