Aktivitäten & Erlebnisse

Hjörleifshöfði Island: Wanderung, Sage & Yoda-Höhle (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 24. Aug. 2026

Wir sind auf dem Weg dorthin über einen kleinen Fluss gefahren, dann stand er plötzlich vor uns: der Hjörleifshöfði, ein einzelner, schroffer Tafelberg mitten in der schwarzen Sandwüste des Mýrdalssandur. Kein anderer Berg weit und breit, dafür eine der ältesten Siedlergeschichten Islands und eine Höhle, die es sogar in einen Star-Wars-Film geschafft hat.

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Was ist der Hjörleifshöfði?

Der Hjörleifshöfði ist ein rund 220 Meter hoher, isoliert stehender Tafelberg (eine sogenannte Tuya) im Südwesten des Mýrdalssandur, nur wenige Kilometer östlich von Vík í Mýrdal. Er entstand am Ende der letzten Eiszeit durch einen Vulkanausbruch unter dickem Gletschereis – das Magma konnte nicht seitlich ausweichen und baute stattdessen den charakteristischen, steilwandigen Tafelberg auf. Heute steht er wie eine einsame Insel in der weiten schwarzen Sandebene, die der Gletscherfluss Jökulsá regelmäßig neu formt.

Die Sage von Ingólfur und Hjörleifur

Der Name geht auf eine der bekanntesten Geschichten aus der isländischen Landnahmezeit zurück. Um das Jahr 874 kamen die Ziehbrüder Ingólfur Arnarson und Hjörleifur Hróðmarsson gemeinsam aus Norwegen nach Island, nachdem sie zuhause die Söhne eines Häuptlings getötet hatten und fliehen mussten. Ingólfur warf der Überlieferung nach seine Hochsitzsäulen ins Meer und gelobte, sich dort niederzulassen, wo sie an Land gespült würden – sie trieben Jahre später bei einer dampfenden Bucht im Südwesten an, aus der später Reykjavík wurde.

Hjörleifur ließ sich stattdessen an diesem Tafelberg nieder, den er nach sich selbst benannte. Nur ein Jahr später wurde er von seinen eigenen irischen Sklaven erschlagen. Als Ingólfur davon erfuhr, verfolgte er die Täter auf eine vorgelagerte Inselgruppe und tötete sie dort – seither heißen diese Inseln Vestmannaeyjar, die „Inseln der Westmänner“. Hjörleifur selbst erhielt der Sage nach ein Grab auf dem Berg, der bis heute seinen Namen trägt; ein Grabhügel auf dem Gipfelplateau wird traditionell mit ihm in Verbindung gebracht.

Der Tafelberg Hjörleifshöfði in der schwarzen Sandwüste des Mýrdalssandur, Island

Die Wanderung auf den Hjörleifshöfði

Ein markierter Weg führt vom ehemaligen Hofplatz Bæjarstaður auf das Gipfelplateau. Bis 1936 stand hier tatsächlich ein Bauernhof – er wurde nach dem Katla-Ausbruch von 1721 auf den südlichen Teil des Bergs verlegt, weil die ursprüngliche Siedlung dabei zerstört worden war. Die direkte Route ist stellenweise steil; an der Westseite des Bergs führt ein etwas sanfterer, wenn auch längerer Pfad hinauf, der sich vor allem bei nassem oder rutschigem Untergrund lohnt.

  • Länge: ca. 7 km hin und zurück
  • Dauer: ca. 2–3 Stunden im eigenen Tempo
  • Höhenmeter: ca. 200 Meter bis zum Gipfelplateau
  • Schwierigkeit: mittel – steile Passagen, auf der Westseite etwas entschärft
  • Start: Parkplatz beim ehemaligen Hofplatz Bæjarstaður

Hinweis zur Dauer: Geführte Halbtagestouren veranschlagen oft 4–5 Stunden – das liegt am gemächlicheren Gruppentempo mit ausführlichen Erklärungen zu Geologie und Geschichte unterwegs, nicht an einer längeren Strecke.

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Gýgjagjá – die „Yoda-Höhle“

An der Westseite des Bergs liegt eine markante Höhle namens Gýgjagjá, die unter Islandreisenden inzwischen fast nur noch als „Yoda-Höhle“ bekannt ist – seit sie 2016 als Kulisse für „Rogue One: A Star Wars Story“ diente. Die Höhle ist groß genug, um hineinzugehen, und bietet von innen einen ungewöhnlichen, gerahmten Blick auf die Sandebene davor. Wegen der Filmberühmtheit ist sie inzwischen selbst ein eigenes kleines Ziel für Fotografen, die gar nicht unbedingt den ganzen Berg besteigen wollen.

Zufahrtsstraße zum Hjörleifshöfði durch die schwarze Sandwüste des Mýrdalssandur

Anfahrt, Parken & GPS

Der Hjörleifshöfði liegt direkt an der Ringstraße (Route 1), rund 15–20 km östlich von Vík í Mýrdal. Von der Ringstraße biegt Ihr auf einen Nebenweg Richtung Süden zum Meer hin ab; ein Parkplatz an der Westseite des Bergs dient als Ausgangspunkt für die Wanderung. Der Weg ist unbefestigt, aber mit einem normalen Mietwagen bei trockenem Wetter in der Regel problemlos befahrbar. Für den Parkplatz fällt eine Gebühr von rund 1.000 ISK (ca. 7 €) an, zahlbar per App (u.a. Parka oder EasyPark).

Kleiner Fluss auf der Zufahrt zum Hjörleifshöfði, Südisland

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Praktische Tipps für den Besuch

Der Berg liegt ungeschützt in der offenen Sandebene – Wind ist hier fast immer ein Faktor, auch wenn es an der Ringstraße gerade ruhig wirkt. Feste, knöchelhohe Wanderschuhe sind Pflicht, da der Untergrund auf den steileren Passagen locker und teils sandig ist. Rechnet für Wanderung, Höhle und ein paar Fotostopps insgesamt mit einem halben Tag. Weder am Parkplatz noch auf dem Weg gibt es Toiletten oder Verpflegungsmöglichkeiten – das nächste Angebot dafür liegt in Vík.

Was liegt in der Nähe?

  • Vík í Mýrdal: der nächstgelegene Ort mit Tankstelle, Supermarkt und Übernachtungsmöglichkeiten, rund 15–20 Autominuten entfernt.
  • Flugzeugwrack Sólheimasandur: liegt auf demselben Sandur weiter westlich, ein weiteres ungewöhnliches Fotomotiv in der schwarzen Sandwüste.
  • Reynisfjara: der bekannte Basaltsäulen-Strand, von Vík aus in wenigen Minuten zu erreichen.
  • Mýrdalsjökull-Eishöhle: Touren zum Gletscher über dem Vulkan Katla starten ebenfalls ab Vík.

Häufige Fragen zum Hjörleifshöfði

Wie lange dauert die Wanderung auf den Hjörleifshöfði?

Für die rund 7 km lange Strecke hin und zurück solltet Ihr im eigenen Tempo 2–3 Stunden einplanen. Geführte Touren veranschlagen wegen Erklärungen unterwegs oft 4–5 Stunden.

Was ist die Yoda-Höhle am Hjörleifshöfði?

Die Höhle Gýgjagjá an der Westseite des Bergs wurde 2016 als Drehort für „Rogue One: A Star Wars Story“ genutzt und trägt seitdem inoffiziell den Spitznamen Yoda-Höhle.

Ist der Hjörleifshöfði mit einem normalen Mietwagen erreichbar?

Ja, der Zufahrtsweg von der Ringstraße zum Parkplatz ist bei trockenem Wetter mit einem normalen 2WD-Mietwagen in der Regel gut befahrbar.

Wer war Hjörleifur?

Hjörleifur Hróðmarsson war der Ziehbruder des Reykjavík-Gründers Ingólfur Arnarson. Er ließ sich um 874 an diesem Berg nieder und wurde ein Jahr später von seinen eigenen Sklaven erschlagen – ein Grabhügel auf dem Gipfel wird der Sage nach mit ihm in Verbindung gebracht.

Kostet der Besuch am Hjörleifshöfði Eintritt?

Die Wanderung selbst ist kostenlos, für den Parkplatz fällt aber eine Gebühr von rund 1.000 ISK (ca. 7 €) pro Fahrzeug an, zahlbar per App.

Fazit

Der Hjörleifshöfði ist einer der Orte an der Südküste, an denen sich Geologie, Sage und Popkultur überraschend gut ergänzen: ein einsamer Tafelberg mit einer der ältesten Geschichten Islands, dazu eine Höhle, die heute genauso für ihren Star-Wars-Auftritt wie für ihre Aussicht bekannt ist. Wer auf dem Weg zwischen Skógafoss und Vík ohnehin schon am Sólheimasandur oder in Vík selbst Halt macht, sollte den kurzen Abstecher hierher einplanen.

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