Norden

Mývatn See Island: Sehenswürdigkeiten, Naturbad & Tipps (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 31. Juli 2026

Der Mývatn-See im Nordosten Islands, gelegen in der Nähe des beeindruckenden Wasserfalls Goðafoss und der Walbeobachtungshochburg Húsavík, ist ein Ort von seltener Schönheit. Mývatn, mit einer Länge von fast 7 km, ist der viertgrößte See Islands und hat seinen Ursprung in vulkanischen Aktivitäten. Die fast 50 kleinen Inseln, die auf dem nur etwa 4 Meter tiefen Mývatn-See verstreut sind, machen ihn zu einem echten Naturwunder. Der See ist reich an Fischen und bietet zahlreichen Vogelarten ein Zuhause, was ihn zu einem beliebten Ziel für Naturfreunde macht.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Mývatn See in Island – Ein Naturparadies

Mývatn bedeutet wörtlich „Mückensee“, und wie der Name schon sagt, gibt es hier viele Mücken. Bei unserem Besuch blieben wir verschont, was wohl am regnerischen und windigen Wetter lag. Normalerweise solltet Ihr Euch aber auf viele dieser kleinen Plagegeister einstellen, besonders im Hochsommer. Für die Vogelwelt sind die Mückenschwärme allerdings eine wichtige Nahrungsquelle.

Das Gebiet um den See ist geothermisch sehr aktiv, was auch auf die Nähe zur Grenze zwischen der eurasischen und der amerikanischen Kontinentalplatte zurückzuführen ist.

Ihr könnt einmal um den See herumfahren und dabei zahlreiche Sehenswürdigkeiten entdecken. Die Strecken sind kurz, sodass Ihr genügend Zeit habt, die malerische Umgebung zu fotografieren und zu genießen.

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Sehenswürdigkeiten rund um den Mývatn-See

Dimmuborgir – das Lavafeld der „dunklen Burgen“

Dimmuborgir ist eines der bizarrsten Lavafelder Islands – ein Labyrinth aus schwarzen, bis zu 20 Meter hohen Lavatürmen und -bögen, entstanden vor rund 2.300 Jahren, als ein Lavastrom über einen sumpfigen See floss und dabei Dampfsäulen einschloss. Der isländischen Sage nach soll das Lavafeld der Eingang zur Unterwelt sein. Mehrere markierte Wanderwege (15 Minuten bis 2 Stunden) führen durch die Formationen, der Eintritt ist kostenlos.

Mývatn-See im Norden Islands mit vulkanischen Pseudokratern am Ufer

Thermal-Höhlen

In der Nähe des Mývatn-Sees gibt es mehrere Höhlen mit heißem Thermalwasser, die theoretisch zum Baden geeignet wären. Allerdings gibt es keine genauen Informationen zur Wasserqualität und möglichen Krankheitserregern, daher ist Vorsicht geboten.

Die beiden kleineren Höhlen, Stóragjá genannt, sind mit warmem Thermalwasser gefüllt. Ihr könnt einen Blick hineinwerfen, aber um die gesamte Höhle zu sehen, müsstet Ihr Euch mit einem Seil in das Wasser hinablassen, was wir jedoch nicht empfehlen.

Spannender ist die Grjótagjá-Höhle in der Nähe. Diese ist viel größer und Ihr könnt hineinlaufen und das klare, türkisfarbene Wasser bewundern. Auch hier ist das Baden verboten. Die Höhle war lange ein beliebter Badeort, aber aufgrund von Lavaausbrüchen in der Nähe ist die Wassertemperatur auf teils über 50 Grad gestiegen – zu heiß und potenziell gefährlich zum Baden.

Grjótagjá Lavahöhle bei Mývatn mit türkisfarbenem Thermalwasser

Geothermalgebiet Hverir

Stellt Euch eine Landschaft vor, die fast wie von einem anderen Planeten erscheint. In Hverir werdet Ihr von dampfenden Fumarolen und brodelnden Schlammquellen begrüßt, die Euch das Gefühl geben, in einer völlig anderen Welt zu sein. Das Gebiet ist bekannt für seine beeindruckende geothermische Aktivität. Überall, wo Ihr hinseht, seht Ihr dampfende Erdspalten und farbenfrohe Mineralablagerungen, die die Erdoberfläche bedecken.

Eines der ersten Dinge, die Euch auffallen werden, ist der intensive Geruch nach Schwefel. Aber keine Sorge, Ihr gewöhnt Euch schnell daran! Dieser Geruch ist ein Zeichen der intensiven geothermischen Aktivität, die unter Euren Füßen stattfindet.

Geothermalgebiet am Mývatn-See im Norden Islands

Hverir bietet auch hervorragende Fotomotive. Die leuchtend orangen und roten Farbtöne der Erde, gemischt mit dem Weiß der Dampfwolken, schaffen ein surreales und atemberaubendes Bild. Vergesst also nicht, Eure Kamera mitzunehmen!

Ein Spaziergang durch Hverir sowie die angrenzende Námafjall-Wanderung sind wie eine Reise in eine andere Welt. Mehr Details zu Anfahrt und Wanderung findet Ihr in unserem ausführlichen Hverir-Guide.

Höfði

Höfði ist ein malerisches Fleckchen in der Nähe des Mývatn-Sees, das Euch mit seiner atemberaubenden Natur verzaubern wird. Stellt Euch einen kleinen, friedlichen Wald vor, der direkt an den klaren See grenzt. Höfði ist berühmt für seine einzigartigen, aus dem Wasser ragenden Felsformationen und bietet Euch perfekte Momente der Ruhe.

Während Eures Spaziergangs durch den Wald könnt Ihr die Schönheit Islands in vollen Zügen genießen. Vergesst nicht, Euren Fotoapparat mitzunehmen, denn die Aussicht auf den See, umgeben von diesen faszinierenden Felsstrukturen, ist einfach magisch.

Höfði-Wald am Mývatn-See mit markanten Felsformationen im Wasser

Mývatn-See Aussichtspunkt

Obwohl der See selbst nicht das Haupt-Highlight ist, bietet ein Aussichtspunkt am nordwestlichen Ufer wunderschöne Blicke auf Mývatn.

Reiten am Mývatn

Die geothermale Landschaft rund um den See eignet sich gut für einen Ausritt auf einem Islandpferd – weniger Touristen als im Süden, dazu die ursprüngliche Vulkanlandschaft als Kulisse. Details zu Anbietern, Preisen und den besonderen Gangarten der Islandpferde findet Ihr in unserem Guide zum Reiten in Island.

Earth Lagoon Mývatn (früher: Mývatn Nature Baths)

Wenn Ihr Euch nach Eurer Reise entspannen möchtet, empfehlen wir die Earth Lagoon Mývatn* – bekannt als die „Blaue Lagune des Nordens“ und deutlich weniger überlaufen. Das Bad wurde umfassend umgebaut, ist seit Juli 2026 unter neuem Namen wieder geöffnet und läuft aktuell in Teilbetrieb, sodass einzelne Bereiche noch nach und nach hinzukommen. Mit Wassertemperaturen zwischen 36-40°C ist es der perfekte Ort, um nach einem Tag voller Erkundungen zu entspannen.

Wichtig: Der Eintritt hat sich mit dem Umbau spürbar erhöht. Das Basisticket „Earth Essential“ kostet ca. 7.900 ISK (rund 55 €), das „Earth Signature“-Ticket mit Handtuch, Getränk und Bistro-Rabatt ca. 9.900 ISK (rund 69 €). Kinder bis 5 Jahre sind in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos. Ältere Quellen nennen hier noch deutlich niedrigere Preise um 38 € – das ist mit dem Rebranding und Umbau 2026 überholt, aktuelle Preise vor der Buchung immer direkt bei Earth Lagoon prüfen.

Wo übernachten am Mývatn?

Wer den Norden Islands entspannt erkunden will, übernachtet am besten direkt in der Region rund um den Mývatn-See – von hier aus sind Hverir, Dimmuborgir und Goðafoss alle in kurzer Fahrzeit erreichbar. Die Auswahl ist kleiner als in Akureyri, dafür ist die Lage unschlagbar. Unterkünfte lassen sich bequem über Booking.com vergleichen und buchen – in der Hochsaison (Juni–August) empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.

Hotel am Mývatn-See, Ausgangspunkt für Erkundungen der Region

Häufige Fragen zum Mývatn-See

Wie groß ist der Mývatn-See?

Mit einer Länge von fast 7 km ist Mývatn der viertgrößte See Islands, aber nur rund 4 Meter tief.

Was bedeutet der Name Mývatn?

Wörtlich übersetzt „Mückensee“ – benannt nach den zahlreichen Mücken, die hier vor allem im Hochsommer auftreten, aber für die reiche Vogelwelt eine wichtige Nahrungsquelle sind.

Was kostet der Eintritt ins Earth Lagoon Mývatn?

Das Basisticket kostet seit dem Umbau 2026 ca. 7.900 ISK (rund 55 €), höhere Tarifstufen mit mehr Leistungen kosten entsprechend mehr.

Kann man in den Thermal-Höhlen bei Mývatn baden?

Nein, das Baden ist in Stóragjá und Grjótagjá offiziell verboten – teils wegen unklarer Wasserqualität, teils weil das Wasser inzwischen zu heiß ist.

Wie viel Zeit sollte man für den Mývatn-See einplanen?

Für die wichtigsten Highlights (Dimmuborgir, Hverir, Höfði) reicht ein halber Tag, mit Entspannung im Earth Lagoon plant besser einen ganzen Tag ein.

Fazit zum Mývatn-See

Wir verbrachten etwa einen halben Tag an den Sehenswürdigkeiten des Mývatn-Sees und fanden die Gegend insgesamt eher weniger spektakulär als andere Ecken Islands. Während der See selbst vielleicht nicht im Mittelpunkt steht, sind die umliegenden Attraktionen – allen voran Dimmuborgir und Hverir – durchaus einen Besuch wert, besonders wenn Ihr genug Zeit habt.

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