Island gilt als eines der bargeldlosesten Länder der Welt — Kreditkarte reicht praktisch überall, vom Reykjavíker Café bis zur einsamen Tankstelle im Hochland. Trotzdem gibt es einiges zu wissen: welche Karte sich lohnt, wo die typischen Gebührenfallen liegen und wie Ihr Euch die Mehrwertsteuer auf größere Einkäufe zurückholt.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Braucht man in Island Bargeld?
Nein, praktisch nicht — Karte wird in Island so gut wie überall akzeptiert, auch bei kleinsten Beträgen, an Tankstellen-Automaten und auf entlegenen Campingplätzen. Die meisten Isländer selbst zahlen fast ausschließlich mit Karte oder Handy (Apple Pay/Google Pay). Etwas Bargeld in Isländischen Kronen (ISK) für den Notfall ist trotzdem sinnvoll — manche kleinen Anbieter im Hochland, private Verkaufsstände am Straßenrand oder Trinkgeld-Situationen laufen ohne Kartenterminal.

Welche Kreditkarte eignet sich für Island?
Am besten eignet sich eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühren, da in Island praktisch jede Zahlung in einer Fremdwährung (Euro-Konto, ISK-Zahlung) anfällt. Klassische Reisekreditkarten (z.B. von Direktbanken) verzichten häufig komplett auf Auslandseinsatz- und Fremdwährungsgebühren und bieten oft auch kostenlose Bargeldabhebungen im Ausland — bei einer normalen Kreditkarte kostet das sonst schnell 1,5–2 % der Abhebungssumme extra.
Visa und Mastercard werden in Island nahezu überall akzeptiert. American Express und Diners Club dagegen deutlich seltener — kleinere Geschäfte, manche Restaurants und einige Tankstellen nehmen nur Visa/Mastercard an. Nehmt daher am besten zwei Karten unterschiedlicher Netzwerke mit, falls eine mal nicht funktioniert oder verloren geht, und hinterlegt sie zusätzlich in Apple Pay oder Google Pay als Backup.
Die DCC-Falle: Warum Ihr „in Euro abrechnen“ ablehnen solltet
An vielen Kartenterminals und Geldautomaten in Island werdet Ihr gefragt, ob die Zahlung in Euro (oder Eurer Heimatwährung) statt in ISK abgerechnet werden soll — das nennt sich Dynamic Currency Conversion (DCC). Das klingt bequem, verwendet aber einen deutlich schlechteren Wechselkurs als Eure eigene Bank und kostet Euch am Ende mehrere Prozent mehr. Wählt an Terminal und Geldautomat immer die Abrechnung in ISK (lokale Währung) statt in Euro — Eure Bank rechnet dann selbst um, meist zu einem besseren Kurs.

Geld abheben in Island — Geldautomaten & Gebühren
Geldautomaten (Hraðbanki) findet Ihr in jeder größeren Stadt und an den meisten Tankstellen, betrieben vor allem von den drei großen isländischen Banken Landsbankinn, Íslandsbanki und Arion Banki. Landsbankinn hat mit Abstand das dichteste Netz, auch in kleineren Orten und an vielen Tankstellen.
Für Abhebungen mit ausländischen Karten verlangen isländische Banken eigene Gebühren, unabhängig von denen Eurer Heimatbank:
- Íslandsbanki: ca. 1 % der Abhebungssumme, mindestens 275 ISK
- Landsbankinn: ca. 1 % der Abhebungssumme, mindestens 300 ISK
- Arion Banki: pauschal ca. 495 ISK plus 1,1 % der Summe — meist die teuerste Option
Achtet am Automaten immer auf die eingeblendete Gebühr, bevor Ihr die Abhebung bestätigt, und meidet Automaten in reinen Touristenshops oder von unabhängigen Betreibern — die verlangen oft zusätzliche eigene Gebühren obendrauf. Mit einer Reisekreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr entfällt zumindest der Aufschlag Eurer eigenen Bank.
Trinkgeld in Island — üblich oder nicht?
Trinkgeld ist in Island unüblich, aber nicht unerwünscht. Isländische Löhne sind gesetzlich gut geregelt, sodass Service-Personal nicht auf Trinkgeld angewiesen ist — anders als etwa in den USA. Niemand erwartet ein Trinkgeld, und es gilt auch nicht als unhöflich, keins zu geben. Wer besonders zufrieden war, rundet den Betrag einfach auf die nächsten 100 oder 500 ISK auf, mehr ist nicht nötig.
Mehrwertsteuer zurückholen: Tax Free Shopping in Island
Bei Einkäufen (außer Lebensmittel) ab 12.000 ISK (ca. 83 €) auf einem einzigen Kassenbon könnt Ihr Euch die isländische Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen — das ist der offizielle Mindestbetrag laut isländischer Steuerbehörde Skatturinn, nicht die in älteren Reiseblogs oft genannten 4.000 oder 6.000 ISK.
So funktioniert die Rückerstattung Schritt für Schritt
- Im Geschäft: Beim Kauf nach einem Tax-Free-Formular fragen. Das Geschäft füllt es aus, der Original-Kassenbon wird angeheftet.
- Frist: Die gekauften Waren müssen innerhalb von 3 Monaten ab Kaufdatum aus Island ausgeführt werden.
- Vor der Ausreise: Bei Beträgen unter 100.000 ISK lässt Change Group am Flughafen Keflavík das Formular abstempeln, bei höheren Beträgen ist ein Zollstempel nötig — dafür rechtzeitig vor dem Flug am Zoll-Schalter in der Ankunftshalle sein (dort direkt gegenüber der Mietwagenschalter).
- Auszahlung: Mit gestempeltem Formular und Original-Kassenbon zum International Refund Point gehen — Auszahlung in bar, per Scheck oder Gutschrift auf die Kreditkarte.
Refund-Stellen gibt es außer am Flughafen Keflavík auch in Reykjavík, Akureyri und am Fährhafen Seyðisfjörður — praktisch, falls Ihr über die Fähre statt über den Flughafen ausreist.

Währung und Wechselkurs
Islands Währung ist die Isländische Krone (ISK). Der Wechselkurs liegt 2026 bei rund 1 € = 143–145 ISK, leicht schwankend. Da Karte überall funktioniert, müsst Ihr in aller Regel keine ISK vorab wechseln — solltet Ihr trotzdem etwas Bargeld wollen, sind die Wechselkurse an Geldautomaten meist besser als am Wechselschalter im Ankunftsbereich des Flughafens.
Häufige Fragen zu Geld & Kreditkarten in Island
Braucht man in Island Bargeld?
Kaum — Karte wird praktisch überall akzeptiert, auch bei kleinsten Beträgen. Etwas Bargeld für den Notfall (Hochland, private Verkaufsstände) schadet trotzdem nicht.
Welche Kreditkarte ist für Island am besten?
Eine Reisekreditkarte ohne Fremdwährungsgebühren und mit kostenlosen Auslandsabhebungen. Visa und Mastercard werden fast überall akzeptiert, American Express und Diners Club deutlich seltener.
Ab welchem Betrag bekommt man die Mehrwertsteuer zurück?
Ab 12.000 ISK (ca. 83 €) auf einem einzigen Kassenbon, laut offizieller Angabe der isländischen Steuerbehörde Skatturinn. Ältere Angaben mit 4.000 oder 6.000 ISK sind überholt.
Ist Trinkgeld in Island üblich?
Nein, aber auch nicht unerwünscht. Löhne sind gesetzlich geregelt, Trinkgeld wird nicht erwartet. Wer möchte, rundet einfach auf die nächsten 100–500 ISK auf.
Was ist die DCC-Falle am Geldautomaten?
Wenn Ihr gefragt werdet, ob in Euro statt ISK abgerechnet werden soll (Dynamic Currency Conversion), lehnt das ab und wählt ISK — der Wechselkurs bei DCC ist fast immer schlechter als der Eurer eigenen Bank.
Fazit
Geld ist in Island selten das Problem — Karte funktioniert praktisch überall, Bargeld braucht Ihr kaum. Wer auf Fremdwährungsgebühren achtet, am Terminal immer ISK statt Euro wählt und bei größeren Einkäufen an die Mehrwertsteuer-Rückerstattung denkt, spart am Ende einen spürbaren Betrag, ohne dafür Zeit oder Nerven zu investieren.