Reiseplanung & Praktisches

Snaefellsnes Route: Die perfekte 1-2 Tage Rundreise (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 27. Aug. 2026

Wer die Halbinsel Snaefellsnes nur als Stichwort auf einer Island-Karte kennt, unterschätzt sie meistens: Auf gut 90 Kilometern Länge vereint sie Vulkankrater, Lavaküste, ein Gletscher-Wahrzeichen und Fischerdörfer mit bunten Häusern – deshalb wird sie oft „Island im Miniaturformat“ genannt. Die Frage, die uns am häufigsten erreicht, ist nicht ob sich ein Abstecher lohnt, sondern wie man die Highlights sinnvoll in 1 oder 2 Tagen aneinanderreiht, ohne halb Snaefellsnes wieder zurückzufahren. Wir sind diese Route selbst gefahren – bei kräftigem, aber trockenem Wind an der Küste und mit kaum anderen Reisenden unterwegs. Genau diese Route liefern wir hier – Tag für Tag, mit Alternative für alle, die nur einen Tag Zeit haben, ergänzt um Eindrücke von unserem eigenen Besuch.

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Snaefellsnes Route – Kurzübersicht

Für alle, die schnell einen Überblick wollen:

  • 1 Tag (Südküste-Fokus): Búðakirkja → Ytri Tunga → Raudfeldsgjá → Arnarstapi & Hellnar → Lóndrangar → Malarrif-Leuchtturm → Djúpalónssandur → Saxhóll-Krater → Rückfahrt
  • 2 Tage (komplette Umrundung): Tag 1 wie oben plus Übernachtung im Norden der Halbinsel, Tag 2: Kirkjufell & Kirkjufellsfoss → Berserkjahraun → Grundarfjörður → Stykkishólmur → Rückweg über die Straße 54

1 Tag oder 2 Tage: Was passt zu Euch?

Mit einem Tag deckt Ihr den südlichen Nationalpark-Teil rund um Arnarstapi, Lóndrangar und Djúpalónssandur gut ab und kehrt am Abend nach Reykjavík oder zur nächsten Station Eurer Reise zurück – machbar, aber ohne viel Puffer für Fotostopps oder schlechtes Wetter. Mit 2 Tagen kommt der komplette Norden der Halbinsel inklusive Kirkjufell und Stykkishólmur dazu, und Ihr müsst nicht am selben Tag wieder zurück nach Reykjavík. Unser Snaefellsnes-Guide mit allen Highlights der Halbinsel im Überblick liefert dazu die Hintergrundinfos zu jedem einzelnen Stopp.

Anfahrt & beste Reiserichtung

Ab Reykjavík erreicht Ihr die Halbinsel über die Ringstraße und die Straße 54 in rund 2 bis 2,5 Stunden (ca. 170-200 km je nach Zielpunkt). Wir empfehlen, die Route gegen den Uhrzeigersinn zu fahren – also zuerst über die Südseite zum Nationalpark, dann über den Westzipfel zur Nordküste. So habt Ihr die Sonne auf der Rückfahrt am Nachmittag meist im Rücken statt in den Augen, und die Highlights im Nationalpark-Bereich (die dichteste Konzentration an Stopps) liegen direkt am Anfang der Route, wenn Ihr noch am meisten Zeit und Energie habt.

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Schwarzer Strand Djúpalónssandur mit Hebesteinen, Stopp auf der Snaefellsnes Route

Snaefellsnes Route – Tag für Tag

Tag 1 | Südküste: Arnarstapi, Lóndrangar & Djúpalónssandur

ca. 190 km ab Reykjavík · 2,5 Stunden Fahrzeit bis zum ersten Stopp

Von Reykjavík aus führt die Straße 54 an der Südküste der Halbinsel entlang. Erster lohnender Zwischenstopp ist die kleine schwarze Búðakirkja. Kurz danach lohnt sich ein Abstecher zum Strand Ytri Tunga (ca. 140 km bzw. gut 2 Stunden ab Reykjavík): Bei Ebbe liegen hier oft Seehunde und Kegelrobben auf den Felsen nahe am Ufer, am besten zu beobachten zwischen Mai und Juli – haltet mindestens 50 Meter Abstand zu den Tieren. Ein weiterer kurzer Umweg führt zur Raudfeldsgjá-Schlucht, einem schmalen Spalt in der Bergwand mit einem kleinen Wasserfall am Ende – der letzte Abschnitt verlangt etwas Kletterei entlang von Ketten und eine Bachdurchquerung, wasserfeste Schuhe einpacken. Danach geht es weiter nach Arnarstapi. Von dort führt ein leichter Küstenwanderweg nach Hellnar – vorbei am Steinbogen Gatklettur und dramatischen Basaltklippen. Weiter geht es zu den Felstürmen Lóndrangar, zwei freistehenden Basaltsäulen (75 m und 61 m hoch) im Snæfellsjökull-Nationalpark. Nur wenige Autominuten weiter liegt das Besucherzentrum am Malarrif mit dem 20,2 Meter hohen Leuchtturm Malarrifsviti (erbaut 1917, in heutiger Form seit 1946) – ein guter Ort für eine kurze Pause, das Zentrum ist tagsüber geöffnet (ca. 10:30-16:30 Uhr, je nach Saison). Von dort sind es nur wenige Minuten zum schwarzen Strand Djúpalónssandur mit seinen historischen Hebesteinen und den Resten eines 1948 gestrandeten Trawlers.

Wir waren selbst dort: kräftiger Wind, aber trocken – an der exponierten Küste fühlte sich die Luft trotzdem deutlich kälter an als im Landesinneren, eine warme Jacke war Pflicht. Wir sind am Strand über die schwarzen Felsen geklettert und haben uns anschließend von Lóndrangar aus in Ruhe die Aussicht auf die Felstürme und den Atlantik angeschaut – an einem windigen Tag abseits der Hauptsaison war kaum jemand sonst dort unterwegs.

Wer noch Zeit hat, ergänzt einen kurzen Abstecher zum Saxhóll-Krater, auf dessen Rand eine Metalltreppe in wenigen Minuten hinaufführt.

TippLóndrangar und Djúpalónssandur liegen nur wenige Autominuten auseinander und lassen sich gut in einem Rutsch besuchen – plant für beide zusammen rund 1,5 bis 2 Stunden ein.

Landschaft rund um Djúpalónssandur auf der Halbinsel Snaefellsnes, Island

Fußweg zum Djúpalónssandur Strand, Snaefellsnes Island

Aussicht auf die Basaltfelsen Lóndrangar von der Küste aus, Snaefellsnes Island

Tag 2 | Nordküste: Kirkjufell, Grundarfjörður & Stykkishólmur

ca. 70 km zwischen den Stopps · 1,5 Stunden reine Fahrzeit

Wer nur einen Tag Zeit hat, dreht an dieser Stelle um. Mit einem zweiten Tag geht es weiter über die Nordseite der Halbinsel zum Kirkjufell – dem wohl meistfotografierten Berg Islands, direkt neben dem kleinen Wasserfall Kirkjufellsfoss und nur rund 2 km von Grundarfjörður entfernt. Auch hier waren wir 2021 selbst – allerdings nur am Parkplatz und dem kurzen Aussichtspunkt an der Brücke, nicht auf dem Rundweg um den Berg, dazu reicht für das klassische Postkartenfoto aber völlig aus. Auf dem Weg nach Stykkishólmur lohnt sich ein kurzer Stopp am Berserkjahraun, einem moosbedeckten, mystisch wirkenden Lavafeld direkt an der Straße – ein ruhiger Ort für einen kurzen Spaziergang abseits der Hauptstopps. Von dort ist es nicht weit nach Stykkishólmur, dem größten Ort der Halbinsel mit bunten alten Häusern und einem Leuchtturm auf der kleinen Insel Súgandisey, der einen der schönsten Ausblicke über den Breiðafjörður bietet. Für die Rückfahrt nach Reykjavík nehmt Ihr wieder die Straße 54 – rund 2 bis 2,5 Stunden ab Stykkishólmur.

Die Felstürme von Lóndrangar aus der Nähe, Zwischenstopp auf der Snaefellsnes Route

Wo übernachten zwischen Tag 1 und Tag 2?

Für die 2-Tages-Variante bieten sich Stykkishólmur, Ólafsvík oder Arnarstapi als Übernachtungsort an – von allen dreien aus seid Ihr am zweiten Tag schnell wieder unterwegs. Die Auswahl an Unterkünften auf der Halbinsel ist überschaubarer als etwa am Golden Circle, in der Hochsaison (Juni bis August) lohnt sich frühzeitiges Buchen über Booking.com.

Was diese Route bewusst auslässt

Diese Route konzentriert sich auf die Stopps, die auch bei nur 1-2 Tagen realistisch machbar sind. Bewusst ausgelassen: eine geführte Gletschertour auf den Snæfellsjökull selbst (braucht einen eigenen halben Tag plus Guide und 4×4), die Vatnshellir-Höhlentour (lohnt sich nur mit Zeitpuffer für die feste Tourzeit) und das Bjarnarhöfn Hai-Museum im Norden. Wer für diese drei Extras noch Zeit hat, verlängert am besten auf 3 Tage – alle Details dazu stehen in unserem Snaefellsnes-Guide.

Praktische Tipps für die Snaefellsnes Route

  • Fahrzeug: Die Hauptstraßen 54 und 574 sind fast vollständig asphaltiert, ein normaler Mietwagen reicht für die komplette Route. Nur für eine Gletschertour selbst braucht Ihr 4×4 und Guide.
  • Tankstellen: Auf der Halbinsel gibt es nicht viele, besonders im Norden – tankt auf, sobald Ihr eine seht.
  • Handyempfang: Meist gut mit LTE über die gesamte Route.
  • Beste Reisezeit: Ganzjährig befahrbar, für die Küstenwege und Fotostopps eignen sich die längeren Tageslichtstunden von Mai bis September am besten.
  • Parken: An den meisten Stopps im Nationalpark-Bereich kostenlos, an einzelnen Punkten (z.B. Kirkjufell in der Hochsaison) kann eine kleine Parkgebühr anfallen.
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Häufige Fragen zur Snaefellsnes Route

Reicht 1 Tag für die Snaefellsnes Route?

Für die Südseite mit Arnarstapi, Lóndrangar und Djúpalónssandur reicht 1 Tag gut aus. Für die komplette Umrundung inklusive Kirkjufell und Stykkishólmur solltet Ihr 2 Tage einplanen.

Wie weit ist die Snaefellsnes Route ab Reykjavík?

Der erste Stopp auf der Halbinsel liegt rund 170-200 km bzw. 2-2,5 Stunden Fahrzeit von Reykjavík entfernt, je nachdem ob Ihr zuerst die Süd- oder die Nordseite ansteuert.

Braucht man für die Snaefellsnes Route einen 4×4?

Nein, die Hauptstraßen 54 und 574 sind fast vollständig asphaltiert. Nur für eine Tour auf den Gletscher Snæfellsjökull selbst braucht Ihr einen 4×4 mit Guide.

In welche Richtung sollte man die Halbinsel umrunden?

Wir empfehlen gegen den Uhrzeigersinn, also zuerst die Südseite mit dem Nationalpark-Bereich, dann die Nordseite mit Kirkjufell. So liegen die dichtesten Stopps am Anfang der Route.

Wo übernachtet man am besten auf halber Strecke?

Stykkishólmur, Ólafsvík oder Arnarstapi eignen sich gut als Übernachtungsort zwischen Tag 1 und Tag 2 – von allen dreien seid Ihr schnell wieder auf der Route.

Fazit

Die Halbinsel Snaefellsnes lässt sich mit der richtigen Reihenfolge erstaunlich entspannt in 1 oder 2 Tagen erleben, ohne dass sich die Fahrstrecken unnötig überschneiden. Wer nur einen Tag hat, nimmt die Südseite mit Lóndrangar und Djúpalónssandur – wer zwei Tage investiert, bekommt mit Kirkjufell und Stykkishólmur die komplette Halbinsel dazu. Für alle, die noch mehr Zeit haben oder detailliertere Hintergründe zu einzelnen Stopps suchen, lohnt sich ein Blick in unseren ausführlichen Snaefellsnes-Guide.

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