Der Hengifoss ist nicht einfach nur ein hoher Wasserfall. Er ist einer der farbenprächtigsten Orte in Island — leuchtend rote Tonsteinschichten zwischen schwarzen Basaltsäulen, ca. 128 Meter Fallhöhe und eine Wanderung die sich durch ein Tal zieht das Ihr so schnell nicht vergesst. Der Hengifoss Wasserfall liegt im Osten Islands — eine Region die von den meisten Touristen einfach durchfahren wird. Wer hier anhält wird belohnt.
Wir waren im Juni dort. Der Aufstieg ist wirklich steil — das merkt Ihr von der ersten Minute an. Aber trotzdem gut zu schaffen. Wer fit ist und festes Schuhwerk trägt kommt problemlos hoch. Oben angekommen versteht Ihr sofort warum sich der Aufstieg lohnt.
Persönlich fanden wir den Hengifoss schöner als den Litlanesfoss — auch wenn viele das anders sehen. Die roten Streifen im Gestein machen ihn zu etwas Besonderem. Einen Wasserfall der so aussieht findet man sonst nirgends.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Was macht den Hengifoss besonders?
Der Hengifoss ist mit ca. 128 Metern einer der höchsten Wasserfälle Islands — aber nicht die Höhe ist das Besondere. Es sind die geologischen Schichten: Leuchtend rote Tonsteinlagen wechseln sich mit schwarzen Basaltschichten ab. Diese Farben entstanden durch vulkanische Eruptionen und Sedimentierung — die Basaltschichten sind etwa 5–6 Millionen Jahre alt. Zwischen den Ausbrüchen setzte sich Vulkanasche ab und wurde zu eisenreichem Boden, der beim nächsten Ausbruch mit Sauerstoff reagierte und sich rot färbte — quasi ein Kalender vergangener Eruptionen, geschrieben in Gestein. Das Ergebnis ist eine Kulisse die bei Wasserfällen einmalig ist — und die Ihr auf jedem Foto sofort erkennt.
Auf dem Weg nach oben passiert Ihr außerdem den Litlanesfoss — einen kleineren Wasserfall der von senkrechten Basaltsäulen eingerahmt wird. Für viele Besucher ist der Litlanesfoss sogar das schönere Motiv.

Die Wanderung zum Hengifoss — was Euch erwartet
Die Hengifoss Wanderung startet direkt am Parkplatz. Der Weg ist gut markiert und führt immer entlang des Baches bergauf. Eines vorweg: Der Weg ist konstant steil — von Anfang bis Ende. Es gibt keine große Erholungspause. Plant das ein und zieht festes Schuhwerk an.
- Länge: ca. 2,5 km einfache Strecke (5 km hin & zurück)
- Höhenmeter: ca. 240 m
- Dauer: ca. 45–60 Min bergauf, 30–40 Min zurück — gesamt 2–3 Stunden
- Schwierigkeit: Mittel — konstant steil, gutes Schuhwerk nötig
- Zwei Wegoptionen: Ihr könnt links oder rechts aufsteigen. Oben gibt es eine Brücke — Ihr könnt also auf der einen Seite hoch und auf der anderen runter
Etwa auf halber Strecke erreicht Ihr den Litlanesfoss — perfekt für eine Fotopause. Die Basaltsäulen die den Wasserfall einrahmen sind beeindruckend. Von hier ist es nochmal ca. 20–25 Minuten bis zum Hengifoss.

Litlanesfoss — oft unterschätzt
Der Litlanesfoss liegt auf halbem Weg zum Hengifoss und wird von den meisten Besuchern nur kurz fotografiert. Dabei lohnt sich ein längerer Aufenthalt: Die perfekt geformten sechseckigen Basaltsäulen die den Wasserfall einrahmen erinnern an den Svartifoss in Skaftafell — aber hier sind sie noch beeindruckender weil Ihr direkt darunter steht. Für viele ist der Litlanesfoss das beeindruckendere Foto-Motiv der ganzen Wanderung.
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Waterfall Circle — der Geheimtipp daneben
Direkt in der Nähe des Hengifoss gibt es eine weitere Wanderung die kaum jemand kennt: den Waterfall Circle. Die Tour startet an einer alten Herberge nahe dem Hengifoss und führt über 8 km an insgesamt 5 Wasserfällen und einer Schlucht vorbei. Wenig besucht, wunderschön und quasi ein kleiner Geheimtipp für alle die mehr als nur den Hengifoss sehen wollen.
Praktische Infos & Anfahrt
- Anfahrt: Von Egilsstaðir die Route 931 entlang des Lagarfljót-Sees, nach ca. 30 km Abzweig auf Straße 933 — gut ausgeschildert. Fahrtzeit ab Egilsstaðir: ca. 40 Min. Ab Reykjavík ca. 670 km / 7–8 Std.
- Parken: 1.000 ISK (ca. 7 €) pro Fahrzeug — Infotafeln und Toiletten am Parkplatz
- Eintritt: Kostenlos
- GPS: 65.0966° N, 14.8869° W
- Toiletten: Am Parkplatz vorhanden
- Beste Reisezeit: Juni–August — längste Tage, bestes Licht, meiste Wasserführung
- Tipp: Früh morgens starten — dann habt Ihr den Weg fast für Euch allein

Was liegt in der Nähe?
Der Hengifoss liegt nahe Egilsstaðir im Osten Islands — einer Region die auf der Ringstraße oft einfach durchfahren wird. Das ist ein Fehler. Folgende Orte lohnen einen Abstecher:
- Lagarfljót See — direkt auf dem Weg, bekannt für das sagenumwobene Seemonster Lagarfljótsormurinn. Malerische Ausblicke entlang der Ufer
- Stokksnes & Vestrahorn — schwarzer Strand, grüne Grashügel, Berg Vestrahorn im Hintergrund. Ca. 2 Stunden südlich
- Stuðlagil Canyon — Canyon aus Basaltsäulen, ca. 20 Min von der Ringstraße. Östliche Zufahrt führt nach 30 Min Wanderung zum Grund der Schlucht
- Ostfjorde — wenig besuchte Fjordlandschaft, vergleichbar mit den Westfjorden — aber ruhiger

Häufige Fragen zum Hengifoss
Hengifoss fotografieren — die besten Tipps
Vormittags kommen — dann wirft der Berg keine Schatten auf die Gesteinsschichten und die roten Lagen leuchten am besten. Vom Litlanesfoss aus könnt Ihr beide Wasserfälle auf einem Bild festhalten: Basaltsäulen im Vordergrund, Hengifoss im Hintergrund. Der Pfad direkt zum Wasserfall kann nach starker Schneeschmelze gesperrt sein — Schild am Eingang beachten.
Wie hoch ist der Hengifoss?
Der Hengifoss ist ca. 128 Meter hoch und damit der dritthöchste Wasserfall Islands.
Wie schwierig ist die Wanderung zum Hengifoss?
Einfach bis Mittel — der Weg ist gut markiert und konstant steil von Anfang bis Ende. Wir waren im Juni dort und haben es gut geschafft. Mit festem Schuhwerk und normaler Fitness kein Problem. Plant 2–3 Stunden ein.
Kostet der Hengifoss Eintritt?
Der Eintritt ist kostenlos. Der Parkplatz kostet 1.000 ISK (ca. 7 €) pro Fahrzeug.
Was ist der Litlanesfoss?
Ein kleinerer Wasserfall auf halbem Weg zum Hengifoss, eingerahmt von beeindruckenden Basaltsäulen. Viele Besucher finden ihn sogar schöner als den Hengifoss selbst.
Wann ist die beste Zeit für den Hengifoss?
Juni bis August — längste Tage, bestes Licht, meiste Wasserführung. Früh morgens starten für weniger Trubel.
Wie komme ich zum Hengifoss ohne Mietwagen?
Schwierig — keine direkten Busverbindungen. Im Sommer werden in Egilsstaðir geführte Touren angeboten. Mit Mietwagen seid Ihr am flexibelsten.