Die Halbinsel Snaefellsnes im Westen Islands, ein verstecktes Juwel zwischen Reykjavik und den Westfjorden, ist trotz ihrer zahlreichen Sehenswürdigkeiten und der Nähe zur Hauptstadt ein eher unbekanntes Reiseziel. Viele Island-Reisende übersehen diesen Schatz auf ihren Roadtrips, was wirklich schade ist. In unserem Reisebericht verraten wir euch, warum ein Besuch der Halbinsel Snaefellsnes ein absolutes Muss ist. Freut euch auf eine Zusammenstellung der Highlights, eine empfohlene Reiseroute und praktische Tipps für euren Trip.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Halbinsel Snaefellsnes – Islands verstecktes Juwel
Diese Halbinsel im Westen Islands bietet eine Vielfalt an Landschaften und Naturwundern, weshalb sie auch als „Island im Miniaturformat“ bekannt ist. Obwohl sie relativ leicht von Reykjavik und dem Flughafen aus erreichbar ist (ca. 170–200 km, 2–2,5 Stunden Fahrzeit), wird sie oft von Touristen übersehen, die sich auf den Golden Circle und den Süden Islands konzentrieren. Wenn ihr eine weniger bereiste Region Islands entdecken wollt, die leicht zugänglich ist, dann ist Snaefellsnes der perfekte Ort für euch.
Highlights der Halbinsel Snaefellsnes
Die Halbinsel bietet eine Fülle an atemberaubenden Landschaften und Sehenswürdigkeiten. Hier sind unsere Favoriten:
Lóndrangar
Im Süden der Halbinsel, innerhalb des Snæfellsjökull-Nationalparks, findet ihr die beeindruckende Felsformation Lóndrangar – zwei alte Vulkanschlote (75 m und 61 m hoch), die aus der Meeresküste ragen. Jahrtausende der Erosion haben den ursprünglichen Vulkan verschwinden lassen, zurück blieben nur diese markanten Felssäulen. Vom Malarrif-Besucherzentrum führt ein 2,3 km langer Weg mit tollen Ausblicken dorthin. Entlang der Küste könnt ihr wandern und die wilden Vögel und Atlantikwellen beobachten.
Djúpalónssandur Strand
Am westlichsten Punkt der Halbinsel erwartet euch der geheimnisvolle Djúpalónssandur Strand. Erreichbar über einen kostenlosen Parkplatz, führt der Weg vorbei an Lavagebilden bis zum dunklen Strand mit seinen rostigen Schiffswrackteilen eines 1948 gestrandeten Kutters. Am Strand liegen auch vier traditionelle Hebesteine, mit denen früher Fischer ihre Kraft unter Beweis stellten – probiert es aus, wenn ihr mögt.
Snæfellsjökull-Nationalpark
Der Nationalpark, gegründet 2001, beherbergt den namensgebenden, schneebedeckten Gletscher Snæfellsjökull (1.446 m) und bietet neben Lóndrangar und Djúpalónssandur weitere Naturschönheiten. Der Gletscher inspirierte Jules Verne zu „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Für eine Gletschertour braucht ihr einen 4×4 und am besten einen Guide.
Gerðuberg Basaltsäulen
Bei Gerðuberg könnt ihr eindrucksvolle Basaltsäulen bewundern, die sich über etwa 1 km erstrecken und bis zu 14 Meter hoch sind. Die Säulen bilden ein fast perfektes Muster und sind ein Zeugnis der unglaublichen Kräfte der Natur.
Kirkjufell & Kirkjufellsfoss
Im Norden liegt der markante Kirkjufell (463 m) – vielleicht der meistfotografierte Berg Islands dank seiner einzigartigen, freistehenden Form. Zusammen mit dem nahegelegenen Kirkjufellsfoss, einem charmanten kleinen Wasserfall, ergibt sich eines der bekanntesten Fotomotive Islands. Übrigens war Kirkjufell auch Drehort für „Game of Thrones“ – als „der Berg in Form einer Pfeilspitze“ jenseits der Mauer.
Arnarstapi & Hellnar
Diese beiden malerischen Fischerdörfer sind durch einen leichten Küstenwanderweg verbunden. Ihr lauft an dramatischen Basaltklippen vorbei, seht den natürlichen Steinbogen Gatklettur und das Steindenkmal für den Halbtroll Bárður Snæfellsás – eine der bekanntesten Sagengestalten der Region. Ein Spaziergang zwischen den Dörfern bietet euch einen tiefen Einblick in das traditionelle Küstenleben Islands.
Raudfeldsgjá-Schlucht
Ein schmaler Spalt in der Bergwand führt euch tief hinein in eine moosbewachsene Schlucht – am Ende plätschert ein kleiner Wasserfall. Der letzte Abschnitt erfordert etwas Kletterei entlang von Ketten, und ihr watet durch einen flachen Bach, also wasserfeste Kleidung und Schuhe einpacken. Für sehr kleine Kinder eher ungeeignet. Der Legende nach wurde hier ein Junge namens Rauðfeldur von Bárður Snæfellsás hineingestoßen.
Vatnshellir-Höhle
Eine 8.000 Jahre alte Lavaröhre, die ihr nur im Rahmen einer geführten Tour (ca. 45 Minuten) besuchen könnt. Über eine Wendeltreppe geht es rund 35 Meter unter die Erde, wo euer Guide kurz alle Lichter ausschaltet – absolute Dunkelheit inklusive. Ganzjährig geöffnet, Preis ca. 5.400 ISK pro Erwachsenem, Kinder unter 5 Jahren nicht erlaubt.
Bjarnarhöfn Hai-Museum
Das Bjarnarhöfn Hai-Museum bietet eine einzigartige Gelegenheit, mehr über die traditionelle Haifischjagd und -verarbeitung in Island zu erfahren. Hier könnt ihr auch den berühmten „Hákarl“ probieren, wenn ihr mutig genug seid.
Saxhóll-Krater
Seit 2016 führt eine stabile Metalltreppe in wenigen Minuten auf den Kraterrand – eine der am leichtesten zugänglichen Vulkanaussichten Islands, für alle Fitnesslevel geeignet. Von oben seht ihr Lavafelder, die Küste und bei klarem Wetter den Snæfellsjökull-Gletscher. Der Krater entstand vor rund 3.000–4.000 Jahren.
Stykkishólmur
Der größte Ort der Halbinsel mit bunten alten Häusern und malerischem Hafen – perfekt für eine Pause und die lokale Küche. Für die beste Aussicht lohnt sich der kurze Aufstieg zum Leuchtturm auf der kleinen Insel Súgandisey direkt am Hafen.
Berserkjahraun-Lavafeld
Das Berserkjahraun ist ein mystisches, moosbedecktes Lavafeld mit einzigartiger Atmosphäre – ein perfekter Ort für einen ruhigen Spaziergang und um die Stille der Natur zu genießen.
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Halbinsel Snaefellsnes Road Trip – Tipps
Anreise:
Die Halbinsel ist nur wenige Kilometer von der Ringstraße entfernt. Eine Umrundung über die Straße 54 ist ein Muss. Alternativ könnt ihr die Snaefellsnes Halbinsel auch auf einer geführten Tour* besuchen.
Zeitplanung:
Die Halbinsel bietet genug für bis zu zwei Tage Erkundung, besonders wenn ihr von weiter her anreist. Die Highlights könnt ihr aber auch an einem Tag besuchen, wenn ihr wenig Zeit habt.
Lohnt sich der Besuch?
Ja! Snaefellsnes ist ursprünglich und erinnert an die noch unberührteren Westfjorde. Die ruhige und abgeschiedene Atmosphäre macht sie zu einem besonderen Ziel. Wir waren im Juli 2021 dort und die Halbinsel gehört bis heute zu unseren Favoriten in Island – gerade weil hier so viel weniger los ist als am Golden Circle.
Handyempfang:
In der Regel ist der Empfang auf der Halbinsel gut, mit LTE in den meisten Gebieten.
Tankstellen:
Auf der Halbinsel Snaefellsnes gibt es nicht viele Tankstellen, besonders im Norden. Tankt am besten auf, wenn ihr eine seht.
Häufige Fragen zur Halbinsel Snaefellsnes
Wie lange braucht man für die Halbinsel Snaefellsnes?
Für die wichtigsten Highlights reicht ein Tag, für eine entspannte Erkundung mit allen Stopps solltet ihr 1–2 Tage einplanen.
Wie weit ist Snaefellsnes von Reykjavík entfernt?
Etwa 170–200 km je nach Zielpunkt auf der Halbinsel, das entspricht rund 2–2,5 Stunden Fahrzeit.
Braucht man einen 4×4 für Snaefellsnes?
Nein, die Hauptstraßen (Route 54 und 574) rund um die Halbinsel sind fast vollständig asphaltiert. Nur für eine Tour auf den Gletscher selbst braucht ihr einen 4×4 und einen Guide.
Was ist das Wahrzeichen von Snaefellsnes?
Der Berg Kirkjufell zusammen mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss ist das mit Abstand bekannteste und meistfotografierte Fotomotiv der Halbinsel.
Fazit Snaefellsnes Sehenswürdigkeiten
Snaefellsnes ist ein Ort, der euch verzaubern wird. Ob ihr nun die stille Schönheit der Natur sucht oder das Abenteuer, diese Halbinsel bietet für jeden etwas. Packt also eure Taschen und macht euch bereit für eine unvergessliche Reise in eines von Islands schönsten Geheimnissen.


