Vík í Mýrdal ist der südlichste Ort Islands – ein kleines Dorf, das an der Ringstraße fast jede Südküsten-Rundreise unterbricht. Wir waren im Juli 2021 dort, haben übernachtet, sind zur Kirche hochgelaufen und den ruhigen Ortsstrand Víkurfjara entlanggegangen – hier ist alles, was Ihr über den Ort selbst wissen müsst.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Was ist Vík í Mýrdal?
Vík (oft nur „Vík“ genannt, „í Mýrdal“ bedeutet „im Mýrdal-Tal“) ist mit rund 600 Einwohnern (Stand 2024) der größte Ort im Umkreis von 70 km und damit ein wichtiger Versorgungsstopp an der Südküste: Tankstelle, Supermarkt, mehrere Restaurants und ein Schwimmbad findet Ihr alle im Ort.
Vík gilt außerdem als regenreichster Küstenort Islands – nehmt also in jedem Fall wetterfeste Kleidung mit, egal zu welcher Jahreszeit.
Direkt über dem Ort thront der Gletscher Mýrdalsjökull, unter dem sich der Vulkan Katla verbirgt. Katla ist einer der aktivsten und am genauesten überwachten Vulkane Islands – ein Ausbruch gilt statistisch als überfällig, wird von isländischen Geowissenschaftlern aber kontinuierlich beobachtet. Für Besucher besteht keine akute Gefahr; die Evakuierungspläne des Ortes (u. a. der Fluchtweg zur Kirche) sind aber genau deshalb so präsent im Ortsbild.
Víkurkirkja – die Kirche über dem Ort
Das Wahrzeichen von Vík ist die kleine weiße Kirche mit rotem Dach, die 1932–1934 erbaut wurde und hoch auf einem Hügel über dem Ort steht. Der Grund für die exponierte Lage ist praktisch: Sollte der Vulkan Katla unter dem benachbarten Mýrdalsjökull-Gletscher ausbrechen und eine Gletscherflut auslösen, gilt die Kirche als sicherster Zufluchtsort im Dorf. Der kurze, aber steile Fußweg von der Ortsmitte hinauf dauert etwa 10–15 Minuten und bietet oben einen der schönsten Ausblicke der ganzen Südküste – über die roten Dächer von Vík hinweg bis zum Meer und den Felsnadeln Reynisdrangar.

Víkurfjara – der ruhige Ortsstrand
Direkt unterhalb des Ortes liegt Víkurfjara – der schwarze Sandstrand von Vík, oft verwechselt mit dem berühmteren Reynisfjara auf der anderen Seite des Bergs Reynisfjall. Beide Strände sind durch dasselbe Vulkangestein geprägt und bieten sogar einen Blick auf dieselben Reynisdrangar-Felsnadeln im Meer, aber Víkurfjara ist deutlich ruhiger: keine Touristenbusse, kaum Menschenmassen, und die Wellen sind spürbar weniger gefährlich als am offeneren Reynisfjara. Für uns war das der entspanntere der beiden Strände – gerade am frühen Abend nach der Anreise ein schöner Ort für einen ruhigen Spaziergang.

Um die Reynisdrangar-Felsnadeln rankt sich eine der bekanntesten isländischen Sagen: Der Legende nach versuchten zwei Trolle in einer Nacht, ein dreimastiges Schiff an Land zu ziehen. Sie kamen über der Arbeit nicht rechtzeitig fertig, und als die Sonne aufging, erstarrten beide Trolle zu Stein – zusammen mit dem Schiff. Genau diese drei Felsnadeln sollen es sein, die heute bis zu 66 Meter aus dem Meer ragen.
Anreise & Lage
Vík liegt direkt an der Ringstraße (Route 1), rund 180 km bzw. gut 2,5 Stunden Fahrzeit von Reykjavík entfernt. Der Ort eignet sich damit ideal als Zwischenstopp oder Übernachtungsbasis auf dem Weg zu den Highlights der Südküste wie Reynisfjara, Kap Dyrhólaey oder weiter Richtung Jökulsárlón. Von Skógafoss aus sind es noch etwa 30 km bzw. 25 Minuten bis Vík, von Jökulsárlón dagegen rund 190 km bzw. 2,5 Stunden – wer die ganze Südküste an einem Tag abfahren will, sollte das bei der Zeitplanung berücksichtigen. In Vík selbst liegt zudem die letzte Tankstelle vor einer längeren tankstellenfreien Strecke Richtung Osten – ein Zwischenstopp zum Auftanken lohnt sich also in jedem Fall.
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Übernachten & Essen in Vík
Wir haben in Vík übernachtet, um Reynisfjara und Dyrhólaey am nächsten Morgen ohne lange Anfahrt früh und mit wenig Verkehr erreichen zu können – für uns die entspanntere Variante, als am selben Tag noch weiterzufahren. Der Ort hat eine gute Auswahl an Hotels und Guesthouses für jedes Budget, dazu mehrere Restaurants und ein Café direkt im Ort.
- Hótel Vík í Mýrdal – nur wenige Gehminuten vom Ortsstrand entfernt, zentrale Lage direkt im Ort.
- Hótel Kría – etwas außerhalb des Ortskerns, moderner Neubau mit Panoramablick auf die Berge.
Tipp: Vík hat vergleichsweise wenige Unterkünfte für die hohe Nachfrage – in der Hochsaison (Juni–August) unbedingt früh buchen.
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Was liegt in der Nähe?
- Reynisfjara & Hálsanefshellir: der berühmte schwarze Strand mit Basaltsäulen-Höhle, nur wenige Minuten westlich von Vík.
- Kap Dyrhólaey: Felsbogen und Leuchtturm mit Panoramablick, ebenfalls nur eine kurze Fahrt entfernt.
- Flugzeugwrack Sólheimasandur: das ungewöhnliche Fotomotiv in der schwarzen Sandwüste, auf halbem Weg zwischen Skógafoss und Vík.
- Mýrdalsjökull: der Gletscher direkt über Vík, unter dem sich der Vulkan Katla verbirgt.
Häufige Fragen zu Vík í Mýrdal
Wie viele Einwohner hat Vík í Mýrdal?
Rund 600 Einwohner (Stand 2024) – damit ist Vík der größte Ort im Umkreis von 70 km an der Südküste.
Wie weit ist Vík von Reykjavík entfernt?
Rund 180 km bzw. gut 2,5 Stunden Fahrzeit über die Ringstraße.
Sind Víkurfjara und Reynisfjara derselbe Strand?
Nein, es sind zwei verschiedene Strände, getrennt durch den Berg Reynisfjall – Víkurfjara liegt direkt am Ort und ist deutlich ruhiger, Reynisfjara ist der bekanntere, aber auch vollere und gefährlichere Strand.
Warum steht die Kirche von Vík auf einem Hügel?
Damit sie im Falle eines Ausbruchs des Vulkans Katla und einer daraus folgenden Gletscherflut sicher bleibt – sie gilt als höchster und sicherster Punkt im Ort.
Lohnt sich eine Übernachtung in Vík?
Ja, besonders wenn Ihr Reynisfjara und Dyrhólaey früh am Morgen mit weniger Touristen erleben wollt. Der Ort selbst bietet gute Infrastruktur für einen entspannten Zwischenstopp.
Fazit
Vík í Mýrdal ist mehr als nur ein Wegpunkt zu den bekannteren Stopps drumherum – die Kirche auf dem Hügel und der ruhige Víkurfjara-Strand sind einen eigenen kurzen Besuch wert, gerade wenn Ihr eine Pause von den überlaufeneren Fotospots der Südküste sucht.