Aktivitäten & Erlebnisse

Fagradalsfjall Island: Wanderung zum erloschenen Vulkan (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 20. Aug. 2026

Fünf Jahre nachdem hier zum ersten Mal seit 800 Jahren wieder Lava aus dem Boden brach, ist der Fagradalsfjall auf der Reykjanes-Halbinsel längst kein Geheimtipp mehr – aber immer noch eines der wenigen Ziele weltweit, wo man zu Fuß über echte, junge Vulkanlandschaft wandert. Wir waren selbst dort und sind über die abgekühlten Lavafelder gelaufen, an denen 2021 noch alles glühte.

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Was ist der Fagradalsfjall?

Der Fagradalsfjall ist ein 385 Meter hoher Tafelvulkan auf der Reykjanes-Halbinsel im Südwesten Islands, rund 30 Kilometer von Reykjavík entfernt. Berühmt wurde er nicht durch den Berg selbst, sondern durch die Spalteneruptionen in seiner unmittelbaren Umgebung: Zwischen März 2021 und August 2023 brach hier gleich dreimal Lava aus dem Boden – die ersten Vulkanausbrüche auf der Halbinsel seit rund 800 Jahren.

Die Ausbruchsserie 2021–2023: von Geldingadalur bis Litli-Hrútur

Drei Ausbrüche prägen die Geschichte des Fagradalsfjall-Systems:

  • 19. März – 18. Dezember 2021 (Geldingadalur): Der erste Ausbruch dauerte rund neun Monate und zog Hunderttausende Besucher an – der bislang zugänglichste Vulkanausbruch der Welt.
  • 3. – 21. August 2022 (Meradalir): Rund 600 Meter vom ersten Ausbruchsort entfernt, deutlich kürzer, aber mit 5- bis 10-mal höherer Förderrate.
  • 10. Juli – 5. August 2023 (Litli-Hrútur): Der bislang letzte Ausbruch des Fagradalsfjall-Systems, noch einmal deutlich stärker als die beiden vorherigen.

Seither ist es am Fagradalsfjall selbst ruhig geblieben.

Wandern durch die Lavafelder am Fagradalsfjall, Reykjanes-Halbinsel

Fagradalsfjall oder Sundhnúkur – nicht verwechseln

Ein Punkt, der in vielen Reiseberichten durcheinandergeht: Seit Ende 2023 ist nicht mehr der Fagradalsfjall aktiv, sondern das rund 8 Kilometer westlich gelegene System bei Svartsengi und Sundhnúkur, direkt bei Grindavík. Dort hat es zwischen Dezember 2023 und August 2025 neun weitere Ausbrüche gegeben, die zeitweise Grindavík selbst bedrohten und zu einer monatelangen Evakuierung führten. Wer aktuell von „dem Vulkanausbruch auf Reykjanes“ liest, meint in der Regel dieses Sundhnúkur-System – nicht den Fagradalsfjall, dessen Ausbrüche seit Sommer 2023 vorbei sind. Für Besucher heißt das konkret: Am Fagradalsfjall selbst lauft Ihr heute über sicheres, seit Jahren erkaltetes Terrain.

Die Wanderrouten im Überblick

Ab den offiziellen Parkplätzen führen mehrere markierte Wege unterschiedlicher Länge zu den verschiedenen Ausbruchsstellen:

Weg Ziel Länge Dauer Schwierigkeit
Nátthagi Randbereich des 2021er-Lavafelds 2 km (einfach) 30–45 Min. leicht
Weg A Geldingadalur & Meradalir (2021/2022) 6–8 km (einfach) 2–2,5 Std. mittel
Weg C (Langihryggur) Panoramablick auf alle drei Ausbruchsstellen ca. 4 km (einfach) 1,5–2 Std. mittel
Weg E Litli-Hrútur (2023) 18–20 km (hin und zurück) 5–6 Std. anspruchsvoll

Längenangaben nach offizieller Wegweisung von Visit Reykjanes, Stand 2026. Einzelne Reiseblogs nennen abweichende Kilometerzahlen, weil sie Hin- und Rückweg unterschiedlich zusammenzählen – die Tabelle oben zeigt jeweils die Einzelstrecke, außer bei Weg E, wo die Gesamtdistanz beider Richtungen praktikabler ist.

Weg C bietet dabei das beste Verhältnis aus Aufwand und Aussicht: Ihr seht von einem Punkt aus alle drei Krater, ohne die vollen 18 Kilometer von Weg E laufen zu müssen. Wer wenig Zeit hat, nimmt Nátthagi – kurz, aber schon mit Blick auf den Rand des ältesten Lavafelds.

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Parkplatz, Gebühren & Anfahrt

Zwei offizielle Parkplätze dienen als Ausgangspunkte: P1 bei Geldingadalir und P2 bei Stóri-Leirdalur. Beide kosten pro Fahrzeug rund 1.000–1.200 ISK (ca. 7–9 €) für 24 Stunden, bezahlt wird ausschließlich per Parka-App, Barzahlung ist nicht möglich. Wildes Parken am Straßenrand ist verboten und wird geahndet.

Die Anfahrt dauert ab Reykjavík über die Straßen 41 und 427 etwa 45–60 Minuten, ab Grindavík nur rund 10 Minuten. Öffentliche Verkehrsmittel fahren die Parkplätze nicht an – ein Mietwagen ist hier praktisch Pflicht.

Wanderweg zum Aussichtspunkt am Fagradalsfjall, Island

Was seht Ihr heute am Fagradalsfjall?

Fließende Lava gibt es seit 2023 nicht mehr zu sehen – dafür weite Felder aus erstarrtem, schwarzgrauem Gestein, die markanten Kraterkegel der drei Ausbrüche und stellenweise noch aufsteigenden Dampf. Bleibt unbedingt auf den markierten Wegen: Das Gestein ist an manchen Stellen dünner als es aussieht, und unter der erkalteten Oberfläche kann es in Rissen und Spalten noch immer deutlich wärmer sein als an der Luft. Prüft vor dem Start zusätzlich safetravel.is auf aktuelle Wegsperrungen wegen Bodeninstabilität oder Gaswerten.

Beste Zeit für den Besuch

Die Hauptsaison liegt zwischen Juni und August, wenn es fast rund um die Uhr hell ist und das Wetter am stabilsten ist – dafür ist an den Parkplätzen mittags am meisten los. Kommt Ihr vor 9 Uhr oder nach 15 Uhr, trefft Ihr deutlich weniger andere Wanderer. In der Nebensaison (April/Mai, September/Oktober) ist es ruhiger, aber Wind und Wetterumschwünge sind schwerer einzuschätzen – feste, knöchelhohe Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung gehören bei jedem Wetter ins Gepäck.

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Erstarrtes Lavagestein am Fagradalsfjall auf der Reykjanes-Halbinsel

Auf eigene Faust oder mit Guide?

Die meisten Besucher laufen die kürzeren und mittleren Wege (Nátthagi, Weg A, Weg C) problemlos ohne Guide – sie sind gut markiert, verlaufen auf festem Untergrund und erfordern keine Spezialausrüstung. Ein Guide lohnt sich vor allem, wenn Ihr Weg E zum Litli-Hrútur plant (lange Strecke, unübersichtliches Terrain, höheres Risiko bei Wetterumschwung), wenig Erfahrung mit Wanderungen abseits befestigter Wege habt, oder mehr über die Geologie und die Ausbruchsgeschichte erfahren wollt, als ein Infoschild vermitteln kann. Geführte Halbtages- und Tagestouren starten meist ab Reykjavík oder direkt ab den Parkplätzen und beinhalten in der Regel Transport, Ausrüstung und fachkundige Erklärungen.

Aktuelle Lage prüfen: Grindavík & Sicherheit

Auch wenn der Fagradalsfjall selbst seit 2023 ruhig ist: Die gesamte Region bleibt geologisch aktiv, und die Lage kann sich kurzfristig ändern. Grindavík war nach der Evakuierung im November 2023 fast ein Jahr lang gesperrt und wurde am 21. Oktober 2024 wieder für Bewohner und Besucher freigegeben, der Wiederaufbau läuft weiter. Aktuelle Zugangsbeschränkungen meldet die isländische Katastrophenschutzbehörde tagesaktuell unter almannavarnir.is, Erdbeben- und Gaswerte liefert das Isländische Wetteramt unter en.vedur.is. Mehr zu Sicherheit und Notfallnummern generell findet Ihr in unserem Guide zu Gesundheit & Sicherheit in Island. Wer die Drohne mitnehmen will: Rund um Fagradalsfjall und Grindavík verhängt Almannavarnir bei akuter Aktivität kurzfristige, kleinräumige Flugverbote – Details dazu in unserem Guide zum Drohnenfliegen in Island.

Kombinieren mit Blauer Lagune & Reykjanes

Der Fagradalsfjall liegt mitten im Reykjanes UNESCO Geopark und lässt sich gut mit weiteren Zielen der Halbinsel zu einem Tagesprogramm verbinden – etwa mit der nur rund 20 Fahrminuten entfernten Blauen Lagune: Wanderung am Vormittag, warmes Bad am Nachmittag. Gerade direkt nach der Landung in Keflavík oder kurz vor dem Rückflug lässt sich das gut unterbringen, ohne einen Umweg von der Ringstraße zu machen.

Häufige Fragen zum Fagradalsfjall

Kann man 2026 noch fließende Lava am Fagradalsfjall sehen?

Nein. Der letzte Ausbruch des Fagradalsfjall-Systems endete am 5. August 2023. Ihr lauft heute über abgekühlte, erstarrte Lavafelder.

Wie lang ist die Wanderung zum Fagradalsfjall?

Je nach gewähltem Weg zwischen 2 km (Nátthagi, leicht) und rund 18–20 km hin und zurück (Weg E zum Litli-Hrútur-Krater von 2023, anspruchsvoll).

Was kostet der Besuch am Fagradalsfjall?

Die Wanderung selbst ist kostenlos, nur das Parken kostet rund 1.000–1.200 ISK pro Fahrzeug und Tag, zahlbar per Parka-App.

Ist der Vulkanausbruch bei Grindavík dasselbe wie der Fagradalsfjall?

Nein. Seit Ende 2023 ist ein anderes System aktiv, das bei Svartsengi/Sundhnúkur rund 8 km westlich des Fagradalsfjall liegt. Der Fagradalsfjall selbst hat seit August 2023 nicht mehr ausgebrochen.

Braucht man festes Schuhwerk für die Wanderung?

Ja, unbedingt. Das Lavagestein ist uneben und teils scharfkantig, festes, knöchelhohes Schuhwerk ist Pflicht, auch auf den kürzeren Wegen.

Fazit

Der Fagradalsfjall bleibt eines der eindrucksvollsten Ziele Islands, auch ohne aktive Lava: Wo vor wenigen Jahren noch glühendes Gestein floss, lauft Ihr heute über eine der jüngsten Landschaften der Erde. Prüft vor dem Start kurz die aktuelle Lage, wählt den passenden Weg für Eure Zeit und Kondition – und plant, wenn möglich, die Blaue Lagune oder einen weiteren Stopp auf der Reykjanes-Halbinsel gleich mit ein.

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