Ísafjörður ist mit rund 2.700 Einwohnern die größte Stadt der Westfjorde und gilt als deren inoffizielle Hauptstadt – eingerahmt von steilen Bergen, direkt am Ísafjarðardjúp gelegen. Die Region ist die am wenigsten besuchte Islands, dafür bietet sie Altstadtcharme, Wanderungen mit spektakulärem Ausblick und einen der ruhigsten Orte für Walbeobachtung im Land.
Wir waren selbst noch nicht in Ísafjörður – die Infos hier haben wir sorgfältig recherchiert und mit aktuellen Quellen abgeglichen. Sobald wir die Region besucht haben, ergänzen wir diesen Artikel um unsere eigenen Eindrücke.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Die Altstadt von Ísafjörður
Der historische Stadtkern Neðstikaupstaður liegt direkt am Hafen und zählt zu den ältesten erhaltenen Holzhausgruppen Islands – die Gebäude stammen größtenteils aus dem 18. Jahrhundert und dokumentieren die Geschichte der Fischerei- und Handelsstadt. Im Westfjords Heritage Museum in einem der alten Lagerhäuser erfahrt Ihr mehr über die maritime Geschichte der Region. Ein Spaziergang durch die schmalen Straßen der Altstadt lohnt sich schon für sich allein.
Walbeobachtung ab Ísafjörður
Die Touren fahren in den ruhigen Ísafjarðardjúp, wo Ihr deutlich seltener auf andere Boote trefft als bei den großen Touren ab Reykjavík oder Húsavík. Buckelwale, Zwergwale und Weißschnauzendelfine gehören zu den häufigsten Sichtungen, gelegentlich auch Orcas. Alle Details zu Preisen, Anbietern und der besten Reisezeit findet Ihr in unserem eigenen Guide: Walbeobachtung in Ísafjörður.
Bist du schon mit einem Mietwagen in Island unterwegs? Wenn nicht, empfehlen wir dir wärmstens Northbound. Unsere Erfahrungen mit Buchung, Fahrzeug, Prozess und Support waren erstklassig – eine Buchung dort können wir nur empfehlen.
- Absolute Empfehlung – wir waren rundum zufrieden mit allem!
- Vergleicht alle isländischen Mietwagen-Anbieter
- Spezialisiert auf Island-Rundreisen und das Hochland
- Spezialisierte Versicherungen für das raue Island verfügbar
- Kostenlose Stornierung bis 48 h vor Mietbeginn
- Mietwagen, Campervan, Wohnmobile, SUV (auch mit Dachzelt) & Geländewagen
* Affiliate-Link – für dich ohne Aufpreis, du unterstützt damit unseren Blog.
Wandern rund um Ísafjörður
Ísafjörður ist einer der Hauptzugänge zum Hornstrandir-Naturreservat – einem der abgelegensten und unberührtesten Gebiete Islands, nur zu Fuß oder per Boot erreichbar, bekannt für arktische Füchse und über 250 Pflanzenarten. Ein mehrtägiger Trip dorthin braucht gute Vorbereitung, lohnt sich für erfahrene Wanderer aber sehr.
Direkt oberhalb der Stadt liegt die Naustahvilft, auf Isländisch auch „Trollasæti“ (Trollsitz) genannt – eine auffällige, halbkreisförmige Mulde im Berghang Kirkjubólsfjall. Der Sage nach soll hier eine Trollin gerastet haben, die es bei Sonnenaufgang nicht mehr rechtzeitig nach Hause schaffte. Geologisch ist die Mulde ein Relikt der letzten Eiszeit. Der Weg hinauf ist kurz, aber mit rund 170 Höhenmetern auf steilem Terrain steil – oben erwartet Euch einer der schönsten Ausblicke auf die Stadt und den Fjord.
Für eine anspruchsvollere Tour ist der Kaldbakur die richtige Wahl: Mit rund 998 Metern gilt er als einer der höchsten Gipfel der Westfjorde, die Wanderung ist entsprechend fordernd, belohnt aber mit einem 360-Grad-Blick über Fjorde und Bergketten.
Wer es lieber ruhiger mag, findet rund 25 km südlich der Stadt den Valagil-Wasserfall – eine moderate, ca. 2-2,5-stündige Wanderung durch eine enge, moosbewachsene Schlucht (der kurze Abschnitt bis zu den ersten Fällen dauert ca. 40 Minuten, ist dabei aber mit etwas Kraxelei verbunden), auf der Ihr kaum andere Wanderer trefft.
Vigur Island: Papageientaucher und Eiderenten
Vor der Küste Ísafjörðurs liegt die kleine Insel Vigur, bekannt für ihre großen Seevogelkolonien – Papageientaucher, Eiderenten und Küstenseeschwalben brüten hier in den Sommermonaten. Bootstouren zur Insel werden von mehreren Anbietern angeboten, oft kombiniert mit einer Führung über die Insel, auf der noch heute eine Familie von der Eiderdaunen-Ernte lebt.
Weitere Aktivitäten: Kajak, Mountainbike, Bootstouren
- Kajakfahren: ruhige Fjordgewässer, geeignet für Anfänger und erfahrene Paddler gleichermaßen.
- Mountainbiken: die Gegend um Ísafjörður zählt zu den besten Mountainbike-Revieren Islands, von einfachen Wegen bis zu anspruchsvollen Trails.
- Fjord-Bootstouren: Anbieter wie Westtours bieten Kreuzfahrten entlang der Fjorde mit Blick auf Seehunde und Seevögel.
Bolafjall & Súðavík: zwei lohnende Ausflüge in der Nähe
Wer noch etwas Zeit übrig hat, findet gleich zwei einfach erreichbare Ausflugsziele in der unmittelbaren Umgebung.
Bolafjall-Aussichtspunkt: Rund 15 km von Ísafjörður entfernt, oberhalb von Bolungarvík, führt eine schmale, kurvenreiche Schotterstraße (ca. 10 km) hinauf auf den 638 Meter hohen Bolafjall. Mit dem Auto ist der Gipfel ohne Wanderung erreichbar, die Aussichtsplattform (eröffnet 2022) bietet einen weiten Blick über den Ísafjarðardjúp und die Jökulfirðir – bei klarer Sicht soll man angeblich sogar bis nach Grönland sehen können. Die Straße ist nur saisonal geöffnet (etwa Mitte Juni bis Mitte September) und wetterabhängig, plant also nicht zu spät im Jahr damit.
Arctic Fox Center in Súðavík: Etwa 20 km östlich von Ísafjörður über die Straße 61 liegt das kleine Polarfuchs-Zentrum Melrakkasetur Íslands. Die Ausstellung dreht sich um Biologie, Geschichte und Schutz des isländischen Polarfuchses, im Außengehege lassen sich zwei gerettete Füchse beobachten. Geöffnet ist meist von Mai bis September, in den Hauptsommermonaten Juni bis August täglich 9-18 Uhr – der genaue Eintrittspreis variiert, am besten vorher auf melrakki.is prüfen.
Essen in Ísafjörður
- Tjöruhúsið: bekanntes Fischrestaurant in einem historischen Gebäude der Altstadt, serviert mehrere frisch zubereitete Fischgerichte im Buffet-Stil.
- Edinborg Bistro: Café und Bistro für Kaffee, leichte Mahlzeiten und isländisches Gebäck.
Was liegt in der Nähe von Ísafjörður?
- Dynjandi: der bekannteste Wasserfall der Westfjorde, ca. 75-85 km südlich (abhängig von der genauen Route).
- Hellulaug: natürlicher Hot Pot direkt am Meer, guter Zwischenstopp auf dem Weg in die südlichen Westfjorde.
- Drangsnes Hot Pot: kostenlose Kunststoffwannen am Fjord im Osten der Westfjorde, ca. 2 Stunden von Ísafjörður entfernt.
- Látrabjarg: die westlichsten Klippen Europas mit riesigen Papageientaucher-Kolonien.
- Rauðasandur / Bárðarstrandarsandur: ein ungewöhnlich langer, rosafarbener Sandstrand – einer der ruhigsten und am wenigsten besuchten Strände Islands.
Reiseführer Empfehlung
- 3 Reiserouten zum Nachfahren
- Übersicht über Islands Regionen
- Reisetipps zu den schönsten Highlights
- Tipps zur Mietwagenauswahl
- Auto fahren auf Islands Straßen
- Entscheidungshilfe: Hotel oder Campingplatz?
- Die wichtigsten Infos zum Hochland
- Top Reisetipps auf ca. 170 Seiten!
Praktische Infos für Ísafjörður
- Anreise: mit dem Mietwagen über die Ringstraße und Straße 60 (ca. 6-7 Stunden ab Reykjavík), oder per Inlandsflug ab Reykjavík (ca. 40-45 Minuten)
- Beste Reisezeit: Juni bis August für die beste Straßenlage und längste Tage, für Nordlichter eher September bis März
- Straßen- und Wetterlage: vor der Fahrt road.is und safetravel.is prüfen – Bedingungen ändern sich in den Westfjorden kurzfristig
- Übernachtung: Ísafjörður hat die größte Auswahl an Unterkünften der Westfjorde – in der Hochsaison früh buchen
Alle Unterkünfte in Ísafjörður auf Booking.com ansehen
Häufige Fragen zu Ísafjörður
Wie kommt man nach Ísafjörður?
Mit dem Mietwagen über die Straße 60 (ca. 6-7 Stunden ab Reykjavík) oder per Inlandsflug ab Reykjavík (ca. 40-45 Minuten Flugzeit).
Wie viele Tage sollte man für Ísafjörður einplanen?
Für die Stadt selbst reicht ein Tag, für Wanderungen wie die Naustahvilft oder einen Ausflug nach Vigur solltet Ihr mindestens 2-3 Tage einplanen.
Kann man in Ísafjörður Wale beobachten?
Ja, Touren fahren in den ruhigen Ísafjarðardjúp – Details findet Ihr in unserem Walbeobachtungs-Guide.
Ist Ísafjörður im Winter erreichbar?
Grundsätzlich ja, aber die Straßen können bei Schnee kurzfristig gesperrt werden. Der Inlandsflug ist im Winter oft die zuverlässigere Option.
Fazit
Ísafjörður eignet sich als Basis für alles, was die Westfjorde ausmacht: Altstadt zum Bummeln, ruhige Walbeobachtung, anspruchsvolle Wanderungen und Vogelinseln direkt vor der Küste. Wer die Westfjorde bereist, kommt an der Stadt kaum vorbei – plant für die Region insgesamt aber mehr Zeit ein als für einen reinen Zwischenstopp.




