Der Kirkjufell ist einer der meistfotografierten Berge Islands – seine markante, freistehende Form macht ihn zusammen mit dem kleinen Wasserfall Kirkjufellsfoss zum Wahrzeichen der Halbinsel Snæfellsnes. Wir waren im Juli 2021 dort – allerdings nur am Parkplatz und dem kurzen Aussichtspunkt, nicht auf dem Gipfel oder der Runde um die Basis, dazu unten mehr.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Was ist der Kirkjufell?
Der Kirkjufell („Kirchenberg“) ist ein 463 Meter hoher, freistehender Berg an der Nordküste der Halbinsel Snæfellsnes, nur rund 2 km westlich von Grundarfjörður. Seine ungewöhnliche, spitze Form entstand nicht durch Vulkanismus, sondern durch Erosion: Schichten aus Sedimentgestein, Lava und Tuffstein wurden während mehrerer Eiszeiten von Gletschern geformt – der Berg ist also kein Vulkan, auch wenn er wie einer aussieht. Geologisch gilt er als sogenannter Nunatak – ein Gipfel, der während der letzten Eiszeit aus einer Eiskappe herausragte, während sich ringsum Gletscher bewegten. Genau dieser Druck zwischen zwei Gletscherzungen hat seine ungewöhnlich steilen Flanken geformt. Jahrhundertelang diente der Berg Seefahrern als Landmarke, bevor er durch Fotografie und Fernsehen weltberühmt wurde.
Kirkjufellsfoss – der Wasserfall am Fuß des Berges
Direkt am Parkplatz liegt der Kirkjufellsfoss, ein kleiner, mehrstufiger Wasserfall am Fluss Kirkjufellsá mit nur rund 5 Metern Höhe. Beeindruckend ist nicht seine Größe, sondern die Kulisse: Von der kleinen Brücke am Fluss aus seht Ihr Wasserfall und Berg in einem Bild – eines der bekanntesten Fotomotive Islands. Bei ruhigem Wetter spiegelt sich der Kirkjufell zusätzlich im kleinen See am Fuß des Berges.
Anreise & Parken
Der Kirkjufell liegt an der Straße 54 auf der Halbinsel Snæfellsnes:
- Ab Reykjavík: ca. 180 km, 2–2,5 Stunden Fahrzeit über die Ringstraße und Straße 54
- Ab Grundarfjörður: nur ca. 2 km, wenige Minuten Fahrzeit
- Parken: kleiner Parkplatz direkt an der Straße 54, auf der dem Berg gegenüberliegenden Seite – je nach Anfahrtsrichtung links oder rechts. Der Besuch von Berg und Wasserfall selbst ist kostenlos, in der Hochsaison kann für den Parkplatz eine kleine Gebühr fällig werden (Betrag variiert, vor Ort prüfen)
- Vom Parkplatz zum Aussichtspunkt: nur ca. 5 Minuten zu Fuß über eine kleine Brücke
- Ohne Mietwagen: Kirkjufell ist fester Bestandteil praktisch jeder geführten Tagestour über die Snæfellsnes-Halbinsel ab Reykjavík – öffentliche Busverbindungen gibt es dagegen kaum
- Im Winter: Die Straße zum Parkplatz wird in der Regel geräumt, kann aber vereist und rutschig sein – Vorsicht beim Aussteigen und festes Schuhwerk mitbringen
Kirkjufell besteigen – geht das?
Der Aufstieg zum Gipfel ist nur im Sommer möglich, gilt aber als gefährlich – steile, teils ausgesetzte Abschnitte mit losem Geröll, die nur erfahrenen Bergsteigern mit professionellem Guide empfohlen werden. Zwischen dem 1. November und dem 15. Juni ist das Besteigen wegen der Bedingungen komplett verboten. Eine entspanntere Alternative ist der rund dreistündige Rundweg um die Basis des Berges, der auch für Familien geeignet sein soll. Wir selbst waren nur am Parkplatz und dem Aussichtspunkt an der Brücke – für das klassische Postkartenfoto reicht das völlig aus, und die meisten Tagesbesucher machen es genauso.
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Kirkjufell in Game of Thrones – Arrowhead Mountain
Fans der Serie kennen den Kirkjufell als „Arrowhead Mountain“ (Pfeilspitzenberg) – Drehort für Szenen der 6. und 7. Staffel von Game of Thrones, unter anderem in der Folge „Beyond the Wall“, in der Jon Snow und seine Gruppe jenseits der Mauer unterwegs sind. The Hound erkennt den Berg dort an seiner charakteristischen Form wieder. Seit der Ausstrahlung ist der Kirkjufell für viele Islandreisende ein Pflichtstopp auf der Suche nach Drehorten der Serie.
Beste Zeit für Fotos am Kirkjufell
Der Kirkjufell ist ganzjährig ein beliebtes Fotomotiv, aber zu unterschiedlichen Zeiten aus unterschiedlichen Gründen:
- Sommer (Mai–Juli): Mitternachtssonne erlaubt Fotos bis spät in die Nacht, saftig grüne Landschaft
- Winter (September–März): gute Chancen auf Nordlichter dank der abgelegenen Lage mit wenig Lichtverschmutzung, der Berg ist nach Norden ausgerichtet
- Sonnenauf- und -untergang: ganzjährig die ruhigsten Lichtverhältnisse und die wenigsten anderen Fotografen vor Ort
Rechnet damit, dass Ihr am Kirkjufellsfoss selten allein seid – der Ort gehört zu den meistbesuchten Fotospots Islands.
Die besten Fotowinkel am Kirkjufell
Rund um den Parkplatz gibt es mehrere klassische Perspektiven, die sich lohnen:
- Mit dem Wasserfall im Vordergrund: von der Brücke aus, entweder mit dem oberen oder dem unteren Kaskadenteil im Bild – das klassische Postkartenmotiv
- Mit der Spiegelung im See: am Fuß des Berges liegt ein kleiner See, der den Kirkjufell bei ruhigem Wetter fast perfekt spiegelt
- Von der Straße 54 aus: sowohl von Osten als auch von Westen kommend habt Ihr schon vom Auto aus gute Blicke auf den Berg
- Aus Grundarfjörður: vom Ort selbst, besonders schön in Kombination mit dem Hafen im Vordergrund
Ein Weitwinkelobjektiv und eine kleine Blende (f/14–f/16) helfen, sowohl den Wasserfall im Vordergrund als auch den Berg im Hintergrund scharf abzubilden.
Wo übernachten bei Kirkjufell
Wer nicht nur auf der Durchreise ist, findet in und um Grundarfjörður einige Möglichkeiten für eine Übernachtung in Sichtweite des Berges:
- Framnes Grundarfjörður: direkt im Ort mit Blick Richtung Kirkjufell – praktisch, um Sonnenauf- und -untergang am Berg mitzunehmen, ohne nachts fahren zu müssen
- The Old Post Office Guesthouse: einfachere, günstigere Option mit gemeinsamem Bad, ebenfalls in Grundarfjörður
- Camping: Der Campingplatz in Grundarfjörður liegt beim Schwimmbad im Ort, nur wenige Minuten vom Kirkjufell entfernt
Häufige Fragen zum Kirkjufell
Kostet der Besuch des Kirkjufell Eintritt?
Nein, der Besuch von Berg und Wasserfall ist kostenlos. Für den Parkplatz kann in der Hochsaison eine kleine Gebühr anfallen.
Wie weit ist der Kirkjufell von Reykjavík entfernt?
Rund 180 km bzw. 2–2,5 Stunden Fahrzeit über die Ringstraße und Straße 54.
Kann man auf den Kirkjufell hochwandern?
Ja, aber nur im Sommer und nur mit professionellem Guide – die Route ist steil und gefährlich. Zwischen 1. November und 15. Juni ist der Aufstieg verboten.
Was ist das Besondere am Kirkjufellsfoss?
Der Wasserfall selbst ist mit ca. 5 Metern klein, aber die Kombination mit dem Kirkjufell im Hintergrund macht ihn zu einem der bekanntesten Fotomotive Islands.
Ist der Kirkjufell aus Game of Thrones?
Ja, er diente als „Arrowhead Mountain“ in Staffel 6 und 7 der Serie, unter anderem in der Folge „Beyond the Wall“.
Fazit
Der Kirkjufell ist einer dieser Orte, die genauso aussehen wie auf den Fotos, die Euch überhaupt erst hierher gebracht haben – und genau deshalb einen kurzen Stopp wert sind. Plant nicht mehr als eine halbe bis eine Stunde ein, wenn Ihr nur den Aussichtspunkt sehen wollt, und kombiniert den Besuch am besten mit den anderen Highlights der Halbinsel Snæfellsnes.

