Der Goðafoss – „Wasserfall der Götter“ – ist einer der bekanntesten Wasserfälle Nordislands, nicht nur wegen seiner Form, sondern wegen seiner Geschichte: Hier soll um das Jahr 1000 der Übergang Islands zum Christentum symbolisch besiegelt worden sein.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Historische Bedeutung des Goðafoss
Die Geschichte des Goðafoss ist eng mit einem der prägendsten Ereignisse der isländischen Geschichte verknüpft – dem Übergang zum Christentum um das Jahr 1000. Þorgeir Ljósvetningagoði, damals Gesetzessprecher des Althing (Islands Parlament), stand vor der Entscheidung, welche Religion die Insel künftig prägen sollte.
Der Überlieferung nach entschied er sich nach langer Bedenkzeit für das Christentum, um den inneren Frieden der isländischen Gesellschaft zu wahren. Um diesen Schritt zu besiegeln, soll er seine heidnischen Götterstatuen in den Wasserfall geworfen haben – daher der Name „Wasserfall der Götter“.
Anreise zum Goðafoss
Der Goðafoss liegt im Nordosten Islands, direkt an der Ringstraße (Route 1) und damit einer der am leichtesten erreichbaren großen Wasserfälle des Landes – auf halbem Weg zwischen Akureyri (ca. 45 Minuten, 50 km) und dem Mývatn-See (ca. 35 Minuten, 50 km). Aus Reykjavík sind es rund 6 Stunden bzw. 430 km einfache Strecke.
Es gibt kostenlose Parkplätze auf beiden Seiten des Flusses, von dort führen kurze, gut ausgeschilderte Wege zu den Aussichtspunkten. Am Fosshóll direkt gegenüber gibt es ein Café mit Toiletten – die Öffnungszeiten variieren saisonal (im Sommer meist 8–18 Uhr, im Winter kürzer).
Alternativ lässt sich der Goðafoss auch mit einer organisierten Tour ab Akureyri besuchen – viele Nordisland-Touren machen hier ohnehin Halt.
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Praktische Infos zum Goðafoss
- Höhe: ca. 12 Meter
- Breite: ca. 30 Meter
- Eintritt: kostenlos
- Parkplatz: kostenlos, auf beiden Seiten des Flusses
- Café/Toiletten: am Fosshóll, saisonale Öffnungszeiten
- Rundweg: eine Brücke verbindet beide Flussseiten – wer beide Aussichtspunkte besucht, läuft insgesamt rund 2,5 km
- Beste Reisezeit: Juni–August für lange Tage und beste Wegverhältnisse, Winter für eine vereiste Kulisse (dann rutschige Wege einplanen)
Die natürliche Schönheit des Goðafoss
Das Wasser des Flusses Skjálfandafljót stürzt in einem halbkreisförmigen Bogen über dunkle Basaltfelsen – der Kontrast zwischen dem eisblauen Wasser und dem schwarzen Gestein ist es, der den Goðafoss neben seiner Geschichte so fotogen macht.
Auf der Westseite führt ein Weg zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die gesamte Breite des Falls, auf der Ostseite kommt Ihr näher an das herabstürzende Wasser heran. Für Fotos empfiehlt sich früher Morgen oder späterer Nachmittag – dann ist es meist auch deutlich weniger voll.
Wichtig für die Sicherheit: An den Aussichtspunkten – besonders auf der Westseite – gibt es keine durchgehenden Geländer. Die Felsen können bei Nässe und im Winter rutschig sein, haltet also ausreichend Abstand zur Kante und lasst Kinder nicht unbeaufsichtigt in Wassernähe.
Was liegt in der Nähe vom Goðafoss?
- Mývatn-See: nur eine kurze Fahrt entfernt, bekannt für Geothermie und Vogelwelt.
- Ásbyrgi: die hufeisenförmige Schlucht ist einen Tagesausflug wert – mehr dazu in unserem Nordisland-Guide.
- Hverir: das Geothermalgebiet mit brodelnden Schlammlöchern liegt ebenfalls in der Region.
- Aldeyjarfoss: ein deutlich weniger besuchter Wasserfall mit markanten Basaltsäulen, rund 44 km über Straße 842 und die Hochlandpiste F26 (nur im Sommer geöffnet, letzte 4 km offiziell nur mit 4×4) – ausführlich in unserem Guide zu den Wasserfällen bei Akureyri.
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Häufige Fragen zum Goðafoss
Wie hoch ist der Goðafoss?
Der Goðafoss ist rund 12 Meter hoch und etwa 30 Meter breit – vergleichsweise klein, aber durch die halbkreisförmige Form und die Basaltfelsen einer der markantesten Wasserfälle Islands.
Ist der Besuch am Goðafoss kostenlos?
Ja, sowohl Eintritt als auch Parkplätze auf beiden Seiten des Flusses sind kostenlos.
Wie lange dauert ein Besuch am Goðafoss?
Für die Aussichtspunkte auf beiden Seiten solltet Ihr 30 bis 45 Minuten einplanen, mit Café-Stopp am Fosshóll entsprechend mehr.
Woher hat der Goðafoss seinen Namen?
„Wasserfall der Götter“ – benannt nach der Legende, dass Þorgeir Ljósvetningagoði um das Jahr 1000 seine heidnischen Götterstatuen hier in den Fluss warf, als Island zum Christentum überging.
Fazit
Der Goðafoss ist einer der wenigen großen Wasserfälle Islands, den Ihr ganz ohne Umweg von der Ringstraße aus erreicht – kein Wanderweg, keine Parkgebühr, kein Zeitdruck. Genau deshalb lohnt sich auch ein kurzer Zwischenstopp, wenn Ihr eigentlich auf dem Weg zum Mývatn-See oder nach Akureyri seid.



