Norden

Hverir Island: Geothermalgebiet Hverarönd & Námafjall-Wanderung (2026)

von sabrina · Aktualisiert: 13. Juli 2026

Sobald Ihr aus dem Auto steigt, riecht Ihr es sofort: Schwefel. Nicht unangenehm — eher irgendwie aufregend, weil Ihr wisst, dass Ihr gleich etwas sehen werdet, das sich anfühlt wie ein anderer Planet. Hverir ist einer der eindrucksvollsten Orte, die wir auf Island besucht haben. Die Erde brodelt, dampft und blubbert — und das alles direkt an der Ringstraße, kostenlos und ohne große Vorbereitung.

In diesem Artikel erfahrt Ihr alles was Ihr für Euren Besuch wissen müsst — inklusive der Námafjall-Wanderung, die die meisten Touristen verpassen.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026

Quick Overview
Reisedauer1 Tag
Beste ReisezeitJuni – September

Was ist Hverir? Hverarönd, Námafjall — alles dasselbe?

Fast. Hverir (offiziell: Hverarönd) ist das Geothermalgebiet am Fuße des Berges Námafjall, östlich des Mývatn-Sees im Nordosten Islands. Das Gebiet liegt direkt am aktiven Vulkansystem Krafla — und genau das spürt und riecht Ihr. Die drei Namen tauchen in verschiedenen Quellen auf, meinen aber denselben Ort:

  • Hverir — der geläufige Kurzname
  • Hverarönd — der offizielle isländische Name
  • Námafjall — der Bergkamm über dem Geothermalgebiet
  • Eldhús djöfulsins — „Teufels Küche“, ein inoffizieller Spitzname unter Isländern
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Hverir, Geysir oder Gunnuhver — was ist der Unterschied?

Eine häufige Verwirrung: Hverir wird oft mit dem Geysir am Golden Circle oder Gunnuhver auf Reykjanes verwechselt — dabei sind alle drei grundverschieden. Geysir dreht sich um den ausbrechenden Wasserstrahl, Strokkur schießt alle 5–10 Minuten Wasser in die Luft — in Hverir gibt es dagegen gar keine Geysire, nur Schlammlöcher und Fumarolen. Gunnuhver bei Reykjanes ist Islands größter Schlammtopf, kleiner als Hverir, aber direkt an der Küste.

Was erwartet Euch in Hverir?

Hverir ist kein Ort wo Ihr gemütlich spaziert. Überall dampft und blubbert es. Fumarolen — das sind Dampfaustrittstellen im Vulkangestein — zischen aus dem Boden. Schlammbecken kochen bei über 100°C. Der Boden leuchtet in Orange, Rot und Gelb durch die Schwefel- und Mineralablagerungen. Übrigens kein Zufall, dass es sich hier so unwirklich anfühlt: NASA-Astronauten haben die Gegend tatsächlich schon für Trainingszwecke genutzt, weil sie der Mondoberfläche erstaunlich ähnlich sieht.

Ehrlich gesagt: Ihr müsst hier keine große Tour machen. Schon ein Spaziergang über das Gelände reicht, um von dieser Landschaft völlig in den Bann gezogen zu werden. Plant mindestens 45–60 Minuten ein — mehr wenn Ihr fotografieren wollt.

Hverir Geothermalgebiet Island – dampfende Fumarolen und bunte Mineralablagerungen am Námafjall

Tipp: Bleibt unbedingt auf den markierten Wegen. Der Boden rund um die Dampfquellen ist heiß, instabil und kann einbrechen. Warnschilder ernst nehmen.

Die Námafjall-Wanderung — der Geheimtipp den die meisten verpassen

Fast alle Besucher schauen sich Hverir von unten an und fahren weiter. Dabei lohnt sich der Aufstieg auf den Námafjall-Bergrücken enorm — Ihr bekommt einen Blick über das gesamte Geothermalgebiet und den Mývatn-See, den Ihr von unten einfach nicht habt.

Kurzinfos zur Námafjall-Wanderung:

  • Länge: ca. 3 km (hin & zurück)
  • Dauer: 1,5–2,5 Stunden
  • Höhenmeter: ca. 130 m
  • Schwierigkeit: mittel
  • Start: Parkplatz Hverir direkt an der Ringstraße

Der Weg beginnt direkt am Parkplatz. Ein gut markierter Pfad führt Euch den Berghang hinauf — zwischen dampfenden Fumarolen und bunten Mineralfeldern. Oben habt Ihr einen fantastischen Blick auf das gesamte Gebiet und den Mývatn-See. Beim Aufstieg solltet Ihr festes Schuhwerk tragen, denn der Untergrund ist uneben und stellenweise rutschig.

Hverir Hverarönd Island – blubbernde Schlammbecken und Schwefelgeruch im Geothermalgebiet Námafjall

Praktische Infos für Euren Besuch

  • Parken: Kostenpflichtig (ca. 1.000–1.400 ISK), direkt an der Ringstraße (Route 1). GPS: 65°38’30.2″N 16°48’25.4″W
  • Eintritt: Kostenlos – nur das Parken kostet
  • Anfahrt: Direkt an der Ringstraße, ca. 6 km östlich von Reykjahlíð (Mývatn)
  • Toiletten: Vorhanden, aber kostenpflichtig — Zustand schwankt je nach Besuch, vorsichtshalber in Reykjahlíð einplanen
  • Verpflegung: Keine Einrichtungen vor Ort — Proviant mitbringen
  • Aufenthalt: 45–60 Minuten ohne Wanderung, 2–3 Stunden mit Námafjall-Aufstieg
  • Beste Reisezeit: Ganzjährig zugänglich — im Winter besondere Atmosphäre

Geothermalgebiet Hverir Island – orangefarbene Mineralablagerungen und Dampfquellen am Fuße des Námafjall

Wie weit ist Hverir von Reykjavík und Akureyri entfernt?

Von Reykjavík aus sind es etwa 480 km bis Hverir – über die Ringstraße rechnet Ihr mit rund 6 Stunden reiner Fahrzeit, deshalb lohnt sich der Stopp am besten als Teil einer mehrtägigen Rundreise. Von Akureyri, Islands „Hauptstadt des Nordens“, seid Ihr dagegen in etwa einer Stunde (89 km) da – ein guter Ausgangspunkt, wenn Ihr im Norden übernachtet. Wer ohne Mietwagen unterwegs ist: Die Strætó-Buslinie 56 hält in der Nähe, allerdings mit sehr eingeschränktem Fahrplan – für die meisten Besucher ist ein Mietwagen die praktikabelste Option.

Wo übernachten in der Nähe von Hverir?

Wer Hverir nicht nur im Vorbeifahren sehen will, übernachtet am besten direkt rund um den Mývatn-See – von dort seid Ihr in wenigen Minuten am Geothermalgebiet und habt gleichzeitig Godafoss, Dimmuborgir und die Mývatn Nature Baths in der Nähe.

  • Hotel Reykjahlíð – direkt am See gelegen, nur ca. 7,8 km von Hverir entfernt, gutes Frühstück und Seeblick. Solide Mittelklasse-Wahl.
  • Fosshotel Mývatn – 3-Sterne-Hotel nahe der Mývatn Nature Baths, etwas gehobener, guter Ausgangspunkt für den ganzen Diamond Circle.

Tipp: Die Auswahl an Unterkünften rund um Mývatn ist überschaubar – in der Hochsaison (Juni–August) solltet Ihr frühzeitig buchen.

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Hverir kombinieren — was liegt in der Nähe?

Hverir liegt mitten im Mývatn-Gebiet — einem der dichtesten Sehenswürdigkeits-Cluster im Norden Islands. Diese Stopps lassen sich gut an einem Tag kombinieren:

  • Mývatn-See — 6 km westlich, mit Lavahöhlen, Pseudokratern und Vogelwelt
  • Mývatn Nature Baths — geothermales Bad direkt am See, deutlich ruhiger als die Blaue Lagune
  • Godafoss — ca. 50 km westlich, einer der schönsten Wasserfälle Islands
  • Norden Islands — Hverir liegt auf dem Diamond Circle, einem weniger besuchten Pendant zum Golden Circle

Geysir im Hverir Geothermalgebiet Island – aktive Dampfquelle nahe dem Mývatn See

Häufige Fragen zu Hverir Island

Was ist Hverir in Island?

Hverir (auch Hverarönd) ist ein aktives Geothermalgebiet am Fuße des Berges Námafjall im Nordosten Islands, nahe dem Mývatn-See. Es gehört zum Vulkansystem Krafla und ist bekannt für seine brodelnden Schlammbecken, Fumarolen und bunten Schwefelablagerungen.

Kostet der Eintritt zu Hverir etwas?

Nein — Hverir ist kostenlos zugänglich, rund um die Uhr, das ganze Jahr. Nur für das Parken fällt mittlerweile eine kleine Gebühr an.

Wie lange sollte man für Hverir einplanen?

Ohne Wanderung reichen 45–60 Minuten. Mit der Námafjall-Wanderung plant Ihr besser 2–3 Stunden ein.

Ist die Námafjall-Wanderung schwierig?

Moderat — der Aufstieg ist ca. 130 Höhenmeter, der Weg gut markiert. Mit festem Schuhwerk für die meisten Besucher gut machbar. Im Winter bei Eis und Schnee entsprechend Vorsicht.

Wann ist die beste Reisezeit für Hverir?

Hverir ist ganzjährig zugänglich. Im Sommer habt Ihr längeres Tageslicht für Fotos, im Winter eine besondere Atmosphäre mit Schnee und Dampf — und erhöhte Chancen auf Nordlichter.

Was sollte man in Hverir nicht tun?

Auf keinen Fall die Wege verlassen. Der Boden rund um Dampfquellen und Schlammbecken kann extrem heiß und instabil sein — Einbruchgefahr. Alle Warnschilder ernst nehmen.

Was kostet das Parken in Hverir?

Das Betreten des Geothermalgebiets selbst ist kostenlos, das Parken direkt vor Ort kostet mittlerweile eine Gebühr (Richtwert ca. 1.000–1.400 ISK, zahlbar vor Ort per Automat oder App). Das war nicht immer so – plant die paar Kronen einfach mit ein.

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