Egal ob Ihr im Hochsommer bei 15°C oder im Winter bei Schneetreiben unterwegs seid: Die Island-Packliste unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Sommerreise. Entscheidend ist weniger die Menge an Kleidung als das richtige Prinzip dahinter – Schichten statt Einzelteile. Wir zeigen Euch, was wirklich in den Koffer gehört, was Ihr Euch sparen könnt und worauf Ihr je nach Jahreszeit besonders achten solltet.
Zuletzt aktualisiert: September 2026
Das Zwiebelprinzip: Die Basis jeder Island-Packliste
Statt einer dicken Jacke packt Ihr für Island am besten mehrere dünnere Schichten, die sich flexibel kombinieren lassen. Das liegt daran, dass sich das Wetter mehrmals am Tag ändern kann – ein Sonnenstrahl und ein Hagelschauer liegen in Island oft nur wenige Minuten auseinander. Bewährt hat sich die Drei-Schichten-Regel: eine atmungsaktive Basisschicht direkt auf der Haut (Merino oder Funktionsfaser, kein Baumwoll-T-Shirt, da es bei Nässe kalt am Körper klebt), eine wärmende Mittelschicht (Fleece oder dünne Daunenjacke) und eine winddichte, wasserfeste Außenschicht. So könnt Ihr bei Bedarf eine Schicht ausziehen, statt mit einer einzigen, zu warmen oder zu kalten Jacke festzustecken.
Kleidung: Die Grundausstattung für jede Jahreszeit

Unabhängig von der Reisezeit gehören folgende Teile in jeden Island-Koffer: eine winddichte und wasserfeste Regenjacke (Hardshell schlägt eine normale Regenjacke deutlich, da der isländische Wind selbst mit Schirm keine Chance lässt), feste, eingelaufene Wanderschuhe mit gutem Profil, mehrere Paar warme Socken (idealerweise Wollsocken), eine Mütze und Handschuhe, sowie Badesachen – die gehören unabhängig von der Jahreszeit in jeden Koffer, denn Hot Pots und Geothermalbäder sind ganzjährig in Betrieb. Dazu ein leichtes Handtuch (schnelltrocknendes Mikrofaser-Handtuch spart Platz) und Flip-Flops oder Badeschuhe für den kurzen, oft kalten Weg zwischen Umkleide und Becken.
Sommer-Packliste (Juni bis August)
Auch im isländischen Sommer bleiben Temperaturen von 10-15°C die Regel, an guten Tagen bis 18-20°C. Zusätzlich zur Grundausstattung lohnen sich: eine leichte, atmungsaktive Wanderjacke für längere Touren, kurzärmelige Shirts als Basisschicht bei wärmeren Tagen, eine Sonnenbrille (die tief stehende Sommersonne blendet stark) und Sonnencreme. Wegen der fast durchgehenden Helligkeit rund um die Sommersonnenwende packt Ihr am besten eine Schlafmaske ein – ohne Verdunkelung fällt vielen das Einschlafen deutlich schwerer als erwartet.
Winter-Packliste (November bis März)
Im Winter braucht Ihr eine deutlich wärmere Ausstattung: eine isolierte Winterjacke statt der leichten Softshell, Thermounterwäsche als Basisschicht, wasserdichte Winterstiefel mit gutem Profil für vereiste Gehwege (Grödel/Spikes zum Überziehen sind bei Glatteis Gold wert und passen in jede Jackentasche), sowie dickere, winddichte Handschuhe. Eine Sonnenbrille bleibt auch im Winter sinnvoll – tief stehende Sonne und Schnee blenden gemeinsam besonders stark. Handcreme gegen die trockene Winterluft und Lippenpflege mit UV-Schutz sind kleine, aber oft unterschätzte Ergänzungen.
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Technik & Elektronik
Island nutzt Steckdosen vom europäischen Typ F (Schuko), Reisende aus UK, USA oder Australien brauchen also einen Adapter. Praktisch sind außerdem: eine Powerbank für lange Fahrtage ohne Steckdose in Reichweite, ein Auto-USB-Ladegerät fürs Handy während der Rundreise, sowie – gerade für Nordlicht-Jäger – ein Stativ und eine Kamera mit manuellem Modus. Eine Stirnlampe ist im Winter bei den kurzen Tageslichtstunden nützlich, im Sommer dagegen meist überflüssig.
Was Ihr Euch sparen könnt
Nicht alles, was oft auf Packlisten steht, ist in Island wirklich nötig. Ein Regenschirm bringt bei isländischem Wind so gut wie nichts und wird meist binnen Minuten zerstört – eine gute Regenjacke ersetzt ihn vollständig. Einen Schlafsack braucht Ihr nur, wenn Ihr tatsächlich zeltet oder in einer einfachen Hütte ohne Bettwäsche übernachtet; bei Hotels, Gästehäusern und den meisten Ferienwohnungen ist Bettwäsche immer inklusive. Und ein eigenes Fernglas für die Vogel- oder Walbeobachtung ist bei den meisten organisierten Touren überflüssig, da die Anbieter in der Regel welche stellen.
Welches Gepäck eignet sich am besten?
Ein weicher Duffel-Bag oder eine flexible Reisetasche lässt sich in kleineren Mietwagen-Kofferräumen meist leichter verstauen als ein starrer Hartschalenkoffer, besonders wenn Ihr zu zweit oder zu dritt unterwegs seid und Kofferraumplatz knapp wird. Für Hochland- oder Camping-Touren mit mehreren Gepäckstücken im selben Fahrzeug ist das oft der entscheidende Unterschied zwischen „passt gerade so“ und „passt nicht“. Ein zusätzlicher, kleiner Rucksack für Tagesausflüge und Wanderungen lohnt sich fast immer – darin transportiert Ihr Regenjacke, Wasserflasche und Kamera griffbereit, während der Rest im Auto bleibt.
Dokumente-Checkliste
Vor der Abreise gehören folgende Unterlagen griffbereit, am besten digital und als Ausdruck: Reisepass oder Personalausweis (für EU-Bürger reicht der Personalausweis, da Island Teil des Schengen-Raums ist), Kreditkarte(n) – mehr zu Bezahlgewohnheiten und Gebühren findet Ihr in unserem Guide zu Geld & Kreditkarten in Island, Buchungsbestätigungen für Mietwagen und Unterkünfte, sowie eine Reise- bzw. Auslandskrankenversicherung. Details zur medizinischen Absicherung und zum Notruf vor Ort haben wir in unserem Guide zu Gesundheit & Sicherheit in Island zusammengefasst.
Packliste je nach Reiseart
Wer hauptsächlich Reykjavík und die Umgebung erkundet, kommt mit der Grundausstattung plus bequemen Alltagsschuhen gut aus. Für eine Wander- oder Hochlandreise braucht Ihr zusätzlich eingelaufene, knöchelhohe Wanderschuhe, ggf. Wanderstöcke und ein kleines Erste-Hilfe-Set. Wer campt, ergänzt die Liste um Schlafsack, Isomatte und wetterfestes Zelt – Details zu geeigneten Camping-Optionen findet Ihr in unserem Guide zum Übernachten in Island.
Häufige Fragen zur Island-Packliste
Brauche ich im isländischen Sommer eine Winterjacke?
Nein, eine winddichte Softshell- oder leichte Wanderjacke reicht im Sommer meist aus. Eine echte Winterjacke ist nur für Hochland-Touren mit größerer Kälteerwartung sinnvoll.
Sind Badesachen wirklich das ganze Jahr nötig?
Ja. Hot Pots, Geothermalbäder und Schwimmbäder sind ganzjährig in Betrieb und gehören zu den beliebtesten Aktivitäten in Island – unabhängig davon, ob Ihr im Juli oder im Januar reist.
Brauche ich Wanderstöcke für Island?
Nur für anspruchsvollere Wanderungen im Hochland oder auf Gletschern nötig. Für die meisten Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße reichen normale, feste Wanderschuhe aus.
Welchen Steckertyp braucht man in Island?
Island nutzt den europäischen Steckertyp F (Schuko) mit 230V. Reisende aus Ländern außerhalb Kontinentaleuropas benötigen einen Adapter.
Lohnt sich eine Regenhose?
Bei geplanten Wanderungen oder längeren Outdoor-Aktivitäten ja, da isländischer Regen oft mit starkem Wind kombiniert auftritt. Für eine reine Rundreise mit kurzen Stopps ist sie meist verzichtbar.
Fazit
Die wichtigste Regel für die Island-Packliste lautet: mehrere dünne Schichten statt einer dicken Jacke, dazu feste Schuhe und Badesachen – unabhängig von der Jahreszeit. Wer sich an das Zwiebelprinzip hält und die saisonalen Ergänzungen aus diesem Guide berücksichtigt, ist für praktisch jedes isländische Wetter gerüstet, ohne unnötigen Ballast im Koffer.