Ihr wollt Island abseits fester Hotelbuchungen erleben, flexibel bleiben und dabei die hohen isländischen Übernachtungspreise umgehen? Dann ist ein Camper oder Wohnmobil eine echte Alternative zum klassischen Mietwagen plus Hotel. Aber welcher Fahrzeugtyp passt zu Eurer Route, was kostet das wirklich, und wo dürft Ihr überhaupt übernachten? Wir zeigen Euch die Unterschiede zwischen Campervan, SUV mit Dachzelt und echtem Wohnmobil, was sie kosten und worauf Ihr bei Camping-Regeln und Streckenplanung achten solltet.
Zuletzt aktualisiert: September 2026
Welcher Camper-Typ passt zu Eurer Island-Route?
Die Wahl hängt vor allem davon ab, ob Ihr ins Hochland wollt oder auf der Ringstraße bleibt. Es gibt vier gängige Kategorien, die sich in Preis und Geländetauglichkeit deutlich unterscheiden.
Normaler Campervan (z. B. VW Caddy) – günstig, aber nur Ringstraße
Ein klassischer Campervan bietet ein Bett im Fahrzeug und oft eine kleine Kochmöglichkeit, meist ohne Allradantrieb. Das bedeutet: Hochland und F-Roads sind tabu, Ihr bleibt auf asphaltierten Straßen. Für eine reine Ringstraßen-Rundreise im Sommer reicht das völlig aus.
4×4-Campervan – der Geheimtipp für einfache Hochlandpisten
Weniger bekannt, aber ein echter Unterschied zum reinen Ringstraßen-Campervan: Mehrere Vermieter bieten inzwischen auch allradgetriebene Campervans an, die für einfache F-Roads zugelassen sind. Sie kosten mehr als die normale Variante, sparen Euch aber die Kombination aus separatem Geländewagen und Zelt, wenn Ihr sowohl schlafen als auch ins Hochland wollt.
SUV mit Dachzelt – das Beste aus beiden Welten

Ein Allrad-SUV wie der Dacia Duster mit aufgesetztem Dachzelt kombiniert Hochlandtauglichkeit mit einfachem Camping. Das Zelt ist in wenigen Minuten aufgebaut, tagsüber fahrt Ihr ein ganz normales, wendiges Auto. Mehr zu den SUV-Modellen selbst und zur Frage, ob Ihr überhaupt Allrad braucht, findet Ihr in unserem Mietwagen-Guide.
Echtes Wohnmobil – maximaler Komfort, nur Ringstraße
Größere Wohnmobile bieten festes Bett, Bad und Küche, sind aber nicht hochlandtauglich und wegen ihrer Größe auf schmalen isländischen Nebenstraßen und bei starkem Wind spürbar unhandlicher. Die mit Abstand teuerste, aber komfortabelste Option.
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Was kostet ein Camper in Island?
Die Preise hängen stark von Saison, Fahrzeuggröße und Buchungszeitpunkt ab. Als grobe Orientierung für eine Woche in der Hauptsaison (Juni bis August): einfache Campervans ohne Allrad ab rund 1.000–1.200 €, SUV mit Dachzelt etwa 700–900 €, 4×4-Campervans für Hochlandpisten liegen meist darüber, und ein größeres Wohnmobil startet ab etwa 3.000 € pro Woche. Außerhalb der Hochsaison (November bis Februar) sind die Tagespreise oft deutlich niedriger – dafür ist dann auch das Campingplatz-Netz stark ausgedünnt (siehe unten). Bedenkt zusätzlich Campingplatzgebühren von rund 20–30 € pro Nacht für zwei Personen sowie die seit Januar 2026 geltende kilometerbasierte Straßensteuer, die bei den meisten Vermietern bereits im Buchungspreis enthalten ist – das beim Buchen aber unbedingt gegenprüfen.
Campingplätze & die Iceland Camping Card
Island hat ein dichtes Netz an offiziellen Campingplätzen, die meisten davon aber nur von Mai bis September geöffnet. Ein Stellplatz für zwei Personen kostet rund 20–30 € pro Nacht, in Nationalparks kommen teils zusätzliche Gebühren für Strom oder eine Übernachtungsabgabe pro Fahrzeug hinzu. Wer 8 bis 10 Nächte oder mehr campt, für den lohnt sich häufig die Iceland Camping Card mit Zugang zu über 30 teilnehmenden Plätzen – Details und aktuelle Preise findet Ihr in unserem Island Kosten Guide. Ein besonders schönes Beispiel für einen Campingplatz abseits des Massentourismus ist der Platz bei Þakgil nahe Vík, mit einem natürlichen Höhlen-Aufenthaltsraum.
Wildcampen: Was ist mit dem Camper erlaubt?
Wildcampen mit einem Fahrzeug – egal ob Wohnmobil, Campervan oder SUV mit Dachzelt – ist in Island grundsätzlich verboten, außer mit ausdrücklicher Erlaubnis des Grundbesitzers. Das gilt auch für kurze Übernachtungen auf Parkplätzen oder an Aussichtspunkten. Übernachtet werden darf mit dem Fahrzeug praktisch ausschließlich auf einem der offiziellen Campingplätze. Mehr zu den Camping-Regeln und allen anderen Unterkunftsarten in Island lest Ihr in unserem Guide zum Übernachten in Island.
Lohnt sich ein Camper im Winter?
Grundsätzlich möglich, aber deutlich anspruchsvoller als im Sommer: Stürme und vereiste Straßen erschweren gerade größere Wohnmobile, viele Campingplätze abseits der größeren Orte sind ganz geschlossen, und Ihr braucht in jedem Fall ein beheizbares, wintertaugliches Fahrzeug. Für eine erste Islandreise im Winter empfehlen wir eher Mietwagen plus Hotel oder Gästehaus. Wer Wintercamping-Erfahrung mitbringt, sollte gezielt nach einem Anbieter mit Winterausstattung (Standheizung, Winterreifen) fragen.
Praktische Tipps für Camper & Wohnmobil
Vor der Abreise ins Hochland immer volltanken, da es auf F-Roads keine Tankstellen gibt – mehr zu den einzelnen Pisten in unserem Hochlandpisten-Guide. Entsorgungsstationen für Grauwasser und Toilettenkassette findet Ihr an größeren Campingplätzen, nicht aber an jedem kleinen Platz – bei der Buchung oder Übergabe des Fahrzeugs gezielt danach fragen. Duschen sind auf den meisten Campingplätzen vorhanden, oft gegen eine kleine Extragebühr in Münzen. Zu den allgemeinen Verkehrsregeln, Tempolimits und Bußgeldern in Island (z. B. Lichtpflicht, Handyverbot am Steuer) findet Ihr alle Details in unserem Guide zum Autofahren in Island.
Häufige Fragen zu Camper & Wohnmobil in Island
Braucht man für einen Camper in Island Allrad?
Nur wenn Ihr ins Hochland oder auf F-Roads wollt. Für eine reine Ringstraßen-Route reicht ein normaler Campervan ohne Allrad.
Darf man mit dem Camper überall wild campen?
Nein. Wildcampen mit einem Fahrzeug ist in Island grundsätzlich verboten, außer mit Erlaubnis des Grundbesitzers. Übernachtet wird auf offiziellen Campingplätzen.
Was kostet ein Camper pro Woche in Island?
Von rund 700–900 € für ein SUV mit Dachzelt bis ab etwa 3.000 € für ein großes Wohnmobil in der Hauptsaison, je nach Fahrzeugtyp und Buchungszeitpunkt. Dazu kommen Campingplatzgebühren von etwa 20–30 € pro Nacht.
Sind Campingplätze in Island ganzjährig geöffnet?
Die meisten nicht – das Gros der Plätze hat nur von Mai bis September geöffnet. Für eine Wintertour müsst Ihr gezielt nach ganzjährig geöffneten Plätzen suchen.
Fazit
Ein Camper oder Wohnmobil lohnt sich vor allem für längere Islandreisen, bei denen Ihr Hotelkosten sparen und flexibel bleiben wollt. Für die reine Ringstraße reicht ein einfacher Campervan, fürs Hochland braucht Ihr zwingend Allrad – entweder als 4×4-Campervan oder als SUV mit Dachzelt. Wichtigste Regel dabei: Übernachtet wird auf offiziellen Campingplätzen, Wildcampen mit dem Fahrzeug ist tabu.