Die Entscheidung für einen Mietwagen ist in Island noch viel wichtiger als in den meisten anderen Urlaubsländern. Das liegt einerseits an der krassen und sehr schroffen Landschaft auf der Vulkaninsel und den oft sehr ungemütlichen Straßenbedingungen. Andererseits an den sehr hohen Mietwagenpreisen auf der Insel — die im Sommer nochmal deutlich höher sind als in der Nebensaison. Das bedeutet: Gut überlegen was für einen Mietwagen Ihr braucht, wann Ihr bucht und wo Ihr diesen bucht.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Brauche ich überhaupt einen Mietwagen in Island?
Island ist zwar eine Insel, aber gar nicht so klein wie man denkt. Die Insel ist ungefähr so groß wie komplett Süddeutschland — hat aber viel weniger Straßen. Wenn man Island auf der Ringstraße umrunden will, braucht man etwa 15 Stunden reine Fahrzeit ohne Pause. Die Entfernungen sind also relativ groß und das öffentliche Nahverkehrsnetz ist nicht sehr gut.
Es gibt zwar ein Busnetz auf der Insel, aber auch das ist nicht perfekt ausgebaut. Wenn Ihr einen Roadtrip plant könnt Ihr mit einem Mietwagen Euer Tempo selbst bestimmen und nach Euren eigenen Interessen entscheiden welche Highlights Ihr besucht. Am flexibelsten bleibt Ihr mit einem Mietwagen — das empfehlen auch wir.
Wir empfehlen Euch direkt am Flughafen einen Mietwagen zu nehmen und diesen schon aus Deutschland zu buchen. So seid Ihr bei Ankunft direkt mobil.
Kleinwagen oder Geländewagen — welches Auto brauche ich?
Diese Frage stellen sich fast alle die in Island einen Mietwagen buchen. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach:
Wenn Ihr nur auf der Ringstraße bleibt — zumindest im Sommer — reicht ein Kleinwagen für Eure Island-Rundreise. Die gesamte Ringstraße ist asphaltiert, zweispurig und gut ausgebaut. Es gibt keinen Grund in einen teuren SUV oder Geländewagen zu investieren.
Wenn Ihr ins Hochland wollt — F-Roads, Kerlingarfjöll, Landmannalaugar, Askja — dann kommt Ihr um einen Allradwagen nicht herum. F-Straßen dürfen nur mit Allradfahrzeugen befahren werden. Wer das trotzdem tut riskiert den Verlust des Versicherungsschutzes und teils erhebliche Strafen.
Im Winter ist es in jedem Fall ratsam einen Wagen mit Allrad zu mieten — auch für die Ringstraße. Schneestürme und vereiste Pisten sind an der Tagesordnung.

Die drei Fahrzeugkategorien für Island
Kleinwagen — für die Ringstraße im Sommer
Ein Kleinwagen wie der Toyota Aygo reicht vollkommen wenn Ihr im Sommer die Ringstraße und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht. Günstig, sparsam, unkompliziert.
Kosten: ca. 300–400 € pro Woche (Niedrigsaison), im Sommer teurer
SUV / Stadt-Geländewagen — unser Favorit für die meisten Reisenden
Für die meisten Islandreisenden ist ein SUV mit Allradantrieb die beste Wahl. Diese Autos liegen etwas höher, sehen robuster aus und haben Allradantrieb — sind aber keine echten Geländewagen. Trotzdem sind sie für F-Roads und das Hochland zugelassen und meistern die meisten Hochlandpisten problemlos.
Die beliebtesten Modelle in dieser Kategorie:
- Dacia Duster — unser Favorit (dazu gleich mehr)
- Suzuki Jimny / Grand Vitara
- KIA Sportage
- Toyota RAV4
Kosten: ca. 300–500 € pro Woche je nach Saison (Sommer deutlich teurer), mit Dachzelt ca. 700–900 €
Echter Geländewagen — für tiefe Furten und extremes Gelände
Richtige Geländewagen wie Land Rover Discovery/Defender oder Toyota Landcruiser bieten Geländeuntersetzung, zuschaltbaren Allradantrieb, große Bodenfreiheit und hohe Wattiefe. Damit kommt man durch Flüsse bis zu 50 cm Tiefe. Für die meisten Hochlandpisten braucht man das aber nicht.
Kosten: ab ca. 1.500 € pro Woche — deutlich teurer
Bist du schon mit einem Mietwagen in Island unterwegs? Wenn nicht, empfehlen wir dir wärmstens Northbound. Unsere Erfahrungen mit Buchung, Fahrzeug, Prozess und Support waren erstklassig – eine Buchung dort können wir nur empfehlen.
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- Mietwagen, Campervan, Wohnmobile, SUV (auch mit Dachzelt) & Geländewagen
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Unsere Empfehlung: Der Dacia Duster
Unserer Meinung nach ist der Dacia Duster der 4×4 Mietwagen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für Island. Er ist beileibe nicht der beste Allradwagen auf dem Markt, aber er ist kostengünstig zu mieten und meistert die meisten Straßen und auch kleinere Furten problemlos. Außerdem ist er für 4 Personen geeignet und man kommt sehr komfortabel von A nach B.
Wir selbst fahren in Island immer mit dem Dacia Duster — und haben alle Hochlandetappen in unseren Reiserouten damit gemeistert. Bei größeren Furten (also tiefen Flüssen) muss man Kehrt machen — aber dafür müsst Ihr das drei- bis vierfache für einen richtigen Geländewagen bezahlen.
Echte Geländewagenfahrer werden Euch vielleicht belächeln. Aber unserer Meinung nach ist der Duster ein sehr guter Kompromiss und definitiv als 4×4 Mietwagen für Island zu empfehlen.
Was ist wichtig beim Allradwagen? Bodenfreiheit & Wattiefe
Wenn der Mietwagen hochlandtauglich sein soll kommt es besonders auf zwei Dinge an:
- Bodenfreiheit: Wie viel Abstand zwischen dem Unterboden des Wagens und der Straße vorhanden ist. Wichtig beim Fahren über steinigen Untergrund auf Schotterpisten
- Wattiefe: Wie tief der Wagen unter Wasser stehen kann bevor er Schaden nimmt — betrifft vor allem den Lufteinlass hinter dem Kühlergrill und elektronische Teile am Unterboden
Beide Punkte sind bei einem echten Geländewagen natürlich besser als bei einem SUV — aber für einfache F-Roads reicht ein günstiger SUV in vielen Fällen aus.
Campervan oder Wohnmobil — eine echte Alternative
Wer den hohen Hotelpreisen in Island entgehen will kann mit einem Campervan oder Wohnmobil auf Campingplätzen übernachten. Das spart deutlich Geld.
- Normaler Campervan (z.B. VW Caddy): Schlafen im Wagen, manchmal Kochmöglichkeit — aber meistens kein Allrad, damit kein Hochland möglich. Ab ca. 1.200 € pro Woche
- SUV mit Dachzelt: Das Beste aus beiden Welten — mit Allrad ins Hochland, übernachten auf Campingplätzen. Dachzelt in wenigen Minuten aufgebaut. Ca. 700–900 € pro Woche
- Richtiges Wohnmobil: Viel Komfort, aber nur für Ringstraße geeignet, teuer. Ab ca. 3.000 € pro Woche
Man darf in Island übrigens nicht in der freien Wildnis übernachten — nur auf Campingplätzen.
Mietwagen Island Versicherungen — was brauche ich wirklich?
Die Vermieter auf Island bieten eine Menge Versicherungen an. Manche sind Pflicht, manche empfehlenswert, manche kann man sich sparen:
CDW / SCDW (Collision Damage Waiver) — Haftungsbeschränkung bei Unfällen. Ist meist inklusive. Der Selbstbehalt bei Standard-CDW ist in Island sehr hoch (bis 500.000 ISK). SCDW reduziert den Selbstbehalt auf ca. 150.000 ISK. Empfehlenswert.
Gravel Protection (GP) — Schutz vor Steinschlagschäden an Karosserie und Frontscheibe. Bei den Straßenbedingungen in Island sehr zu empfehlen. Auf Schotterpisten fliegen ständig Steine — auch von entgegenkommenden Fahrzeugen.
Sand & Ash Damage Waiver (SAAP/SADW) — Schutz vor Sand- und Aschestürmen. Unserer Meinung nach nicht notwendig. Sand- und Aschestürme kommen in Island zwar vor, sind aber sehr selten und meistens gut vorhersehbar.
Theft Protection (TP) — Diebstahlschutz. Kann man sich sparen. Die Diebstahlrate für Mietwagen in Island ist nicht hoch.
Praktische Tipps für Euren Mietwagen in Island
- Früh buchen: Am besten 3–4 Monate im Voraus — besonders im Sommer sind Fahrzeuge schnell ausgebucht und die Preise steigen
- Fahrzeug dokumentieren: Bei Abholung Fotos und Videos von allen Seiten machen — auch von bestehenden Schäden. Wichtig für spätere Reklamationen
- Gegen den Wind parken: Bei starkem Wind immer mit der Fahrzeugfront zum Wind parken — sonst können Türen durch Windböen aufgerissen und beschädigt werden
- Lichtpflicht: In Island gilt zu jeder Zeit Lichtpflicht — auch tagsüber
- Tempolimits: Auf Landstraßen 90 km/h, auf Schotterpisten 80 km/h. Bußgelder sind sehr hoch — Handynutzung am Steuer kostet ca. 280 €
- Tanken: Vorher volltanken bevor Ihr ins Hochland fahrt — keine Tankstellen auf F-Straßen
- Furten: Niemals unbekannte Furten blind durchfahren — immer aussteigen und Wasserstand prüfen. Im Zweifel umkehren
- road.is: Immer aktuellen Straßenstatus prüfen bevor Ihr losfahrt
Was kostet ein Mietwagen in Island?
Die Preise sind eine Orientierung — je nach Saison, Anbieter und Versicherungsumfang variieren sie stark. Mit Komplettschutz rechnet mit mindestens 50% Aufpreis:
| Fahrzeugtyp | Beispiel | Kosten/Woche | Hochland |
|---|---|---|---|
| Kleinwagen | Toyota Aygo | 250–300 € | ❌ |
| SUV / Stadt-4×4 | Dacia Duster | 400–500 € | ✅ einfache F-Roads |
| SUV mit Dachzelt | Duster + Zelt | 700–900 € | ✅ einfache F-Roads |
| Echter Geländewagen | Land Rover | ab 1.500 € | ✅ alle F-Roads |
| Campervan | VW Caddy | ab 1.200 € | ❌ |
| Wohnmobil | Großes Modell | ab 3.000 € | ❌ |
Preise inkl. günstigster Versicherung, Stand 2026. Zuzüglich Straßensteuer ca. 9 € pro Tag.
Häufige Fragen zum Mietwagen in Island
Brauche ich einen 4×4 für Island?
Nicht zwingend — für die Ringstraße im Sommer reicht ein Kleinwagen. Für das Hochland und F-Roads ist ein Allradwagen Pflicht. Im Winter immer Allrad empfehlenswert.
Welcher Mietwagen ist in Island am besten?
Für die meisten Reisenden empfehlen wir den Dacia Duster — bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, für 4 Personen geeignet, meistert einfache Hochlandpisten. Für tiefe Furten braucht man einen echten Geländewagen.
Wann soll ich den Mietwagen buchen?
So früh wie möglich — idealerweise 3–4 Monate im Voraus. Im Sommer sind Fahrzeuge schnell vergriffen und die Preise steigen deutlich.
Was kostet ein Mietwagen auf Island?
Ein Kleinwagen ab ca. 300–400 € pro Woche, ein SUV (Dacia Duster) ab ca. 300–500 € je nach Saison — im Sommer deutlich teurer. Ein echter Geländewagen ab ca. 1.500 €. Dazu kommen Versicherungen. Die neue Straßensteuer 2026 ist bei den meisten Anbietern bereits im Preis enthalten — beim Buchen prüfen.
Welche Versicherung brauche ich für den Mietwagen in Island?
Mindestens CDW/SCDW (Haftungsbeschränkung) und Gravel Protection (Steinschlagschutz). Sand/Asche-Schutz und Diebstahlschutz sind unserer Meinung nach nicht notwendig.
Darf ich mit dem Mietwagen auf F-Roads fahren?
Nur mit einem zugelassenen Allradwagen. Mit einem normalen Mietwagen auf F-Roads zu fahren ist verboten, erlischt den Versicherungsschutz und kann teuer werden.
